Heftige Unwetter wüten in Bayern: Mehrere Orte unter Wasser - dramatische Rettungsaktion für weggespülte Autofahrer

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Generalsanierung, Umbau in ein Naturfreibad oder Schließung? Der Bayrischzeller Gemeinderat lässt die Bürger im Herbst über die Zukunft des Alpenfreibads abstimmen.
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Derzeit geschlossen: Bürgermeister Georg Kittenrainer im Alpenfreibad in Bayrischzell. Ob das Bad jemals wieder öffnet, entscheidet sich im Herbst.

Bayrischzeller stimmen über Zukunft der Freizeiteinrichtung ab

Bürgerentscheid zu Alpenfreibad im Oktober

Generalsanierung, Umbau in ein Naturfreibad oder Schließung? Der Bayrischzeller Gemeinderat lässt die Bürger im Herbst über die Zukunft des Alpenfreibads abstimmen.

Bayrischzell – Als Georg Kittenrainer ein Bub war, hat auch er wie viele andere Bayrischzeller Kinder im hiesigen Warmfreibad das Schwimmen gelernt. Jetzt ist er Bürgermeister und kann nicht nur in romantische Erinnerungen vergangener Tage eintauchen, sondern muss auch die harten Fakten studieren. Und die sind deutlich: Das Alpenfreibad hat bei Betrieb ein jährliches Defizit von rund 180 000 Euro – laut dem Rathauschef ist es wohl „das teuerste Schwimmbad in ganz Bayern“. Derzeit hat es geschlossen.

Gemeinderat Jupé legt Sanierungskonzept vor

Einen Vorschlag, wie das Bad in seiner jetzigen Form und Größe erhalten werden könnte, legte Albert Jupé in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor. Der FW-Gemeinderat hatte sich viel Arbeit sowie Gedanken über ein detailliertes Sanierungskonzept gemacht. Bei mehreren Ortsterminen besuchte er zusammen mit einem Ingenieur und diversen Fachfirmen das Alpenfreibad. Um Strom zu sparen, könnte eine Luftwärmepumpe, die per Fotovoltaik Strom erzeugt, die ansonsten jährlichen Kosten von 37 000 Euro zum Beheizen des Schwimmbads obsolet machen. Fällig ist auch der Austausch der alten Chloranlage. Jupé schlägt eine Desinfektionsstation als Granulat-Anlage vor. Bei dem Material handle es sich um „keinen Gefahrenstoff wie Chlor, und es braucht zur Bedienung auch keinen gelernten Bademeister“. Zudem könnte durch die neue Abdichtung der Wasserverlust soweit minimiert werden, „dass sich eine Beckenfolierung eventuell erübrigt“.

Weitere Baumaßnahmen: der Neubau eines Schwallwasserbeckens, damit das Wasser chemisch aufbereitet und beheizt ins System zurückläuft, anstatt wie jetzt in die Kanalisation. Nicht mehr zeitgemäß auch Strömungstechnik und Filteranlage, die erneuert und ausgetauscht werden müssten. Unterm Strich beläuft sich das Sanierungskonzept auf 700 000 Euro – „dann wären wir wieder auf dem Stand der Zeit“.

Je nach Variante Kosten zwischen 700.000 und einer Million Euro

Bei der Finanzierung rechnet Jupé mit staatlichen Zuschüssen (150 000 Euro) sowie mit engagierten Bürgern, die sich über Crowdfunding zusammentun und spenden (50 000 Euro). Der potenzielle Restbetrag von 500 000 Euro kann laut Jupé über die Anhebung der Kurtaxe erwirtschaftet werden, „dann wäre in rund sieben Jahren alles bezahlt“. Zum Vergleich: Die Gemeinde rechnet für den Umbau in ein Naturfreibad mit einer Summe von rund einer Million Euro.

„Wir nähern uns kostenmäßig an“, entgegnete Kittenrainer. Das empfand auch Florian Müller (CSU) so. Dennoch fehlten ihm bei dem Konzept Kalkulationen für die Sanitärbereiche sowie für die Gastronomie. Auch Betreiber- und Personalkosten seien zu bedenken. „Das Schwimmbad ist ein Gesamtkonzept“, sagte er. Müller verglich auch die „niedrige Frequentierung“ (12 000 Besucher pro Saison) mit den Betriebskosten: „Aktuell kostet uns – auf vier Monate gesehen – jeder Tag 1500 Euro. Das ist ein Wahnsinn.“

Frage: „Soll die Gemeinde Bayrischzell eine Generalsanierung durchführen?

Die Zukunft des Schwimmbads liegt nun erst mal in den Händen der wahlberechtigten Einheimischen, die per Gemeindebrief informiert werden. Im ersten Schritt soll der Bürgerentscheid – für Oktober angesetzt – abklären, ob das Schwimmbad weiterhin betrieben wird. „Dann werden wir alle Kosten ehrlich und transparent auf den Tisch legen“, betonte Kittenrainer. Es gehe um das Geld von allen, da Gäste und Einheimische über eine mögliche Erhöhung der Kurtaxe und Steuern das Schwimmbad mitfinanzierten. Die Entscheidung wird mit einer Ja/Nein-Frage gefällt: „Soll die Gemeinde Bayrischzell eine Generalsanierung des Warmfreibads durchführen?“ Finden sich mehr Kreuze bei den Befürwortern, dann übernehmen wieder die Ratsmitglieder und diskutieren, ob es eine Generalsanierung oder ein Naturfreibad werden soll.

Alternativ wünschten sich Lukas Bucher (FWG) und Norbert Lill (FW) schon bei der Fragestellung eine konkrete Entscheidung über die Betriebsform. Sicher ist: „Geht der Bürgerentscheid negativ aus, wird das Schwimmbad nächstes Jahr nicht mehr aufgesperrt“, so Kittenrainer.

Daniel Wegscheider

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