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Die Betreiber des Schlepplifts bei Grafenherberg wollen ihre Anlage nicht aufgeben und berufen sich auf eine unbefristete Verlängerung ihres Pachtvertrags. Der Fall muss nun vor Gericht entschieden werden.

Gerichtsverfahren bringt Zeitplan durcheinander

Streit um Pachtvertrag verzögert Achter-Sessellift

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Bayrischzell - Zu hohes Risiko beim Zeitplan: Die Liftbetriebe setzen die Ausschreibung bis zum Gerichtsurteil aus. Der geplante Baubeginn 2016 ist in Gefahr.

Bei der Vereinigten Liftbetriebe Sudelfeld GmbH ist man Kummer gewohnt. Schon beim Bau des Vierer-Sessellifts am Waldkopf gab es jede Menge Widrigkeiten zu klären, und auch der geplante Bau des Achter-Sessellifts von Grafenherberg zum Oberen Sudelfeldkopf gerät nun ins Stocken.

Grund ist ein laufendes Gerichtsverfahren. Konkret geht es um eine Fläche, auf der der Lift gebaut werden soll. Wie Egid Stadler, Geschäftsführer der Vereinigten Liftbetriebe Sudelfeld, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, klagt der Grundstückseigentümer gegen eine Familie aus Oberaudorf auf Räumung besagten Grundstücks, was diese jedoch ablehnt. Laut Stadler hatte die Familie den Grund bis 2013 gepachtet und dort ihren Schlepplift betrieben. Nach Ablauf des Vertrags pachtete die Liftbetriebs-GmbH das Areal für ihren geplanten Achter-Sessellift. Die Familie, die nicht Gesellschafterin der GmbH ist und auch deren Modernisierungspläne in bestehender Form nicht unterstützt, hatte das Nachsehen.

Stadler hält am Achter-Sessel fest

So weit ist alles klar. Jedoch wurde der Familie „im Sinne des nachbarschaftlichen Friedens“ (Stadler) gestattet, für zwei Jahre den Lift weiter zu betreiben. Vertraglich geregelt habe man das nicht, sagt Stadler. Aus heutiger Sicht ein Fehler, denn von der Begrenzung auf zwei Jahre – ursprünglich war der Bau des Sessellifts für 2015 geplant – wolle die Familie nun nichts mehr wissen. Sie gehe von einer unbefristeten Verlängerung aus – „durch schlüssiges Handeln“, wie Stadler erklärt. Nun muss das Gericht den Fall entscheiden.

Für Stadler ist es eine ärgerliche Angelegenheit. „Wir wollten damals nicht ohne Not einen intakten Skilift entfernen“, sagt der Geschäftsführer. „So konnte der Lift noch zwei Jahre laufen.“ Diese Kulanz falle der GmbH nun auf die Füße. Zwar klage nicht sie, sondern der Eigentümer des Geländes, doch angesichts der Ungewissheit über den Ausgang vor Gericht hat Stadler das Ausschreibungsverfahren gestoppt. Das heißt: Sollte selbst in Kürze ein Urteil vorliegen, wären die Baufirmen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis heuer wohl nicht mehr zu bekommen. Im schlechtesten Fall müsste der etwa dreimonatige Bau der rund 6,5 Millionen Euro teuren Liftanlage auf 2017 verschoben werden.

Dabei hatte die Liftbetriebs-GmbH wegen des Grafenherberglifts ohnehin schon den Standort für die Talstation der neuen Bergbahn verschoben, um einen Rechtsstreit mit unbestimmter Dauer zu vermeiden (wir berichteten). In der Folge läuft nun auch ein neues Verfahren am Miesbacher Landratsamt für den geänderten Bebauungsplan. Aktuell befinde man sich in der Phase, in der die Träger öffentlicher Belange Stellungnahmen abgeben, sagt Stadler. Am Achter-Sessellift hält er fest: „Rundherum wird modernisiert. Wir müssen mithalten, aber wir lassen uns auf kein Abenteuer ein.“

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