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Ansturm der Nachbarn aus Tirol: Das Skigebiet Sudelfeld zieht vermehrt Wintersportler aus dem Nachbarland an. 

Ansturm am Sudelfeld 

Darum locken unsere Skigebiete jetzt auch Österreicher

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Über einen Mangel an Bergen können die Österreicher eigentlich nicht klagen. Trotzdem zieht es immer mehr Familien aus Tirol zum Skifahren ans Sudelfeld. Warum, das erfahren Sie hier. 

Sudelfeld/Spitzingsee – Die Skigebiete am Sudelfeld und am Spitzingsee sind gefragt. Seitdem die Liftbetreiber viel Geld in moderne Sesselbahnen und leistungsstarke Schneekanonen investieren, machen sich immer mehr Wintersportler auf den Weg in diese Skiparadiese. Kurios: Vermehrt zieht es Familien aus Tirol zum Skifahren über die Grenze – insbesondere ans Sudelfeld.

Die Struktur der Gäste hat sich verändert. Das hat Egid Stadler, Sprecher der Vereinigten Liftbetriebe am Sudelfeld, in der vergangenen Saison einmal mehr beobachtet. „Es wird deutlich internationaler“, sagt er mit Blick auf Schneebegeisterte aus vielen verschiedenen Ländern, die nahe Bayrischzell zum Skifahren und Snowboarden zusammenkommen. Es seien nicht mehr nur Einheimische, Rosenheimer oder Münchener, die ihre Spuren im Schnee hinterlassen, sondern Menschen „von überall her“. Das Skigebiet habe sein Einzugsgebiet deutlich erweitert. Eine Entwicklung sei dabei besonders bemerkenswert. Immer mehr Familien aus dem benachbarten Tirol entdecken dem Bergbahn-Chef zufolge das Sudelfeld für sich.

„Sie kommen sowohl aus Kufstein und Umgebung über Thiersee, als auch aus dem Bereich rund um Erl und Niederndorf über Oberaudorf und die Tatzelwurmstraße zu uns“, erklärt Stadler. Heuer sei dieser Trend besonders auffällig gewesen. Insgesamt konnten Stadler und sein Team in der vergangenen Saison rund 175 000 Gäste an seinen Hängen begrüßen (wir berichteten).

Doch warum nehmen die Österreicher den Weg über die Grenze auf sich, obwohl die Skigebiete im eigenen Land mit Hunderten Pistenkilometern, Hochgeschwindigkeitsbahnen und Après-Ski bis zum Abwinken locken? Es geht wohl ums Geld.

Am Sudelfeld gibt es ein spezielles Angebot, das beiden Elternteilen und allen eigenen Kindern bis zum Alter von 15 Jahren erlaubt, an einzelnen Tagen spontan günstig Ski zu fahren. Auch die Alpenbahnen Spitzingsee können mit familienfreundlichen Angeboten aufwarten. Der Familien-Tagesskipass schlägt jeweils mit 80 Euro zu Buche. Noch preiswerter können Familien etwa die Pisten im Skigebiet Hocheck in Oberaudorf hinabwedeln. Eine Familientageskarte kostet hier – mit Kindern bis einschließlich 17 Jahre – 59,90 Euro. Zum Vergleich: Für diesen Familien-Preis gibt es in den großen Tiroler Destinationen nicht einmal die beiden Tageskarten für die Erwachsenen. Im Skigebiet Wilder Kaiser beispielsweise, zahlt allein ein Erwachsener 47 Euro für das eintägige Skivergnügen. Umso erfreuter zeigen sich die Liftbetreiber in der Region über den neuen Ansturm der Nachbarn aus der Alpenrepublik.

Die Investitionen in die Infrastruktur hätten sich auch im vergangenen Sommer gelohnt, ist sich Stadler sicher. Der neue Busparkplatz an der Talstation der Waldkopf-Sesselbahn samt Wendeplatz habe sich genauso bezahlt gemacht wie die Einrichtung neuer Skibuslinien.

Erstmals bestand in der vergangenen Saison die Möglichkeit, umsteigefrei von der Rosenheimer Innenstadt, von Bad Aibling und von zahlreichen Gemeinden im Inntal aus direkt zum Sudelfeld zu kommen. Als Antwort auf verstopfte Zufahrtsstraßen und voll belegte Parkplätze an besucherstarken Tagen setzen die Liftbetreiber laut Stadler seitdem vermehrt auf Anreisemöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im Mai soll es wie berichtet weitergehen mit der Modernisierung des Skigebiets. Dann folgt der lang ersehnte Spatenstich für Deutschlands schnellsten Achter-Sessellift zwischen Grafenherberg und Sudelfeldkopf. „Außerdem werden wir wieder erheblich in die Beschneiung investieren“, gibt Stadler einen Ausblick auf die kommende Saison, die in gut sieben Monaten starten soll. Was das Skigebiet am Spitzingsee – bei Familien ebenfalls beliebt – anbelangt, sind keine Neuerungen vorgesehen.

Martin Aerzbäck und Andreas Huber

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