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Parken mit Blick auf den Wendelstein: Wie hier auf dem Platz gegenüber der Sport Alm müssen Ausflügler künftig fürs Abstellen ihrer Fahrzeuge Gebühren bezahlen. 

Bayrischzell hält die Hand auf

Mit dem kostenlosen Parken ist's vorbei

Seit Generationen wird im Gemeinderat Bayrischzell schon über die Einführung von Parkgebühren auf Wanderparkplätzen diskutiert: Nun fasste das Gremium den einstimmigen Beschluss, in Zukunft bestimmte Parkflächen nur gegen Gebühren freizugeben.

"Zu uns kommen sehr viele Tagesausflügler aus dem Raum München, die unsere Infrastruktur nutzen, aber sonst kein Geld im Ort lassen“, sagte Bürgermeister Georg Kittenrainer in der Sitzung. Die Einführung von Parkgebühren biete die Möglichkeit, Geld einzunehmen, das in die Erhaltung der Wanderwege gesteckt werden kann. Von der Neuregelung betroffen sind die Wanderparkplätze gegenüber dem Bistro Sport Alm und am Seeberg sowie die Parkflächen an der Tiroler Straße bei der Stockeralm und zum Sillberghaus hinauf. Drei Euro wird das Tagesticket kosten. Die Gemeinde will die Regelung für zunächst drei Jahre testen – dann wird erneut entschieden.

Karl Acher stimmte der Idee zu: „Die Parkplätze müssen durch Personal gepflegt und sauber gehalten werden“, sagte er. „Parkplatzgebühren sind mittlerweile gang und gäbe – viel ist es ja nicht.“ Auch Kämmerer Hubert Pöllinger sieht darin eine Aufbesserung der Gemeindekasse. Außerdem sei es ein bewährtes Prinzip. „Der erste Schritt war unser Wohnmobilstellplatz, der sich gut eingeführt hat und von den Urlaubern akzeptiert wird“, berichtete er. Der Stellplatz liegt direkt am Seeberg und bietet für zehn Euro am Tag bis zu 20 Reisemobilen Ver- und Entsorgung sowie einen Stromanschluss.

Pöllinger verwies ferner auf den Parkplatz an der Wendelsteinbahn. Die Wendelsteinbahn GmbH hatte dort im Frühjahr 2015 gebührenpflichtiges Parken eingeführt (wir berichteten). Parker, die die Seilbahn nicht in Anspruch nehmen, müssen dort ebenfalls drei Euro bezahlen. Kittenrainer habe damals das Vorhaben der Seilbahn eher skeptisch betrachtet. Heute weiß er es besser. „Ich habe befürchtet, das die Parker Ausweichmöglichkeiten suchen und wild in der Landschaft herumparken“, berichtete er. Das Ganze habe sich allerdings nicht bestätigt: „Die Parkgebühr am Wendelsteinparkplatz ist sehr gut akzeptiert worden.“

Dies hat Kittenrainer auch für andere Bereiche festgestellt. „Die Ausflügler haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass Parken Geld kostet.“ Diese Erfahrung mache die Gemeinde jedes Jahr im Sommer und im Herbst. Denn die an den Wanderparkplätzen ganzjährig aufgestellten Langlaufloipen-Automaten „ernten auch außerhalb der Wintersaison ein bisschen Geld, obwohl das Parken nix kostet“, sagte der Rathaus-Chef. Diese Automaten bieten sich jetzt auch für die Erhebung der Parkgebühren an. „Wir müssen die Apparate lediglich geringfügig umstellen.“

Willy Kravanja erkannte neben der Gebührenpflicht einen ökonomischen Anreiz. Der Tourist-Projektleiter sprach die steigende Verkehrsproblematik an. „Auf lange Sicht möchten wir weniger Autos haben“, sagte er. „Wenn die Ausflügler was zahlen müssen, überlegen vielleicht einige von ihnen, auf öffentliche Verkehrsmittel wie die BOB umzusteigen, oder es werden Fahrgemeinschaften gebildet.“

Damit die Urlauber auch wissen, wofür ihre Parkplatzgebühren verwendet werden, schlug Matthias Sobotta ergänzende Informationstafeln vor. Die Gemeinde hat dafür bereits die passenden Worte für das Hinweisschild gefunden: „Die Parkgebühr dient dem Unterhalt der Parkplätze des weitläufigen Wegenetzes – vielen Dank für Ihre Unterstützung.“

Daniel Wegscheider

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