Typenänderung nicht erwünscht: Den Charakter seiner Ortsmitte möchte der Bayrischzeller Gemeinderat per Bebauungsplan erhalten.
+
Typenänderung nicht erwünscht: Den Charakter seiner Ortsmitte möchte der Bayrischzeller Gemeinderat per Bebauungsplan erhalten.

„Ortskern-Charakter sichern und stärken“

Bayrischzell startet Verfahren und bereitet sich auf Marathonsitzung vor

Der Ortskern von Bayrischzell soll erneuert werden. Der Gemeinderat stimmte einem Entwurf für neue Pläne zu.

Bayrischzell – Die Planung der Bayrischzeller Ortsmitte geht in die nächste Phase: Der Gemeinderat hat nun den Planentwurfs einhellig befürwortet, damit kann nun das Beteiligungsverfahren starten. Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) erwartet danach eine tagesfüllende Sitzung, bei der alle Stellungsnahmen der Betroffenen vorgetragen und beraten werden.

„Das wird in einer Abendsitzung nicht mehr machbar sein.“ Bekanntermaßen umfasst der zu besprechende Bebauungsplan für das Zentrum den Ortskern an der Schlierseer und Tiroler Straße, eingerahmt von der Seeberg-, Ursprung- sowie Sudelfeldstraße. Kittenrainer fasste noch einmal kurz zusammen, was das Planungsziel der Gemeinde ist: „Sicherung und Stärkung des Charakters der Ortsmitte sowie der Schaffung von Nahverdichtungsmöglichkeiten im Innenbereich.“

Bayrischzell startet Verfahren und bereitet sich auf Marathonsitzung vor

Konkret will die Verwaltung damit einfache Regeln insbesondere in Sachen Abstandsflächen schaffen, „die dann für alle Grundstücke gelten“, ergänzte Geschäftsleiter Josef Acher. Zudem sollen dadurch vorhandene Nutzungen gesichert werden – aufgeteilt in Gastronomie, Gewerbe und Hotel. Der Einfachheit halber hat der Planer das Dorfgebiet deshalb in vier Gebietstypen aufgeteilt: So legt der Plan etwa an der Schlierseer Straße fest, dass 50 Prozent des Flächenbestandes im Erdgeschoss gewerblich genutzt werden müssen. Dort sollen weiterhin Läden betrieben und nicht alles mit Wohneinheiten zugepflastert werden, erklärte Acher. Zudem soll die Planung den Gaststättenbestand sichern. Der dritte Gebietstyp beinhaltet das Gewerbe, wie es bei etwa der Sparkasse der Fall ist, in dem Büroräume zulässig sind. Und zu guter Letzt regelt der Bebauungsplan die Hotelnutzung. „Das betrifft insbesondere die Königslinde, Gasthof Post und das Restaurant Alpenwirt.“

Der Gemeinde ist auch das Ortsbild wichtig: Daher betonte Kittenrainer, dass die Verwaltung vorhandene Grünflächen wie im Kurpark, Wiesenflächen vor der Metzgerei Linderer und der Apotheke sowie vor der Kirche unbedingt erhalten möchte (wir berichteten). „Wir wollen den Bestand sichern“, unterstrich der Rathauschef in Bezug auf den Bebauungsplan mit seinen vier Gebietstypen. „Dabei haben wir uns weitestgehend an diesen orientiert“, sagte er.

Bayrischzell startet Verfahren: Vorschlag von Florian Nagler befürwortet

Ein weiterer Punkt seien die Baugrenzen, ergänzte Acher: „Die sind weit gefasst, um mit den Abstandsregeln eine bessere Ausnutzung für die Grundstücke zu schaffen.“ Erlaubt sind bis zu drei Vollgeschosse, entsprechend der Wandhöhe müssen die Bauherren Abstand zum Nachbarn halten. Wie berichtet, wurde der Vorschlag von Architekt Florian Nagler vom Gemeinderat bereits in der Dezembersitzung 2020 befürwortet.

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht“, sagte Kittenrainer abschließend zur Gestaltung der Ortsmitte: Diese in eine Form zu kleiden, sei die große Herausforderung des Planentwurfs. „Aber ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Bürgermeister. Fragen vom Gemeinderat gab es keine, aber Kittenrainer vermutet, dass diese im Verlauf des weiteren Verfahrens noch kommen werden, weil sich dann die betroffenen Bürger zu Wort melden würden.

von Daniel Wegscheider

Die Pläne der Grünwalder Euroboden GmbH für die Wohnbebauung am Bahnhof Bayrischzell haben in der kleinen Gemeinde hohe Wellen geschlagen. Im Gemeinderat gab es nun Kritik an Plänen und Vorgehen.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Miesbach-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare