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Verlief nicht ohne Widerstände des Brautpaars: die Trauung auf dem Misthaufen am Miesbacher Habererplatz.

Bettelhochzeiten in Miesbach und Bayrischzell

Diese beiden Ehen halten eh nicht lang

Miesbach/Bayrischzell - Zwei Bettelhochzeiten haben am Samstag im Landkreis das Faschingsvolk auf Trab gehalten. Nicht ganz ernst gemeinte Eheschließungen fanden in Bayrischzell und Miesbach statt.

In Bayrischzell gaben sich die Braut Michelin de Gaugler vo Ruschedewand (Michael Gaukler) aus Geitau und Ruffus, der roudbaggerde Woid- und Wosserwiesnhengst (Raphaela Scharmann), das Ja-Wort. Die Trauung nahm Hanno Acher als Standesbeamtin vor. Auch die Zuschauer waren sehenswert. In der Ortsmitte von Bayrischzell brüsteten sich gestandene Mannsbilder in ihren Dirndln, die Garderobe reichte dabei von Tradition bis zum krachert-kitschigen Modell Oktoberfest. Und umgekehrt stampfte das Weibsvolk mit ausgestopften Wampen, mit Janker, Lederhose und aufgeklebtem Bart zum Kurpark, um dort der standesamtlichen Zeremonie beizuwohnen.

Ein schönes Paar: Vor herrlicher Kulisse verheiratete die Standesbeamtin (Hanno Acher; l.) in Bayrischzell die Braut Michelin (Michael Gaukler) und den Bräutigam (Raphaela Scharmann).

Musikalisch begleitet wurde die Trauung vom singenden nymphomanischen Nonnenensemble aus St. Augustin. Unter der Leitung von Gräthi Fisch (Martin Wegscheider) stimmte der Männerchor seine Kirchenschlager an. Kritisch schmetterte er zur Musik des Bayrischzeller Liedes abschließend einige Gstanzl: „Kennt ihr den Ort im Alpvorland, wo zur Weihnachtszeit ois blüad, da Himme strahlt blau und zum Woidfest schütts wia d’Sau.“

Etwa zur selben Zeit fand auch auf dem Miesbacher Habererplatz eine Vermählung statt. Auf dem Misthaufen standen die leitnhaxade, kuglschubsade Tomalia Funknprazlerin vo de Kreizbugladn (Thomas Schäffer) und der Valtl, der ziznzuzladn Bluatbanscher vom Botznberg (Veronika Babl). Die Trauung nahm Wolfgang Ober als Standesbeamter vor, der am Gelingen der Ehe allerdings gewisse Zweifel hegte. „Absolut eheuntauglich, verlottertes Leben, Besserung eh nicht in Sicht, keine guten Voraussetzungen für eine gemeinsame Zukunft“, ließ er die beiden in aller Öffentlichkeit wissen.

Bettelhochzeiten im Landkreis Miesbach: Bilder

Macht nichts, denn offenbar ist in beiden Fällen eine lange und herzliche Zweisamkeit sowieso nicht vorgesehen: Die Scheidungstermine soll bereits für Aschermittwoch anberaumt worden sein.

dwe/me

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