Kindergarten St. Margareth Bayrischzell
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Traurig: Weil der TÜV ihnen ihre geliebten Spielgeräte (hinten) gesperrt hat, machen die Kinder des Kindergartens St. Margareth in Bayrischzell lange Gesichter. Inzwischen wurden sie abgerissen. Die Dorfgemeinschaft hilft zamm, damit neue Geräte angeschafft werden können und die Kinder wieder lachen.

Interview

„Der Zusammenhalt ist beeindruckend“: Kindergartenleiterin über die Hilfsbereitschaft bei neuen Spielgeräten

  • Christian Masengarb
    VonChristian Masengarb
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Vor 16 Jahren zimmerten die Eltern des Kindergartens St. Margareth in Bayrischzell Spielgeräte für ihre Kinder. Nun sammeln die Bayrischzeller für einen Neubau.

Bayrischzell – Vor 16 Jahren zimmerten die Eltern des Kindergartens St. Margareth in Bayrischzell ein Piratenschiff, ein Häuschen und eine Ritterburg als Spielgeräte für ihre Kinder. Heuer im Frühjahr schloss der TÜV die Geräte für immer. Seitdem helfen die Bayrischzeller zamm und sammeln Spenden für einen Neubau. Nun hoffen sie auf Unterstützung für die Zielgerade. In unserem Gespräch erklärt Einrichtungsleiterin Bettina Winkel, warum der Zusammenhalt der Bayrischzeller sie beeindruckt hat.

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„Der Zusammenhalt ist beeindruckend“: Kindergartenleiterin über die Hilfsbereitschaft bei neuen Spielgeräten

Frau Winkel, es herrscht bestes Spielplatzwetter, doch Ihre Kinder haben drei wichtige Spielgeräte verloren. Wie ist die Stimmung im Kindergarten?

Die Kinder sind traurig. Die Geräte fehlen ihnen. Im Moment sieht die Stelle, wo sie früher standen, sehr brach aus. Dort liegt nur noch Sand. Wir verstecken darin oft kleine Goldsteine. Die Kinder können dann auf Schatzsuche gehen und buddeln sich durch den Sand. Das macht ihnen Spaß. Ein gleichwertiger Ersatz ist es natürlich nicht.

Bettina Winkel, Kindergarten-Leiterin

Sie arbeiten aber an einem gleichwertigen Ersatz. Wie soll der aussehen?

Die alten Geräte hatten einige Eltern vor 16 Jahren selbst gebaut. Heute geht das nicht mehr, da macht uns der TÜV einen Strich durch die Rechnung. Wir haben mit den Kindern also in Katalogen Klettergerüste und Spielgeräte angeschaut und sie gefragt, welche ihnen gefallen. In Abstimmung mit dem Elternbeirat und dem Träger fiel die Wahl auf eine Ritterburg. Die Kosten belaufen sich auf 26 000 bis 35 000 Euro.

Puh, das ist viel Geld.

Ja, aber es könnte noch mehr sein. Wir sparen uns viel, weil uns die Eltern helfen: Die alten Geräte hätten aus Sicherheitsgründen mit Bauzäunen abgesperrt werden müssen. Wir haben uns gedacht: Bevor wir dafür Geld ausgeben, stecken wir es lieber ins neue Gerät. Neun Väter haben uns sofort kurz entschlossen im Juli bei strömenden Regen geholfen, die Geräte abzureißen. Sie werden auch das neue Gerüst abholen und aufbauen. Unterstützt wurden wir dabei auch von der Gemeinde und dem Bauhof. Diese Hilfe macht vieles leichter.

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Kindergarten Bayrischzell: Hoffnung auf Spenden im Crowdfunding

Beeindruckend. Trotzdem: Wie bekommen Sie als Kindergarten 35 000 Euro zusammen?

Auch das geht nur gemeinsam. Einen Teil werden der Träger und die Kommune aufbringen, einen anderen wollen wir über Spenden finanzieren. Unser Wunsch war ein adäquater Ersatz für die alten Spielgeräte, wo die Kinder sich nicht nur austoben können, sondern miteinander in Aktion treten. Etwas, wo die Fantasie angeregt wird, viele Spielideen entstehen, Kinder miteinander kommunizieren und sich später im Leben an die schöne Zeit auf dem Spielplatz erinnern. Klar, das ist ein großes Ziel. Aber dafür kämpfen wir.

Meinen Sie, es klappt?

Es sieht gut aus. Die Hälfte des Geldes haben wir schon. Es ist der Wahnsinn! Ich habe schon an vielen Einrichtungen gearbeitet. Aber so einen Zusammenhalt wie in Bayrischzell habe ich noch nie erlebt. Alle wollen uns unterstützen und fragen überall, ob jemand spenden will.

Noch fehlen aber tausende Euro. Wie bekommen Sie die zusammen?

Wir machen am 5. Oktober einen Erntebasar und eine Kindertombola und basteln im November Adventskränze. Wichtig ist aber vor allem: Wir werden ab Mitte September ein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform der Raiffeisenbank im Oberland starten. Wenn wir dort mindestens 2500 Euro Spenden sammeln, legt die Bank 2500 Euro drauf. Dadurch zählt jede Spende doppelt. Wir tun alles, damit auch zukünftige Generationen Bayrischzeller Kinder auf unserem Spielplatz Spaß haben.

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