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Parken mit Blick auf den Wendelstein: Wie hier auf dem Platz gegenüber der Sport Alm müssen Ausflügler fürs Abstellen ihrer Fahrzeuge Gebühren bezahlen.

Heimvorteil. Dauerkarte für Bayrischzeller

Wanderparkpätze: Einheimische bekommen Jahreskarte

Bayrischzell – Die Kassen der Gebührenautomaten auf den Gemeindeparkplätzen klingeln. Der Gemeinderat führt jetzt eine Jahreskarte zu 30 Euro für Einheimische ein.

Kürzlich beschloss der Gemeinderat eine Parkgebühr von drei Euro pro Tag und Fahrzeug für ihre Wanderparkplätze. Diese liegen gegenüber dem Bistro Sport-Alm und am Seeberg (bei der Minigolfanlage). Außerdem betrifft es die Stellplätze an der Tiroler Straße bei der Stockeralm und zum Sillberghaus hinauf. „Es läuft sehr gut“, sagte Bürgermeister Georg Kittenrainer. „Die Tagesausflügler, die hauptsächlich unsere Parkanlagen nutzen, akzeptieren den geforderten Beitrag.“

Den Antrag auf Einführung einer Jahreskarte für Gemeindebürger brachten Einheimische und Hüttenwirte auf den Weg, die besonders häufig die Wanderparkflächen nutzen. „Damit sie nicht für jeden einzelnen Tag extra zahlen müssen, wäre die Jahreskarte keine schlechte Sache“, betonte Kittenrainer.

Kritischer betrachtete der Rathaus-Chef dagegen die Überlegung, auch Gäste mit Gästekarte von den Gebühren zu entbinden – diese müssen auch zukünftig für das Tages-Parken die drei Euro berappen. „Das haben wir ganz bewusst so gemacht“, erklärte er. „Schließlich geben wir jedes Jahr schon rund 20 000 Euro aus, damit die Gäste kostenlos mit der Wendelstein-Ringlinie, dem RVO sowie dem Wander-Bus den Landkreis bereisen können.“ Bayrischzell lege bekanntlich Wert auf sanften Tourismus. Darum sei es laut Kittenrainer wichtig, dass Urlauber nicht mit dem eigenen Auto in der Gegend herumkutschieren, sondern die angebotenen öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Mit den Parkgebühren untermauere man das.

Diesen Argumenten schloss sich Florian Müller an: „Es gibt im Ort ja auch noch die Möglichkeit, Fahrräder oder E-Bikes zu leihen“, sagte er. Gegen die Gebührenpflicht für parkende Gäste stimmten Markus Kirner und Georg Reisberger. Ihrer Meinung nach werden die Kosten bereits mit dem Kurbeitrag sowie der Gästekarte abgedeckt. Einen weiteren Kritikpunkt brachte Klaus Weilbach an: „Wenn ich im Urlaub bin, möchte ich auch flexibel bleiben und dabei nicht abhängig von den Fahrzeiten des Wanderbusses sein“.

Die Gemeinderäte appellierten auch an die Vermieter im Ort, ihre Gäste auf die kostenlosen Verkehrsmittel hinzuweisen. „Dieser Weg ist das Ziel“, sagte Touristiker Willy Kravanja. „Der Gast soll sein Auto stehen lassen.“ Die Gemeinde verfolge damit das touristische Konzept, dass Urlauber, Tagesauflügler und Einheimische die völlige Ruhe der Natur auch genießen können. Zudem kämen die Gebühren auf ökologischem Wege dem Gast wiederum zugute. Bürgermeister Kittenrainer: „Mit den Geldern werden die Parkanlagen sowie das weitläufige Wandernetz rund um Bayrischzell wieder aufgewertet.“

Daniel Wegscheider

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