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Schluss mit dem Provisorium: Der Hort soll im Kindergarten seinen eignenen Bereich bekommen. Dort können (v.l.) Simon, Bettina Winkel sowie Elias und Nilan in Ruhe an den Hausaufgaben arbeiten.

Gemeinde Bayrischzell baut um

Hortgruppe bekommt eigenen Bereich

Schluss mit dem Provisorium, mit dem bislang die Grundschüler in Bayrischzell nach der Schule betreut werden. Für das neue Schuljahr gibt es eine Hortgruppe mit eigenen Räumen. 

Der Kindergarten St. Margareth in Bayrischzell heißt bald „Haus für Kinder“, da für das Schuljahr 2019/20 eine ganztägige Betreuung von 7.30 Uhr bis 16 Uhr (Freitag bis 14 Uhr) im Bayrischzeller Kindergarten gesichert ist. In der Gemeinderatsitzung am Montagabend beschloss das Gremium nämlich einstimmig die Einrichtung einer Hortgruppe, die Platz für bis zu zwölf Kinder bieten soll.

Im Zuge dessen wurde auch der Abschluss einer neuen Defizitvereinbarung mit der Kirchenstiftung dem Ordinariat München und Freising beschlossen und abgesegnet. Konkret beinhaltet diese: Die Kommune übernimmt nun 80 Prozent des Fehlbetrags.

Geänderte Anforderungen und Bedürfnise

„Die Kinderbetreuung hat sich verändert“, berichtete Bürgermeister Georg Kittenrainer. Während früher eher die Vormittagsbetreuung gefragt war, suchen Eltern heutzutage vermehrt das Angebot einer zusätzlichen Nachmittagsbetreuung. Insbesondere Grundschulkinder, die zur Betreuung nach der Schule in den Kindergarten hinauf gegangen seien, um dort zu essen und ihre Hausaufgaben zu machen.

Für Kittenrainer war diese Lösung nie optimal – er bezeichnete sie als „Notbehelf“, da dort zu wenig Platz gewesen sei. Darum habe die Gemeinde zusammen mit der Kindergartenleitung viele konstruktive Gespräche geführt, erklärte Kittenrainer.

Dabei zeigte sich: Ein Ausbau des Pfarrheims, in dem auch der Kindergarten untergebracht ist, sei nicht möglich. „Brandschutz und aktuelle Bauvorgaben sind aus finanzieller Sicht nicht schulterbar.“ Für die Hortkinder benötige es nämlich einen eigenen Hausaufgaben- und Spielraum.

Daher wurde die Gemeinde kreativ: Büroräume des Kindergartens werden nun in den Keller umgesiedelt und die dadurch freigewordenen Räume im ersten Stock zur Hortbetreuung freigegeben. Dennoch müsse „baulich ein bisschen was gemacht werden“, sagte Kittenrainer. Neue Toiletten und Trennwände in Trockenbauweise brauche es. Allerdings seien die Maßnahmen „überschaubar und nicht genehmigungspflichtig“. Alles in allem könne für rund 40 000 Euro umgesetzt werden. „Damit im Optimalfall ab dem Schuljahr 2019 eine vollwertige eigene Hortgruppe in Betrieb gehen kann.“

Kirchenstiftung besteht auf neuer Defizitvereinbarung

Ideal sei dort die Eingliederung für das Betreuungspersonal, „weil die Erzieherinnen gleich vor Ort sind“, erklärte der Rathauschef. Bisher hat die Gemeinde laut Vereinbarung mit dem Ordinariat zwei Drittel des Defizits aus dem laufenden Betrieb des Kindergartens übernommen. Allerdings sei dies in den vergangenen Jahren „in einem sehr überschaubaren Rahmen gewesen, weil der Kindergarten immer hervorragend besucht und gut geführt war“, lobte Kittenrainer. 2018 hat die Gemeinde laut Kämmerer Josef Teucher 2875 Euro dafür aufbringen müssen und für die Jahre 2016/2017 nichts bezahlt.

Die geplanten Umbauten laufen noch unter der aktuellen Defizitvereinbarung. „Die Kirchenstiftung fordert nun aber eine neue Vereinbarung mit 80 Prozent“, erläuterte Kittenrainer, da es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe handle. „Wir wären gerne bei der alten Regelung geblieben, aber dann hätte das Ordinariat den Umbau so nicht genehmigt.“ Daher empfahl Kittenrainer dem Gemeinderat, dem Beschlussvorschlag zu folgen: „Bisher war unser Hort ein Provisorium. Jetzt wird er was g‘scheids.“

dwe

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