+

Kommunalwahl

Alle auf einer Liste

Bayrischzell - Bayrischzell sieht einer "echten Personenwahl" entgegen.

Wie groß das Interesse der Bayrischzeller an der Kommunalwahl ist, hat sich am Montagabend bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof Zur Post gezeigt. Es fehlte an Platz für knapp 200 Besucher. In jeder kleinen Ecke wurden daher noch Stühle aufgestellt. „Wäre bei unserem Waldfest immer so viel los, wäre dem Skiclub schon viel geholfen“, scherzte etwa Franz Mühlbauer. Er zählt zu den 24 Kandidaten, die sich um eines der zwölf Mandate im Gemeinderat bemühen. Das Besondere: Alle Bewerber, egal von welcher Gruppierung, stehen auf einer gemeinsamen Liste. Ein Novum in Oberbayern.

168 von 174 Wahlberechtigten haben die Liste mit Kandidaten von CSU, Freien Wählern, Gemeinsam für Bayrischzell (GfB) und Ständevereinigung (StV) nun abgesegnet. „Wir haben im Gemeinderat so gearbeitet, dass es keinen Fraktionszwang gegeben hat“, erklärte Klaus Weilbach (GfB), der die Liste anführt. „Wir haben 24 Leute, die auf jeden Fall in den Gemeinderat wollen“, sagte Weilbach. „Es ist damit eine echte Personenwahl.“

Im Vorfeld war nicht alles so reibungslos abgelaufen wie am Montagabend. Zunächst gab es 29 Interessierte für 24 Plätze auf der Liste. Die Fraktionen entschieden sich schließlich für eine interne Wahl Anfang Januar. So ergaben sich letztlich die Listenplätze (siehe Kasten). Etwas mulmig war es den Initiatoren der gemeinsamen Liste um Weilbach, Georg Kittenrainer (CSU), Isidor Scharmann (FWG) und Egid Stadler (StV) vor Montagabend dennoch gewesen. Hätten mehrere Personen dagegen agitiert, wäre der Wahlvorschlag und damit die gemeinsame Liste gescheitert. Dann hätten die vier Fraktionen eigene Listen erstellen müssen. Das wäre aber gar nicht mehr möglich gewesen, weil beispielsweise der CSU-Ortsverband eine Ladungsfrist von zehn Tagen einhalten muss. Der Wahlvorschlag muss am 23. Januar - mit Fristverlängerung am 30. Januar - stehen. Bedeutet: Eine eigene Liste hätte wohl keiner mehr zusammenstellen können. In diesem Fall hätten die Wähler am 16. März zwölf beliebige Namen aufschreiben können.

Dazu kommt es nicht. Die Liste wurde bei fünf Gegenstimmen an genommen. „Nur querschießen, weil man querschießen will, bringt gar nichts“, sagte CSU-Gemeinderatsmitglied und Wahlleiter Andreas Bucher, der sich wie Bürgermeister Helmut Limbrunner, Ludwig Bleier, Rudi Wuttig (alle FWG) und Elisabeth Bauer (CSU) aus der Kommunalpolitik zurückzieht. „Schade ist nur, dass etwas wenig Damen auf der Liste sind“, sagte Bucher. Mit Burgi von Mengershausen, Heike Huber und Gerti Weingärtner sind es nur drei. Auf der Liste stehen im Übrigen auch die beiden Bürgermeisterkandidaten, Georg Kittenrainer (CSU) und Willy Kravanja (parteilos).

Marc Lamberger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnmobil-Einbrecher müssen in den Knast
Ihnen war egal, ob in den Wohnmobilen, in die sie einstiegen, jemand schlief oder nicht. Für ihre dreisten Einbrüche müssen zwei Rumänen nun in den Knast.
Wohnmobil-Einbrecher müssen in den Knast
AWO feiert 100-Jähriges: So hat sich der Kreisverband entwickelt
Die Arbeiterwohlfahrt feiert 100-jähriges Bestehen: Zeit, einen Blick in die Geschichte des Kreisverbands Miesbach zu wagen.
AWO feiert 100-Jähriges: So hat sich der Kreisverband entwickelt
Reider Markt: Besucher stürmen in Scharen nach Niklasreuth
Wos Scheens & wos Guads - und ziemlich wos los: Die vierte Auflage des Reider Markts hat erneut Scharen an Besuchern angezogen.
Reider Markt: Besucher stürmen in Scharen nach Niklasreuth
Dürr: Bürgermeister von Schliersee oder nichts
Die Freien Wähler in Schliersee haben ihren Bürgermeisterkandidaten nominiert. Abermals geht Michael Dürr ins Rennen
Dürr: Bürgermeister von Schliersee oder nichts

Kommentare