Beliebte Anlaufstelle für Feiern: der Hasenöhrlhof in Geitau.
+
Beliebte Anlaufstelle für Feiern: der Hasenöhrlhof in Geitau.

Ärger mit den Nachbarn

Hasenöhrlhof in Geitau: Gemeinde will Sperrstunde um 22 Uhr - wegen Lärm

Wegen der Lärmbelastung der Nachbarn überlegt die Gemeinde Bayrischzell, die Außengastronomie am Hasenöhrlhof um 22 Uhr zu beenden. Bislang war der Ausschank nicht mal genehmigt.

Bayrischzell – Der Hasenöhrl mit Hochseilgarten in Geitau ist überregional bekannt: Der 500 Jahre alte Hof vereint Tagungen, sportliche Aktivitäten und Veranstaltungen unter einem Dach. Jüngst stand nun ein Bauantrag zur „Neuordnung der Parkplätze und Außengastronomie“ auf der Tagesordnung des Bayrischzeller Gemeinderats. Ein normaler Bauantrag, der sich im Verlauf der Diskussion beinahe zum Präzedenzfall entwickeln sollte.

Außenschankflächen waren nicht genehmigt

Der Reihe nach: „Das Gewerbeamt Miesbach hat letztes Jahr festgestellt, dass die seit Jahren vorhandenen Außenschankflächen im Garten und vorm Haus baurechtlich nicht genehmigt sind“, berichtete Geschäftsführer Josef Acher. Jetzt sei ein Bauantrag eingereicht worden mit den entsprechenden Maßen. Insgesamt handle es sich dabei um rund 550 Quadratmeter Fläche. Im Zuge des Bauantrags sollten auch die vorhandenen Kfz-Stellplätze am Gebäude neu angeordnet werden. „Die Anzahl erhöht sich aber nicht“, erklärte Acher.

Vonseiten der Verwaltung sei planungsrechtlich alles zulässig. Die Gemeinde schlage aber vor, in den Beschluss aufzunehmen, dass die Außenbereichsnutzung um 22 Uhr beendet sein muss. „Damit es keine Probleme mit den Nachbarn gibt“, erklärte Acher.

Lesen Sie auch: Feuer am Hasenöhrlhof: Betreiber dankt Feuerwehr

Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) erwähnte dabei die „Lärmthematik“, die im Zuge der beschlossenen Erweiterung des Hasenöhrl-Hofs vor eineinhalb Jahren schon strittig war: Während Befürworter die touristische Erweiterung begrüßten, befürchteten andere noch mehr Lärm und Verkehr um den Event-Hof (wir berichteten). Der Betreiber habe aber gegengesteuert und Veranstaltungsräume sowie Stadel nach außen hin für viel Geld abgedämmt, so der Bürgermeister.

Die Debatte im Gemeinderat kreiste hingegen vor allem darum, ob ein traditioneller Biergarten (Ausschankschluss um 22.30 Uhr) mit einer Event-Gastronomie wie dem Hasenöhrlhof gleichzusetzen ist. Für Kittenrainer lag darin der entscheidende Punkt, da Letzterer musikalische Darbietungen im Freien anbiete. Klaus Weilbach (CSU) sagte: „Wir können nicht mit zweierlei Maß messen. Da ist Ärger vorprogrammiert.“ Willy Kravanja (Grüne) forderte „gleiches Recht für alle“. Dabei bezog er sich auf den Gasthof Rote Wand und das Gasthaus Aiplspitz, die in Geitau ebenso Biergarten und Terrasse bewirtschaften. „Problematisch ist es, wenn Musik spielt“, bestätigte Albert Jupé (FW): „Aber deswegen hergehen und um 22 Uhr ein generelles Schankverbot aussprechen, ist wirtschaftlich eine zu große Einschränkung für das Unternehmen.“

Bürgermeister: „Wollen niemand ärgern.“

Kittenrainer entgegnete: „Wir haben den Zusatz nicht eingeführt, um irgendjemand zu ärgern. Aber das Lärmproblem bei großen Hochzeitsgesellschaften wie in Geitau haben wir in Bayrischzell sonst nirgendwo“, betonte er: Die großen Veranstaltungen mit Event-Charakter würden bei den Anwohnern Ärger verursachen. Nur aus diesem Grund sollte die Ausschankbeschränkung in der Baugenehmigung drin stehen.

Am Ende schlug der Rathauschef aber doch vor, diese vorerst außen vor zu lassen: Jetzt gehe es um die Baugenehmigung, damit der Bestand, so wie er ist, genehmigt werde. Das segnete der Gemeinderat einstimmig ab. „Mit der Lärmthematik“, kündigte Kittenrainer schon einmal an, „werden wir uns aber noch beschäftigen müssen.“

dwe

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare