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Gesprächsrunde im Bayrischzeller Rathaus: (v.r.) Abgeordneter Florian Streibl, Bergbahnen-Geschäftsführer Egid Stadler, FW-Kreisrätin Birgit Eibl, Ex-Bürgermeister He lmut Limbrunner, Bürgermeister Georg Kittenrainer und ATS-Vorstand Harald Gmeiner unterhielten sich übers Sudelfeld.

Gesprächsrunde mit Abgeordnetem in Bayrischzell

Gondel ab dem Bahnhof: Die Vision vom autofreien Sudelfeld

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Die laute Kritik an der Modernisierung des Sudelfelds ist abgeebbt. Während der Achter-Sessellift gebaut wird, reifen in den Köpfen bereits neue Pläne: eine Gondel ab dem Bayrischzeller Bahnhof.

Bayrischzell – Über den Streit um den Speichersee am Sudelfeld ist längst Gras gewachsen – nicht nur sprichwörtlich. Ruhig liegt der See im Sommer da, mit hohem Gras eingewachsen, und fügt sich gut in die Landschaft ein. Der See ist längst zum Ausflugsziel geworden, eine Bereicherung für die Gemeinde Bayrischzell und die Touristen. Davon machte sich Landtagsabgeordneter Florian Streibl (FW) nun selbst ein Bild. Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) verriet derweil, welche Visionen ihm rund um das Sudelfeld noch vorschweben.

Als Todsünde sei der Speichersee damals im Landtag gebrandmarkt worden, sagte Streibl bei seinem Besuch in Bayrischzell. Streibl kennt die Debatten um den Eingriff in die Natur. Und er weiß auch, wer die Gegner sind. „Die Fundamentalgegner findet man meist in München“, sagte er. „Und die wollen alles besser wissen als die Einheimischen.“ Der Abgeordnete aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist aber sicher, dass diejenigen, die in der Alpenregion leben, am besten wissen, wie sie damit umgehen sollen.

So sehen das auch Kittenrainer und Egid Stadler, der Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH. „Wir wissen, was wir an unserer Natur haben, und den Rest der Bergwelt fassen wir auch nicht an“, bestätigte Kittenrainer. Er wundere sich heute noch darüber, weshalb bayernweit mit dem Finger auf Bayrischzell gezeigt worden sei, wo es doch im Freistaat viel größere Natursünder gebe. „Wir haben nichts getan, außer das Sudelfeld zu modernisieren.“ Unddie Modernisierung scheint auch nach dem Bau des neuen Achter-Sessellifts nicht abgeschlossen zu sein.

Eine Gondel, die Skifahrer direkt vom Bahnhof ins Sudelfeld bringt – das schwebt Kittenrainer und Stadler vor. „Schon jetzt kommen vor allem junge Leute mit dem Zug“, berichtete Kittenrainer. Der Idealfall einer Bahn direkt von Bayrischzell aus geht auch Stadler nicht aus dem Kopf. „Dann könnten wir das Sudelfeld endlich autofrei haben.“ Er kann sich vorstellen, die Straße ab der neuen Talstation an der Grafenherberg komplett für den Verkehr zu sperren. Reine Zukunftsmusik? „Wenn wir das in den nächsten fünf Jahren schaffen, wäre ich glücklich“, sagte Kittenrainer. Die Finanzierung hierfür sei allerdings enorm schwierig.

Auch in Sachen Sommertourismus wäre Bayrischzell mit einer solchen Gondel gut dabei. Angebote ohne Schnee seien schon jetzt eine tragende Säule, so der Bürgermeister. Trotzdem glaubt er die Schwarzmalerei vom aussterbenden Wintertourismus nicht. Beim Aufräumen im Rathaus habe er eine Studie gefunden, die seine Vorgänger 1991 in Auftrag gegeben hatten. „Der Alpenraum sollte sich demnach darauf einstellen, ab der Jahrhundertwende keine Wälder mehr zu haben“, zitierte er schmunzelnd mit einem Blick aus dem Fenster. Genauso wenig wie die Wälder verschwunden sind, werde es wohl auch weiterhin Skifahrer geben.

Ob Winter oder Sommer – „die Leute suchen immer öfter ein Naturerlebnis“, glaubt Streibl. Er befürwortet das Vorgehen am Sudelfeld und bezeichnete es als Musterprojekt. Gegner würden die Berge als Wildnis sehen. „Es ist aber eine Kulturlandschaft“, sagte Streibl. Die plötzlich nicht mehr zu bewirtschaften, wäre eine viel größere Zerstörung der Natur.

nip

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