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Blumen zum Abschied: Bürgermeister Georg Kittenrainer und Schulamtsdirektorin Ursula Weiss-Brummer (r.) bedankten sich bei Michaela Frohberg für ihre Arbeit in Bayrischzell.

Bayrischzeller Konrektorin Michaela Frohberg verabschiedet

Was es mit dem Motschekiebchen auf sich hat

Bayrischzell - Grundschule, Gemeinde und Schulamt haben die Bayrischzeller Konrektorin Michaela Frohberg verabschiedet. Die 43-Jährige geht aus familiären Gründen zurück nach Sachsen.

Ein letztes Mal sperrt Michaela Frohberg die Eingangstür auf und betritt die mit Schülerbildern tapezierte Eingangshalle der Grundschule Bayrischzell. Ihr Blick schweift dabei über Momentaufnahmen vieler Schülergenerationen, die ihre Spuren hinterließen. Den Weg dafür hatte Frohberg geebnet. 17 Jahre lang war sie in Bayrischzell Lehrerin und seit 2002 stellvertretende Schulleiterin. Dabei unterrichtete sie immer die ersten Jahrgangsstufen. Nun kehrt sie aus familiären Gründen zurück in ihre alte Heimat Sachsen, um dort im kommenden Schuljahr als Konrektorin an der Grundschule in Borsdorf zu unterrichten.

Es war eine Entscheidung, die der 43-jährigen Neuhauserin nicht leicht viel. „Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge“, seufzt Frohberg. Ihre blauen Augen schimmern feucht, als sie die bereits für die Ferien leer geräumten Klassenzimmer betrachtet – ihre ganz persönlichen Lebensabschnittsräume. Dann lächelt sie, schöne Erinnerungen an vergangene Tage zwischen Tafel und Schulbänken blitzen auf.

„Motschekiebchen“, flüstert sie und erklärt: „Das bedeutet Marienkäfer auf Sächsisch.“ Das gepunktete Glückstierchen habe sie ihr ganzes Schulleben über in Bayrischzell begleitet. Im Unterricht brachte Frohberg ihren bayrischen Schülern gerne mal sächsische Mundartbegriffe näher. Dessen Lieblingswort war stets das Motschekiebchen. Daraufhin wurde das Wort zur fixen Figur im Sportunterricht, und Frohbergs Wortschöpfung hallt heute durch die Bayrischzeller Turnhalle – dann plumpsen die Kinder auf den Rücken und zappeln wie wild. Zum Abschiedsfest in der Grundschule überreichten Frohbergs Schüler selbst gebastelte Eigenkreationen vom rot-schwarzen Siebenpunkt und wünschten ihr Glück im neuen Lebensabschnitt.

Nach Bayern verschlug es die Lehrerin nach ihrem Lehramtsstudium in Leipzig im Jahr 1996. Frohberg begann ihr Referendariat an der Grundschule in Bad Wiessee, zwei Jahre später schloss sie es in der Schule Warngau mit dem Staatsexamen ab. Während dieser Zeit hatte sie ersten Kontakt zu Bayrischzell. „Ich war damals mit meiner Klasse in der Jugendherberge am Sudelfeld“, berichtet sie, „und habe sofort mit Bayrischzell geliebäugelt.“ Bis es zu einer Festanstellung kam, musste Frohberg noch ein weiteres Jahr warten. „Diese Zeit habe ich als Horterzieherin an meiner Heimatschule in Engelsdorf überbrückt.“

Als Bayrischzeller Lehrerin hat Frohberg die Grundschule das erste Mal im September 1999 betreten. Und als der damalige Rektor Anton Wegscheider 2013 in Ruhestand ging, wäre Frohberg eigentlich seine offizielle Nachfolgerin geworden. Aufgrund der geringen Schülerzahl strich das Schulamt aber die Rektorenstelle in Bayrischzell, schloss die Schule mit Elbach zusammen. Der dortige Schulleiter Willi Nußbaumer betreut seitdem beide Einrichtungen.

Frohbergs Konrektorenstelle in Bayrischzell bleibt vorerst offen, ihre Klasse wird eine noch zu benennende Lehrkraft nächstes Schuljahr übernehmen. Die 43-Jährige nimmt ein Stück Bayern mit in ihre Heimat: „Meine Schüler brachten mir auch dialektale Wörter wie ,Oachkatzlschwoaf‘ bei“, erzählt sie. Vielleicht schließen ihre sächsischen Schüler das bayrische Eichhörnchen ebenso ins Herz wie die bayrischen Schüler den sächsischen Marienkäfer.

Daniel Wegscheider

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