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Die Bande um den Sportplatz kommt weg und wird durch einen Zaun ersetzt – zum Lärmschutz

Am Dorfplatz in Bayrischzell

Ärger am Multifunktionsplatz: Ein Zaun gegen den Lärmstreit

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Die Multifunktionsanlage am Bayrischzeller Dorfplatz sorgt weiter für Ärger. Damit sich Anwohner nicht mehr über den Lärm beklagen, hat die Gemeinde sich eine Lösung überlegt. Die Bande kommt weg.

Bayrischzell – Jahrelang ärgern sich die Anwohner am Dorfplatz in Bayrischzell schon über den Lärm auf dem Multifunktionsplatz. Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) sagt: „Die Quelle des Ärgernisses ist die Bande.“ Bei jedem Ball, der dagegen kracht, poltert es wieder. Der Lärmstreit drohte sogar vor Gericht zu gehen. Jetzt scheint eine Lösung gefunden.

Drei Alternativen wurden geprüft, eine für gut befunden. Alternative eins: den Platz verlegen. Geschäftsleiter Josef Acher sagt: „Dafür haben wir keinen geeigneten Standort.“ Alternative zwei: eine Halle über den gesamten Platz bauen. Auch das streicht Acher schnell. Zu teuer. Alternative drei: die Bande abbauen. Genau das wird nun wohl gemacht. In einem Meter Abstand zum Platz soll stattdessen ein Zaun aufgebaut werden. „Das ganze muss ja trotzdem abgeschlossen sein“, sagt Acher.

Mit der Herstellerfirma will die Gemeinde die Möglichkeiten eines Zaunes besprechen und dann in der Junisitzung des Gemeinderats eine Baugenehmigung erstellen. Es wird mit Kosten in Höhe von 5000 Euro gerechnet. Die Bande soll verkauft werden. Acher sagt: „Dann können wir endlich mal Frieden in die ganze Sache bringen.“

Ob der Zaun tatsächlich den Frieden bringt, wird sich zeigen. Kittenrainer war oft mit den Anwohnern im Gespräch und weiß: „Denen wäre am liebsten, der Platz würde ganz verschwinden.“ Im Jahr 2013 war die Sportanlage für 58 000 Euro erbaut worden. Seither gibt es Streit. Im November 2016 schalteten einige Nachbarn dann einen Rechtsanwalt ein, der von der Gemeinde eine Lösung forderte. Kittenrainer sagt: „Wir haben das gemeinsam hinreichend diskutiert.“

Den Platz abzubauen, war für den Bürgermeister nie eine Alternative gewesen. „Der steht ganz bewusst dort.“ Und nicht beispielsweise am Fuße des Seebergs, wo sich auch die Tennisanlagen befinden. Im Winter liegt dort eine Menge Schnee, es ist extrem kalt und schnell dunkel – außerdem haben die Kinder dorthin einen weiteren Weg. „Zu der Anlage am Dorfplatz müssen die Kinder nicht über eine Bundesstraße“, betont Kittenrainer. Der Multifunktionsplatz bleibt also, wo er ist. „Und davon lasse ich mich auch nicht abbringen.“

Vielmehr soll die Sportanlage künftig auch in den Wintermonaten öfter nutzbar sein. Die Gemeinde will prüfen, ob eine Beleuchtung des Platzes möglich wäre. Zweimal die Woche könnte dort beispielsweise das Fußballtraining stattfinden – dann hoffentlich ohne verärgerte Nachbarn.

nip

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