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Der ehemalige Kornspeicher auf dem Anwesen Oberlarchhof wird als Wohnung genutzt.

„Da wurde schon viel herumgebastelt“

Alter Kornspeicher bringt Gemeinderat ins Schwitzen

Bayrischzell - Erst Haus umbauen, dann den dafür benötigten Antrag stellen: Mit dieser kuriosen Anfrage befasste sich nun der Gemeinderat Bayrischzell.

Betroffen ist der denkmalgeschützte ehemalige Getreidespeicher auf dem Anwesen Oberlarchhof in der Sudelfeldstraße. Seit den 1970er-Jahren wird das denkmalwürdige Nebengebäude als Wohnfläche genutzt, ohne dass die Gemeinde die dafür notwendige Nutzungsänderung bekommen hätte, berichtete Bauamtsleiter Josef Acher. Nun stimmte der Gemeinderat einstimmig den bereits vorgenommenen Umbaumaßnahmen zu. Den etwas späten Haus- und Umbauantrag hatte der jetzige Mieter gestellt. Im Erdgeschoss befinden sich Wohnraum, Küche und Werkstatt, darüber Schlafzimmer und Bad. Zudem bietet ein Balkon einen Ausblick gen Süden. Von dort führt eine Treppe nach unten, um zwischen den beiden Etagen zu wechseln. „Ich weiß nicht, was dort alles schon Bestand war und was nicht“, sagte Acher. „Da ist in den vergangenen Jahrzehnten viel herumgebaut worden.“

Die Geschichte des denkmalgeschützten Traidkastens reicht bereits einige Jahrzehnte zurück, wie Bürgermeister Georg Kittenrainer berichtete. „Es ist kein unberührtes Baudenkmal mehr – da wurde bereits seit den 1960er-Jahren viel rumgebastelt“, sagte er. Darum sei es in seinem Sinne, jetzt eine vernünftige Nutzung zu gewähren und gleichzeitig das Baudenkmal zu erhalten. Dem schloss sich Egid Stadler an. „Das Haus ist nicht schöner geworden“, sagte der Vize-Bürgermeister. „Aber bevor es ganz herunterkommt, ist es gescheit, wenn es sauber hergerichtet und genutzt wird.“ Ob ein umgebautes denkmalgeschütztes Gebäude überhaupt noch ein Baudenkmal sei, fragte Hanno Acher. „Ein Denkmal ist erst dann kein Denkmal mehr, wenn es komplett zerstört ist“, antwortete Kittenrainer. „Wenn es etwa komplett abbrennt, dann wird es aus der Denkmalliste herausgeworfen.“ Dieses Schicksal hatten bereits einige historische Almen rund um Bayrischzell erlitten.

Der ehemalige Kornspeicher mit Flachsatteldach stammt aus dem Jahr 1678, seine Fassadenmalerei geht auf das Jahr 1777 zurück. Die Laube und und die verbretterte Giebellaube wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erneuert. Das Gebäude ist trotz der zahlreichen Ausbauten in einem guten Zustand, wie die Denkmalschutzbehörde bei ihrer örtlichen Begutachtung bestätigt hatte. Es gebe keine gravierenden Beschädigungen des historischen Gebäudes, sagte Kittenrainer.

Gegen die wohnungsrechtliche Nutzung gibt es aus Sicht der Gemeinde keinerlei Einwände. „Sie ist zulässig, und das Gebäude liegt im Innenbereich“, erklärte Acher. Ebenso sei die Erschließung an Kanal, Straße und Wasser gesichert. Dennoch mahnte Bürgermeister Kittenrainer eindringlich alle künftigen Bauherren, die Gemeinde rechtzeitig zu informieren, wenn Umbauten vorgenommen werden. „Wir suchen immer im Interesse der Eigentümer und Bauwerber nach gemeinsamen Lösungen. Aber es ist ungut, wenn wir solche Lösungen erst später herbeiführen müssen.“ Der Gemeinderat gab seine Zustimmung, mit der Auflage, dass die rechtlichen Vorschriften der Denkmalschutzbehörde beim weiteren Umbau eingehalten werden.

Von Daniel Wegscheider

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