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Drähte in die Welt: Der Breitbandausbau genießt in den meisten Gemeinden hohe Priorität. 

„Wir sind jetzt gefordert zu handeln“

Breitbandausbau: Bayrischzell sichert sich Fördermittel-Nachschlag

Bevor der Freistaat seinen Zuschuss abschließt, möchte Bayrischzell den Breitbandausbau an unterversorgten Gehöften und Ortsteilen noch einmal vorantreiben. In einem dritten Förderverfahren.

Bayrischzell – Bürgermeister Georg Kittenrainer stellte jetzt im Bayrischzeller Gemeinderat die letzten Förderschritte vor – bedacht mit unterirdischem Glasfaseranschluss oder Verteiler werden nun der Ortsteil Dorf, das obere Sudelfeld sowie der Abschnitt vom alten Oswald-Sägewerk bis hin zur Siedlung an der Landesgrenze bei der Bäckeralm. Wie berichtet, ist Bayrischzell als erste Gemeinde im Landkreis ins Breitband-Förderverfahren des Freistaats eingestiegen. Im Jahr 2014 hatte der Gemeinderat für den DSL-Ausbau gestimmt, der die Ortsteile Osterhofen und Geitau mit bis zu 30 Megabit (Mbit) pro Sekunde ans Netz angeschlossen hat. Bewohner im Ortskern surfen derweil mit 50 Mbit/Sekunde im Netz.

Das Förderprogramm endet nun in diesem Jahr. Der Gemeinderat beschloss daher einstimmig, die noch verfügbaren Fördermittel zum Breitbandausbau noch einmal anzuzapfen, da die genannten Gemeindebereiche gegenwärtig laut Förderprojekt noch nicht ausreichend mit den geforderten Bandbreiten von 30 MBit/s versorgt werden. Nach Abschluss der Markterkundung durch die Fachfirma Corwese wurde der aktuelle Ausbaubedarf festgestellt: Von den zugeteilten Fördermitteln in Höhe von 970 000 Euro sind nach der jetzt abgeschlossenen Ausbaustufe noch 747 000 Euro verfügbar. Die geschätzten Kosten für die Maßnahmen betragen laut Gemeindegeschäftsleiter Josef Acher rund 560 000 Euro. Dazu kommen noch nicht kalkulierte Kosten für eine Leerrohrverlegung von Bayrischzell zum Skigebiet Sudelfeld. Für die Gemeinde bestehe ein Kostenanteil von 20 Prozent abzüglich der Fördersumme.

Ein Sorgenkind bleibt dagegen Hochkreuth: Dieser Bereich könne per Glasfaserkabel derzeit nicht erschlossen werden, da die Grabarbeiten dorthin zu aufwendig wären. „Nach Hochkreuth hoch sind es zwei Kilometer Strecke mit Felsuntergrund“, sagte Acher zur Leitungsproblematik. Laut Kittenrainer wäre eine Möglichkeit, die dortigen Berghöfe in der Zukunft mit einer „vernünftigen“ DSL-Anbindung zu versorgen, indem sie per Funkverbindung über den Wendelstein ans Breitbandnetz angeschlossen werden.

Den weiteren DSL-Ausbau hat die Gemeinde nun also erst mal per Grundsatzbeschluss erlassen. Heißt: Konkrete Anschlussbaumaßnahmen werden noch einmal gesondert beschlossen. Daher könne im Rahmen einer Ausschreibung zum DSL-Ausbau „das ein oder andere Projekt noch einmal herausfallen“, betonte der Rathaus-Chef. „Wir sollten die Fördersumme nutzen, bevor die Förderperiode vorbei ist“, sagte Kittenrainer. Vize-Bürgermeister Egid Stadler schloss sich dieser Meinung an: „80 Prozent Förderung wird es nie mehr geben, daher sind wir jetzt gefordert zu handeln.“ Für einen Kurort mit Tagungstourismus sei ein guter Internetanschluss ohnehin „sehr wichtig“, untermauerte Projektleiter Willy Kravanja.

Daniel Wegscheider

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