Neue Nutzung: Wo bislang im Rathaus Tischtennis-Platten meist ungenutzt stehen, soll in Kürze der Töpferkurs der Volkshochschule stattfinden. Foto: Thomas Plettenberg
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Neue Nutzung: Wo bislang im Rathaus Tischtennis-Platten meist ungenutzt stehen, soll in Kürze der Töpferkurs der Volkshochschule stattfinden.

Start in die Eigenständigkeit

Bayrischzell zahlt mehr für seine vhs

Bayrischzells Volkshochschule hat sich vom Kreisverband gelöst. Damit steht nun die Gemeinde ohne Partner bei der finanziellen Unterstützung da. Der Bitte um mehr Geld kam der Gemeinderat deshalb geschlossen nach.

Bayrischzell – Die Volkshochschule (vhs) in Bayrischzell geht ihren eigenen Weg. Allerdings geht das nicht ganz ohne die Hilfe der Gemeinde. Bekanntermaßen hat sich die dortige Erwachsenenbildung nicht dem landkreisweiten vhs-Verbund Oberland angeschlossen. Bei der Abstimmung im Sommer war die Mehrheit der Kuratoriumsmitglieder nämlich dagegen.

Bei der Gemeinderatsitzung am Montagabend standen nun zwei Anträge der vhs auf der Tagesordnung: Der Verein bittet die Gemeinde um finanzielle Unterstützung. Zudem wird dringend ein neuer Raum für den Töpferkurs benötigt, der bisher im katholischen Kindergarten St. Margareth stattgefunden hat.

Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) erklärte einmal mehr die Beweggründe, die dazu führten, dass sich die örtliche vhs nicht dem Kreisverband angeschlossen hatte: „Die Angst war groß, dass der Standort Bayrischzell an Bedeutung verliert und dort dann weniger Kurse stattfinden würden.“ Nichtsdestotrotz sei Erwachsenenbildung kommunale Pflichtaufgabe, stellte Kittenrainer klar.

Bisher unterstützte die Gemeinde ihre ehrenamtlich geführte vhs mit 2000 Euro pro Jahr. Und im Falle einer Fusion hat der Gemeinderat damals auch beschlossen, zusätzlich einen Euro pro Einwohner zu zahlen, um den vhs-Verbund mitzutragen – also weitere 1700 Euro. Und um genau diese Summe ging es nun bei der Anfrage der örtlichen vhs.

So werde jetzt etwa die Erstellung eines eigenen Programmhefts finanziell nicht mehr vom Kreisverband übernommen, sondern der vhs-Verein müsse das selbst stemmen. „Meines Erachtens können wir das machen“, betonte Kittenrainer. „Unseren Ort kommt es nicht teurer.“

Damit möchte die Gemeinde der ehrenamtlich geführten vhs einerseits ihre Wertschätzung erweisen. Andererseits schafft sie somit gleich eine Grundlage, falls die sich zu einem späteren Zeitpunkt einmal entscheidet, dem Kreisverband doch noch beizutreten. „Dann wären exakt die gleichen Kosten fällig.“ Dem Vorschlag des Bürgermeisters schloss sich der Gemeinderat einhellig an.

Die zweite Anfrage der vhs an die Gemeinde betrifft den Keller im katholischen Kindergarten. Dort findet der Töpferkurs statt. „Diesen betreibt die vhs dort seit über 30 Jahren sehr erfolgreich“, berichtete Kittenrainer. Jetzt gebe es jedoch ein Problem, denn der Kindergarten benötigt die Räume nun selbst wegen des steigenden Platzbedarfs der Hort- und Krippenkinder – der Raum werde im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben als zusätzlicher Ruhe- und Kreativraum benötigt. Kittenrainer: „Es ist schade, dass die vhs dort raus muss. Aber natürlich hat in dem Haus, das primär Kindergarten und Pfarrhaus ist, die Kinderbetreuung Priorität.“

Damit die vhs nun nicht auf der Straße sitzt, schlug der Bürgermeister als Lösung den Tischtennisraum im Rathaus vor. Dort könnte der Töpferkurs zukünftig abgehalten werden. Stören dürfte das niemanden, denn in Kittenrainers sechsjähriger Amtszeit habe er dort kaum jemanden jemals spielen sehen. „Einmal im Jahr gibt es hierfür eine Gäste-Anfrage. Aber die Zeiten, wo der Tischtennisraum jede Woche in Betrieb war, sind vorbei.“

Der Gemeinderat steht somit geschlossen hinter der Entscheidung für die Raumumnutzung durch die vhs. Allerdings fragte vor der Abstimmung Klaus Weilbach (CSU) nach, ob der Raum auch brandschutzsicher sei, und Hanno Acher (FWG) erkundigte sich nach einer notwendigen Installation einer Abluftanlage für Hitze und Geruch – damit der Brennofen, der aus dem Kindergarten nun ins Rathaus umzieht, dort auch sicher und fachgerecht in Betrieb gehen kann. Beides bestätigte der Bürgermeister. Und abschließend wünschte er der Volkshochschule Bayrischzell „auf ihrem weiteren Weg in die Unabhängigkeit viel Erfolg“.

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