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Nicht schön: Am Bahnhofsparkplatz türmt sich der Bauschutt.

Gemeinderäte genervt und empört

Lärm, Schutt und jetzt auch noch Graffel

Eigentlich taugt Bayrischzell als Bilderbuch-Bayern. Nicht aber, wenn man an die falsche Ecken schaut. Da finden sich Bauschutthaufen und Autofriedhöfe.

BayrischzellDie malerische Wendelsteingemeinde Bayrischzell wird bekanntermaßen regelmäßig in der ZDF-Fernsehserie „Frühling“ für die Kamera in schöne Bilder getüncht: Geranien vor beschaulicher Bergkulisse, saftige Wiesen, Bilderbuch-Bayern. Doch das Idyll kann an manchen Ecken täuschen. Das monierten jetzt im Gemeinderat die Mitglieder Hanno Acher (FWG) und Florian Müller (CSU). Sie stören sich derzeit an zwei Schönheitsfehlern, die nicht ins Ortsbild passen: ein staubiger und vermüllter Bauschutthaufen auf dem Bahnhofsparkplatz sowie schrottreife Autos, die ohne Nummernschilder auf diversen Privatparkplätzen verrosten.

Fuhrunternehmer Hanno Acher („Die Situation ist recht wild“) wohnt unweit vom Bayrischzeller Bahnhof und sieht den besagten Schutthaufen nicht nur täglich, sondern muss den verwehten Dreck auch vor seiner Haustüre und seinem Betriebsgelände wegkehren. Die Nerven der Nachbarn des entstehenden Familienhotels „Das Bayrischzell“ der Pletzer Resorts GmbH (geplante Eröffnung: Ende Juli) dürften ohnehin strapaziert sein, denn die Arbeiten auf dem einstigen AOK-Gelände sind im vollen Betrieb – Schmutz auf der Kranzerstraße und dort parkende Firmenautos inbegriffen. Und auch der besagte Schutthaufen ist ein Produkt der Bauarbeiten.

„Der Haufen wird nicht kleiner, sondern größer“, klagte Acher und schilderte: „Inzwischen ist es soweit, dass in der Nacht dort schon Graffel hingeschmissen wird, weil es anscheinend eh schon wurscht ist.“ Acher fordert deshalb: „Der Dreckhaufen muss weg!“ Auch um mehr Stellplätze auf dem Bahnhofsparkplatz freizuschaufeln, damit dort auch wieder alle Firmen- und Lieferfahrzeuge der Baustellenarbeiter parken können.

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Müller radelt öfters durch den Ort oder geht zu Fuß. Und dabei erspähte das Gemeinderatsmitglied bis zu zehn ganz andere „Baustellen“: „Es stehen vermehrt abgemeldete und zu verschrottende Autos herum.“ Als Plätze nannte Müller etwa den Bereich beim ehemaligen Oswald-Sägewerk oder an der Schlierseer Straße am Bayrischzeller Ortseingang. „Es kann nicht sein, dass ein Auto mehrere Jahre unangemeldet irgendwo herumsteht“, betonte er und forderte Geldbußen.

Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) weiß um das Problem, da ihn deswegen schon mehrere Bürger angesprochen haben: Da es sich aber um Privatgrundstücke handle, könne die Gemeinde hier nicht eingreifen, lediglich schriftlich ermahnen. Doch auch das helfe meistens nicht: „An den Besitzer des spitzen Grundstücks am Ortseingang haben wir ein Schreiben verfasst“, berichtete Kittenrainer. „Bis heute kam keine Antwort.“

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Rechtlich tätig werden könne die Gemeinde dagegen bei herrenlosen Autos auf öffentlichem Gelände oder im Wald, sagte Geschäftsleiter Josef Acher und erklärte: „Das Landratsamt klebt dann einen orangen Punkt auf das Fahrzeug, dann hat der Halter zwei Monate Zeit. Andernfalls wird dieses kostenpflichtig entsorgt.“

Entsorgen lassen will Kittenrainer auf jeden Fall den Bauschutthaufen am Bahnhof. Hierzu werde er ebenfalls ein Schreiben verfassen, kündigte der Bürgermeister an – in der Hoffnung, dass hier der Bauherr dem Ansinnen Folge leistet.

Daniel Wegscheider

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