Beliebt bei Wohnmobil-Campern ist der Stellplatz am Seeberg. Die Gemeinde stellt eine zusätzliche Stromsäule auf.
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Beliebt bei Wohnmobil-Campern ist der Stellplatz am Seeberg. Die Gemeinde stellt eine zusätzliche Stromsäule auf.

Gemeinde Bayrischzell reagiert auf Boom

Kein Platz für einen Campingplatz

Der Wohnmobil-Stellplatz am Seeberg in Bayrischzell erfreut sich steigender Beliebtheit: Darüber informierten jüngst in der Gemeinderatssitzung Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) und Tourismusleiterin Stephanie Hintermayr. Die Gemeinde reagiert.

Mehr Selbstversorger-Caravans benötigen nämlich auch mehr Strom. Daher will die Wendelsteinkommune nun auf dem Parkplatz neben den Tennisplätzen eine zusätzliche Stromsäule mit zwölf Anschlüssen aufstellen. Der Gemeinderat segnete die Anschaffung einstimmig ab.

Die Idee einer etwaigen Umwandlung eines Stell- zum Campingplatz wird dagegen erst einmal nicht realisiert. Bevor die Stecksäule installiert wird, muss die Gemeinde die Stromversorgung im Bereich Seeberg grundsätzlich erneuern. „Die aktuellen Kapazitäten reichen kaum für die angeschlossenen Gebäude und Anlagen“, berichtete Kittenrainer. Gemeint sind neben dem Wohnmobilstellplatz etwa Bauhof, Minigolfplatz, Eisschützen- und Musikheim sowie die Straßenbeleuchtung. Hierzu erstellen die Bayernwerke derzeit ein Angebot.

Die Kosten von 5057 Euro für die Stromsäule sind dagegen fix und werden laut Kittenrainer auch schnell rückfinanziert sein: 2019 erwirtschaftete die Gemeinde aus den Tagesstellplatzgebühren rund 17 000 Euro.

„Carvanreisen erleben gerade einen Boom“, betonte die Tourismusleiterin. Insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Krise, „da viele Gäste vermehrt im eigenen Wohnmobil verreisen, anstatt in ein Hotel zu gehen und sich dort den ganzen Hygienekonzepten unterzuordnen“.

Wie üblich präsentierte Hintermayr informative Statistiken: „Vergangenes Jahr sind die Verkaufszahlen um 13 Prozent gestiegen.“ In Zahlen ausgedrückt, seien dies 78 000 Wohnmobil-Neuzulassungen in ganz Deutschland. Touristisch betrachtet, beleben die Camper laut Hintermayr aber auch den Ort: „Sie gehen dort zum Essen und zum Einkaufen.“

Florian Müller (CSU) regte dem Trend folgend an, anstatt eines Stellplatzes für Wohnmobile lieber einen Campingplatz im Ort zu eröffnen und dafür von der Alpenregion Tegernsee-Schliersee ein mögliches Konzept erstellen zu lassen. „Der Boom wird sich weiter fortsetzen“, begründete er.

Kittenrainer schmetterte jedoch ab: „Ein Campingplatz ist sehr raumgreifend von der Fläche her.“ Neben Stellplätzen bedeute dies auch Gemeinschaftsräume, Sanitäranlagen sowie eine Gastronomie. Dafür habe die Gemeinde keinen Platz. „Viele Einheimische wünschen sich Bauland für Einfamilienhäuser.“ Sie haben seiner Meinung nach Priorität. Hintermayr ist dagegen auf Müllers Seite: „Wir sollten die Idee nicht ad acta legen.“

Daniel Wegscheider

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