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Sieht toll aus, ist aber nicht ungefährlich: Airboarden.

Es geht um Schadensersatz

Beide Beine gebrochen: Flughafen München verklagt Airboard-Veranstalter

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Eine Flughafen-Angestellte hat sich beim Airboarding an der Brecherspitz beide Oberschenkel gebrochen. Nun verklagt der Konzern den Veranstalter aus Bayrischzell auf Schadenersatz.

Schliersee/Bayrischzell/München – Der Ausflug war geplant als Freizeitausgleich zum Schulungsalltag. Für eine Marketingangestellte (29), die mit rund 20 Kollegen vom Flughafen München an der Fortbildung teilnahm, endete der Trip in die Berge mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus. Beim Airboarding – dabei rutschen die Teilnehmer auf einer Art Luftmatratze eine verschneite Abfahrt hinunter – an einem Seitenhang der Brecherspitz in Schliersee war die junge Frau in eine eiserne Wasserwanne gefahren, die unter dem Schnee verdeckt war. Sie brach sich beide Oberschenkel und konnte ein halbes Jahr nicht arbeiten.

Nun verklagt die Flughafen München GmbH den Veranstalter, eine Firma aus Bayrischzell, auf Schadenersatz. Konkret geht es dabei unter anderem um die Lohn-Fortzahlung in Höhe von rund 11.000 Euro während der Krankschreibung. Aus Kläger-Sicht hatte der Veranstalter den Hang vorab nicht ausreichend geprüft.

Am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht München II gaben die beiden Guides, die mit der Flughafen-Gruppe am Hang waren, ihre Einschätzung ab, ob dieser aus ihrer Sicht befahrbar war. Selbst ausgesucht hätten sie die Abfahrt nicht, sagte einer der Guides, der 36-jährige Veranstaltungsleiter. „Ein Büro-Mitarbeiter arbeitet mit dem Kunden das Gesamtpaket aus und gibt uns die Route dann vor.“ Vor Ort seien die Gegebenheiten optimal gewesen: „Blauer Himmel, schönes Wetter und super Schnee“. Und auch die Abfahrt schien den beiden Guides geeignet. „Der Hang ist relativ flach. Und ich wusste, dass dort schon öfter Airboard gefahren wurde“, sagte sein 31-jähriger Kollege aus. „Wenn ich den Hang für zu gefährlich erachtet hätte, hätte ich die Teilnehmer nicht runtergeschickt.“

Auf etwaige Hindernisse auf und unter der Schneedecke habe man die Gruppen hingewiesen, sagten die Guides. Was die 29-jährige Geschädigte wiederum bestätigt. „Wir sollten auf Steine achten“, sagte sie im Zeugenstand. „Der Schnee war noch frisch und auf der Strecke haben die Steine immer wieder rausgeschaut.“ Nur von der Eisenwanne habe sie nichts gewusst. Genauso wenig wie die beiden Airboard-Guides.

Wie der Landwirt, dem der Hang gehört, aussagte, steht die Wanne dort schon seit Jahren. Sie fungiert als Viehtränke, wenn im Sommer die Kühe auf dem Hang grasen. Dass dieser im Winter für Airboarding genutzt wird, habe er nicht gewusst.

Dadurch, dass die Wanne offenbar komplett vom Schnee bedeckt war, sah die Richterin die beiden Guides auch nicht in der Verantwortung. Viel mehr hätte sich der Veranstalter frühzeitig mit dem Bauern in Verbindung setzen müssen oder im Sommer prüfen müssen, ob es dort Hindernisse gibt. Sie sah daher eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegen. Ein Urteil fällte sie gestern nicht. Die Verhandlung wird im Februar fortgesetzt.

fp

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