TSV 1860 München zu Geisterspiel verurteilt

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Große Pläne für die alte Hütte: Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer (M.) erklärt den Gemeinderäten, wie aus dem leer stehenden Gottfried Mayer-Haus an der Tiroler Straße ein Langlaufzentrum werden soll.

Gottfried Mayer-Haus gehört jetzt Bayrischzell

Gemeinde kauft altes Haus - und plant Großes damit

Bayrischzell – Es mieft, es modert, ja, es stinkt im Gottfried Mayer-Haus, das die Gemeinde nun gekauft hat. Dem Bürgermeister ist das wurscht. Er hat Großes mit dem Grundstück vor.

Einladend sieht es nicht gerade aus, das holzverschalte Gottfried Mayer-Haus an der Tirolerstraße in Bayrischzell. Spinnweben an den Fenstern und meterhoher Wildwuchs auf dem 2900 Quadratmeter großen Grundstück prägen das Bild. Kein Wunder, steht das Gebäude gegenüber dem Parkplatz des Sillberghaus’ doch seit zwei Jahren leer. So riecht es auch, als Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer beim Ortstermin die knarzende Haustüre aufschließt. Die Gemeinderäte rümpfen angesichts des muffigen Modergeruchs die Nasen.

Doch der Bürgermeister hat große Pläne für das verwilderte Anwesen. Er will damit nicht weniger als das Langlaufskizentrum in den Wintermonaten aufwerten. Deshalb hat die Gemeinde das Gebäude nebst Schupf mit einer Nutzfläche von rund 200 Quadratmetern dem Freistaat für einen unbekannten Preis abgekauft. „Hier ist ein Nadelöhr unseres Langlaufgebiets“, erklärt Kittenrainer beim Ortstermin. Direkt vor der Haustüre verläuft im Winter die Loipe von der Sportalm zum Zipflwirt.

Die Geschichte des unterkellerten Hauses reicht bis in die 1920er-Jahre zurück. Mit Küche, Bad und einer Wohnstube im Erdgeschoss und drei kleinen Zimmern unter dem Dach beherbergte es damals einen Straßenwärter. Jahre später nutzte das Umweltministerium das Anwesen als Freizeiteinrichtung.

Der Gemeinde ist mit dem Kauf ein strategisch wichtiger Schachzug gelungen. „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass der Langlaufsport boomt“, sagt Kittenrainer. Aus Angst, ein auswärtiger Käufer könnte Bayrischzell einen Strich durch die Loipe ziehen, sei man in Verhandlungen mit dem Freistaat eingestiegen. „Hätte es ein Wochenendler gekauft, der der Gemeinde nicht wohlgesonnen ist, könnte dieser unser ganzes Loipengebiet durchschneiden“, erklärt der Bürgermeister. „Darum war es notwendig, dass wir uns diese Immobilie gesichert haben.“ Mit einer Auflage: Das Haus darf nur für gemeindliche Zwecke genutzt werden. „Die baulichen Nutzungen haben wir vorab mit dem Landratsamt abgeklärt“, sagt Bauamtsleiter Josef Acher.

Nun plant die Gemeinde, das Gebäude abzureißen und auf gleicher Fläche eine Skiservicestation mit einer Stube zum Aufwärmen sowie einen Dusch- und WC-Bereich zu errichten. „Unsere Dixi-Toiletten sind nicht pflegeleicht und in der Landschaft auch nicht besonders schön“, sagt Kittenrainer. Die Wasserversorgung wird von einer Bergquelle gespeist. Die Abwasserbeseitigung regelt dagegen eine Dreikammerklärgrube. Beide Anlagen müssen für einen Neubau der heutigen Norm angepasst werden.

Zudem ist laut Kittenrainer ein Kiosk angedacht. Dieser hänge aber von den naheliegenden Wirtschaften Zipflwirt und Bäckeralm ab. „Sollte dort kein längerer Leerstand herrschen, dann brauchen wir keinen Kioskbetrieb“, erklärte er. Wesentlich wichtiger seien dagegen zusätzliche Parkplätze, die künftig den Sillberghaus-Parkplatz für die Sommer- und Wintertouristen entlasten sollen, sowie Garagen für die Langlauf-Spurmaschinen. Für Kittenrainer ist der Platz für die geplante Skistation optimal: „Damit sind wir auf einem sehr guten Weg.“

Daniel Wegscheider

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