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Alpenplus-Gebiete geben Tarife bekannt: Skivergnügen wird deutlich teurer

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Von: Gabi Werner

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An den Kassen der Bergbahnen wie hier am Stümpfling im Spitzingsee-Gebiet müssen die Brettlfans heuer um einiges tiefer in die Taschen greifen. Schuld ist die Energiekrise.
An den Kassen der Bergbahnen wie hier am Stümpfling im Spitzingsee-Gebiet müssen die Brettlfans heuer um einiges tiefer in die Taschen greifen. Schuld ist die Energiekrise. © Archiv Thomas Plettenberg

Lange hielten sich die Alpenplus-Skigebiete bedeckt, was die neuen Preise für die Liftkarten anbelangt. Doch nun ist es raus: Das Pistenvergnügen im Kreis Miesbach wird heuer deutlich teurer werden.

Bayrischzell/Spitzingsee/Rottach-Egern – Die Energiekrise macht auch den hiesigen Bahnbetreibern schwer zu schaffen. Schon im August hatten die Alpenplus-Partner daher angekündigt, dass man die Preise für die Skipässe erhöhen werde. Nun ist klar, dass der Preissprung am Sudelfeld in Bayrischzell und am Spitzingsee deutlicher ausfallen wird, als mancher vermutet oder gar befürchtet hatte. Beispiel Saisonpässe: Erwachsene zahlen für die Karte im Vorverkaufszeitraum (15. Oktober bis 15. November) nun 420 Euro, bislang waren es 360. Ein Aufschlag von 16,6 Prozent. Der Saisonpass für Familien kostet jetzt – sofern er frühzeitig erworben wird – 895 statt bisher 770 Euro. Beim Kauf ab 16. November müssen die Familien gar 995 Euro hinlegen.

Alpenplus-Skigebiete: Tageskarte übersteigt die Schwelle von 50 Euro nicht

Dass der satte Preissprung bei vielen Gästen nicht gut ankommen wird, ist Egid Stadler, dem Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH, durchaus bewusst. „Allerdings“, so sagt er, „liegen wir im Vergleich zu anderen Skigebieten wie etwa Garmisch Classic immer noch im günstigen Bereich“. Das betont auch Alpenplus-Pressesprecherin Antonia Asenstorfer. Die Schwelle von 50 Euro für die Tageskarte habe man in den Verbund-Skigebieten, zu denen neben Spitzingsee-Tegernsee und dem Sudelfeld in Bayrischzell auch das Brauneck in Lenggries (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) gehört, nicht überschritten.

Am Sudelfeld ist das Parken für Bahn-Gäste wieder kostenlos

So kostet die Tageskarte für Erwachsene am Sudelfeld – genauso wie am Brauneck – heuer 48 Euro. Bisher zahlten die Skifahrer und Boarder in Bayrischzell 42 Euro, was einem Plus von 14,3 Prozent entspricht. Beim Sudelfeld sparen die Lift-Nutzer allerdings an anderer Stelle ein: „Bergbahn-Besucher parken wieder kostenlos“, verkündet Asenstorfer. Zuletzt hatten die Gäste wegen der knappen Parkplatzkapazitäten eine Gebühr von fünf Euro berappen müssen. Noch etwas deutlicher fällt die Erhöhung für die Erwachsenen-Tageskarte im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee aus. Dort müssen die Brettlfans in dieser Saison 45 statt bisher 39 Euro hinblättern – eine Erhöhung von 15,4 Prozent.

Moderatere Erhöhung bei Kinderkarten: „Wollen familienfreundliche Skigebiete bleiben“

Während bei den Stundenkarten die finale Entscheidung zur Preisgestaltung noch aussteht, wurden die Preise für die Kinderkarten bereits festgezurrt. „Hier haben wir etwas moderater erhöht“, erklärt Asenstorfer. Schließlich seien die Alpenplus-Partner bestrebt, weiterhin als familienfreundliche Gebiete zu gelten. „Die Kinder sollen bei uns auch künftig Skifahren lernen können.“ Bedeutet im Klartext: Am Spitzingsee steigt der Preis für den Kinder-Tagesskipass von 19 auf 21 Euro, am Brauneck von 21 auf 23 Euro, am Sudelfeld immerhin von 20 auf 23 Euro.

Bahnbetreiber befürchten, dass Energiepreise durch die Decke gehen

„Wir wollen den Gast nicht über Gebühr belasten“, versichert Asenstorfer. Vor dem Hintergrund der explodierenden Preise für Diesel und Strom – so machen sowohl die Sprecherin als auch Sudelfeld-Geschäftsführer Stadler deutlich – sei den Bahnbetreibern aber keine andere Wahl geblieben, als die Preissteigerungen teils auf die Nutzer umzulegen. Noch bis Ende Dezember gebe es für viele Anlagen in den Skigebieten bestehende Verträge mit den Energieversorgern. Danach, so Asenstorfer, gelten neue Preise. Man müsse mit Erhöhungen um das Drei- bis Sechsfache rechnen.

An der Beschneiung wollen die Alpenplus-Gebiete nicht rütteln

Stadler ist klar, dass der Zeitpunkt kommen könnte, an dem sich mancher das Skifahren möglicherweise nicht mehr leisten kann. Auf der anderen Seite könnten es sich aber auch die Bahnbetreiber nicht leisten, „von vorn herein mit einem Defizit zu kalkulieren“. Denn so viel ist für Stadler klar: An der energieintensiven Beschneiung der Skigebiete lässt sich nicht rütteln. „Dann ist es gescheiter, du sperrst gleich zu.“ Auch Asenstorfer betont, dass es ohne die Produktion von Kunstschnee keine gesicherte Saison in den Alpenplus-Gebieten geben könne. „Wir werden aber versuchen, so energieeffizient wie möglich zu beschneien“, sagt sie.

Um Energie zu sparen: Sitzheizungen in Sesselliften bleiben aus

Dass die Bahnbetreiber weitere Einsparpotenziale nutzen möchten, hatten die Verantwortlichen bereits im August deutlich gemacht. So gibt es etwa Überlegungen, die Liftanlagen bei geringerem Besucheraufkommen langsamer laufen zu lassen oder auch die Sitzheizungen in den modernen Sesselliften nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Zugleich versichert Asenstorfer: „Wir wollen versuchen, unseren Gästen ein gutes Angebot bereit zu stellen.“ Immer vorausgesetzt, den Bahnbetreibern kämen keine behördlichen Auflagen dazwischen.

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