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Großes Interesse: Rund 150 Bayrischzeller verfolgten, was Bürgermeister Georg Kittenrainer zu berichten hatte.

Sudelfeld soll autofrei werden

Bayrischzell: Das Sommerkonzept für das Sudelfeld kommt 

In Bayrischzell rührt sich was. Unten im Ort werden Bauprojekte angepackt oder schon verwirklicht, und am Sudelfeld kommt nun endlich das Sommerkonzept in die Gänge.

Bayrischzell – Großes Interesse hat sich am Mittwochabend bei der diesjährigen Bayrischzeller Bürgerversammlung gezeigt: Rund 150 Personen hatten sich in den großen Saal des Gasthofs zur Post gedrängt, um dort dem Tätigkeitsbericht von Bürgermeister Georg Kittenrainer zuzuhören. Neben amiterenden Gemeinderäten fanden sich darunter auch viele Vertreter der vier Listen, die bei der Kommunalwahl im März antreten. Der Rathauschef nahm es gelassen und trat selbstbewusst zum Rednerpult: „Ich freue mich über so viele Besucher. Wir hatten schon Versammlungen mit nur 40 Leuten.“

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Bayrischzell: Das Sommerkonzept für das Sudelfeld kommt 

Der Bürgermeister blickte dann auf alle großen Themen zurück, die im vergangenen Jahr im Gemeinderat auch öffentlich besprochen worden waren: Darunter etwa der Ausbau des Hochwasserschutzes am Wendelsteinbach sowie der Straßen-, Kanal- und Breitbandausbau im Ort. Die drei größten Bauprojekte im Ort sind laut Kittenrainer allerdings andere: Nämlich das neue Familien- und Seminarhotel „Auracher Hof“ (früheres AOK-Heim), das Bahnhofsareal mit einer geplanten Wohnbebauung sowie das Hotel Alpenrose (wir berichteten). „Damit haben wir entscheidende Grundsteine gelegt, um den Ortskern Bayrischzell weiter lebendig zu erhalten“, betonte der Bürgermeister. „Der Gemeinderat möchte unter allen Umständen vermeiden, dass sich nur die Dorfränder entwickeln“. Auch das Sudelfeld und das Schwimmbad seien Baustellen, die anzugehen seien: Bei Letzterem gibt es eine erfreuliche Nachricht: „Das Warmfreibad wird heuer wieder in Betreib gehen“, betonte Kittenrainer. Die Öffnung der Einrichtung war bis dato auf der Kippe gestanden. Wie berichtet, muss die Gemeinde dort hohe Investitionen tätigen. Das Becken muss saniert, Chloranlage und Wärmepumpe komplett ersetzt werden. „Wir stehen voll hinter dem Schwimmbad und suchen eine vernünftige Lösung, um es zu erhalten.“ Die Option, es in ein Naturfreibad umzubauen, stoße insbesondere beim Tourismusverein „auf wenig Begeisterung“, so Kittenrainer. Bleibt die Hoffnung auf einen Erhalt. Derzeit würde diese Möglichkeit in einer zweiten Studie geprüft, die im April abgeschlossen sein wird.

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Ein populäreres Ferienziel im Sommer soll das Sudelfeld werden. Bekanntlich erwägt Bayrischzell den Bau einer neuen Bergbahn vom Ort aus. Die Regierung von Oberbayern verlangt allerdings für Fördergelder vom Freistaat, dass auch ein Konzept für den Sommer auf dem Berg erarbeitet wird. Bei einer Ausschreibung hat das Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee den Zuschlag bekommen, so Kittenrainer. Konkret solle das Sudelfeld zwischen der Grafenherberge sowie der Waller- und Speckalm autofrei werden. „Wir wollen damit nicht warten, bis die Seilbahn kommt, sondern per Bustransfer oder Mautstraße das Ziel verfolgen.“ Des Weitern soll der Bereich um den Speichersee genutzt werden, „um auf unsere heimische Landwirtschaft hinzuweisen und unsere dortige Natur für Gäste erlebbar zu machen“, berichtete Kittenrainer weiter. Eine Absage erteilte er in diesem Zusammenhang einer Inszenierung, die einem „Jurassic Park“ gleichkomme. Es gehe vielmehr darum, erlebbar zu machen, „wie Alm- und Kulturwirtschaft und Beweidung mit Jungrindern bei uns funktionieren“. Weil Bayrischzell sich aber als Familienort positionieren möchte, sehe das Sommerkonzept sicher auch einen Spielplatz für Kinder vor, der sich thematisch an das Thema Bergwelt anlehne. Kritisch betrachtet Kittenrainer dagegen Anfragen für eine Downhill-Strecke für Mountainbiker. Seiner Ansicht nach, muss dieses Sportangebot „sehr gut gelenkt und kanalisiert werden, damit es nicht zu erheblichen Problemen führt“.

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von Daniel Wegscheider

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