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Ehrgeizige Pläne für Sonnenalm auf dem Sudelfeld

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Von: Stephen Hank

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Macht seinem Namen alle Ehre: der Berggasthof Sonnenalm auf dem Mittleren Sudelfeld.
Macht seinem Namen alle Ehre: der Berggasthof Sonnenalm auf dem Mittleren Sudelfeld. © Immovision

Ein beliebter Anlaufpunkt für Skifahrer und Bergwanderer auf dem Mittleren Sudelfeld soll neu belebt werden. Eigentümer Oliver Herbst plant die Sanierung des Berggasthofs Sonnenalm.

Bayrischzell – Sie liegt auf 1250 Metern Höhe inmitten des Skigebiets Sudelfeld und macht ihrem Namen alle Ehre: die Sonnenalm. Eigentümer Oliver Herbst, der die Immobilie im vergangenen Sommer von Georg Gnädig übernommen hat, legte der Gemeinde jetzt einen umfangreichen Bauantrag zur Innen- und Außensanierung des Gebäudes vor. Zudem ist der Neubau eines Nebengebäudes zur touristischen Nutzung geplant, wie Geschäftsleiter Josef Acher jetzt in der Sitzung des Bayrischzeller Gemeinderats berichtete. Schon 2017 gab es Pläne für die Sonnenalm, doch Gnädig setzte sie nie um.

„Alten Charme wiederauferstehen lassen“

Herbst will nun Nägel mit Köpfen machen. „Wir wollen den alten Charme wiederauferstehen lassen und einen Ort der Erholung schaffen, an dem man sich wohlfühlt“, sagt der Geschäftsführer der Immovision Property GmbH mit Sitz in Starnberg auf Nachfrage unserer Zeitung. Ein Freund hatte ihn schon vor vielen Jahren auf die Alm aufmerksam gemacht. Im vergangenen Winter war er einige Male oben und verliebte sich in das Objekt.

Seine Pläne sehen, so wurde im Gemeinderat bekannt, eine Erweiterung der Terrasse auf der Ostseite vor. Der Windfang auf der Westseite wird verlängert, dort entsteht auch der neue Eingangsbereich. Innen plant Herbst eine offene, zentral gelegene Schauküche, eine neue Anordnung der Gasträume sowie die Sanierung der sanitären Anlagen. Im Obergeschoss sieht der Bauantrag neben einer Ferien- auch eine Betreiberwohnung vor. Ebenso sollen in den beiden Stockwerken Personalzimmer eingerichtet werden. Aus Sicht der Verwaltung alles keine erheblichen Baumaßnahmen, weil der Umbau hauptsächlich „intern neu organisiert wird und eine gestalterische Verbesserung“ mit sich bringe, betonte Geschäftsleiter Acher.

Die neue Sonnenalm vom Westen aus gesehen.
Die neue Sonnenalm vom Westen aus gesehen. © Immovision

Die größere Baustelle entsteht neben dem Hauptgebäude auf der Südwestseite: Dort möchte Herbst anstelle eines bestehenden Gebäudes einen zehn mal zehn Meter großen Bau zur zusätzlichen Bewirtschaftung aufstellen. „Zum Imbiss- und Straßenverkauf“, erklärte Acher. Im Obergeschoss des Nebengebäudes ist ein Ferien-Apartment geplant, erschlossen durch eine Außentreppe. Aus Sicht der Planung ist das Vorhaben „eine angemessene Erweiterung eines zulässigen Gewerbebetriebs“. Auch Wasser- und Kanalerschließung seien vorhanden.

Bürgermeister findet Projekt „unterstützenswert“

Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) begrüßte die Sanierung der Gastronomie mit Zimmervermietung: „Es gibt nix Schlimmeres, als wenn Häuser immer weiter herunterkommen“, sagte er. Deshalb sei das Bauvorhaben zukunftsorientiert und vonseiten der Gemeinde nur „unterstützenswert“. Insbesondere der Außenverkauf treffe den Zeitgeist, wenn dieser so umgesetzt werde.

Auch Egid Stadler (CSU), Vize-Bürgermeister und Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH, sah das so. „Wir haben von Haus aus zu wenig Gastronomie am Sudelfeld.“ Deshalb sei er froh über die Sanierung. Gerade die Sonnenalm auf dem Mittleren Sudelfeld sei seit jeher „ein wichtiger und gut laufender Betrieb“. Zuletzt hatten Pläne für eine neue Seilbahn zum Sudelfeld für Gesprächsstoff gesorgt.

Eigentümer glaubt an „goldene Zukunft des Sudelfelds“

Auch Herbst sieht das Potenzial. „Ich glaube an eine goldene Zukunft des Sudelfelds“, erklärt der Immobilienkaufmann. Stimmt nach der Gemeinde auch das Landratsamt seinen Plänen zu, will er schon im Sommer im Keller und Erdgeschoss des Hauptgebäudes mit den Arbeiten starten. Die Wiedereröffnung ist für die Wintersaison 2022/2023 geplant. Im Sommer 2023 geht es dann mit der Sanierung des Obergeschosses weiter. Herbst muss die Renovierung auf zwei Jahre strecken, weil die schneefreie Zeit zu kurz ist, um mit den erforderlichen Baumaschinen ausreichend lange nach oben zu kommen. Ist alles fertig, kann man die Sonnenalm sogar exklusiv mieten. Die Gastronomie im Erdgeschoss bleibt dabei aber stets für Skifahrer und Wanderer geöffnet, betont der Eigentümer.

Küchenchef kommt von den Hermannsdorfer Landwerkstätten

Derzeit hat die Alm mit einem kleinen Pop-Up-Kiosk, einem Gastraum sowie der Terrasse geöffnet. Die Karte ist überschaubar, mehr lassen Küche und Übergangskonzession aktuell nicht zu. Küchenchef ist Thomas Thielemann, der 28 Jahre das Schweinsbräu bei den Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn geführt hat. Später kochte er eine Zeit lang im Feichtner Hof. Er wird der Sonnenalm mit seiner regionalen Küche auch künftig seinen kulinarischen Stempel aufdrücken. „Der Umbau macht eine größere Investition erforderlich“, gesteht Herbst. „Ich bin aber überzeugt, dass sie sich langfristig rechnet. Wir sind mit dem Standort – im Winter mitten auf der Piste und im Sommer in diesem herrlichen Landschaftsraum – überglücklich.“

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