Nummernschild von Quad auf Dodge montiert

Falsche Kennzeichen: Bayrischzeller (57) muss blechen

Er hatte das Kennzeichen eines Quads auf einen Dodge Ram geschraubt. Deshalb wurde ein Bayrischzeller zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Polizei erwischte ihn nur durch Zufall.

Hausham/Bayrischzell – Er hat ein Nummernschild für ein anderes Fahrzeug verwendet und zudem keine deutsche Zulassung auf seinen Wagen gehabt. Deshalb musste sich ein 57-jähriger Bayrischzeller jetzt vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Zum Vorwurf der Urkundenfälschung sagen wollte der Mann nichts. Nur durch einen Zufall kam die Miesbacher Polizei dem Mann auf die Schliche.

Bauarbeiter informierten die Beamten im März vergangenen Jahres, dass am ehemaligen Edeka-Parkplatz in Hausham ein Dodge Ram stünde und die Bauarbeiten blockiere. Als eine 32-jährige Polizistin an besagter Stelle eintraf, überprüfte sie das Kennzeichen des Fahrzeugs. „Das Kennzeichen war auf ihn zugelassen“, sagte sie vor Gericht und meinte damit den Bayrischzeller. „Aber nicht für den Dodge Ram, sondern auf ein Quad.“ Das gehört ebenfalls dem Angeklagten.

Der Beamtin fiel noch etwas auf: „Der Dodge hatte gar keine deutsche Zulassung.“ Die Kennzeichen soll der 57-Jährige laut Strafbefehl von seinem Quad abmontiert und am Dodge angebracht haben, was den Tatnachweis der Urkundenfälschung belegen würde. Ein weiterer Beamter der Miesbacher Polizei (33) bestätigte, „dass er ein Kurzzeitkennzeichen bekommen hat für die Überführung zum TÜV – aber eine normale Zulassung hat er für den Dodge nie bekommen“.

Die Staatsanwaltschaft war der festen Überzeugung, dass der Bayrischzeller die Tat begangen hat und plädierte auf eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen à 25 Euro. Rechtsanwalt Frank Zahnert nannte die Vorwürfe „wilde Spekulationen“. Man wisse nicht, wer die Kennzeichen wirklich am Dodge angebracht habe, sagte der Verteidiger des 57-Jährigen. „Das sind alles Vorwürfe, die in den Raum gestellt werden“, sagte Zahnert. Für ihn gäbe es nur eine richtige Lösung: Freispruch. Amtsrichter Walter Leitner pflichtete jedoch der Staatsanwältin insofern bei, dass sich der Bayrischzeller der Urkundenfälschung schuldig gemacht hat. Er verurteilte den Angeklagten zu 160 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Das Vorstrafenregister des 57-Jährigen half Leitner bei seiner Entscheidung. Immerhin enthält es elf Einträge – zwei davon mit Urkundenfälschungen in einem ähnlichen Bereich. „So einen Zufall gibt es nicht, dass jemand anders diese Kennzeichen auf den Dodge montiert hat“, war sich der Richter sicher. „Es scheint so, als würden Sie das mit der Straßenverkehrszulassung nicht ganz so ernst nehmen.“

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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