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Oldtimer wie dieser Porsche aus dem Jahr 1957 waren 2016 bei der Wendelstein-Historic zu sehen. 2018 soll sie wieder stattfinden – im gleichen Jahr wie jetzt das internationale Ferrari-Treffen „Giorni Rossi“.

„Giorni Rossi“ klopft an

Heftiger Disput im Gemeinderat: Passt Ferrari-Treffen zu Bayrischzell?

Das internationale Ferrari-Treffen „Giorni Rossi“ klopft in Bayrischzell an. Aber passt sowas zum ruhigen „Naturdorf“? Im Gemeinderat wurde heftig diskutiert.

Bayrischzell Harry van Deyk, Organisator des internationalen Ferrari-Treffens „Giorni Rossi“, hatte sich mit der Bitte an die Bayrischzeller gewandt, die Ausfahrt von 3. bis 6. Mai 2018 in der Gemeinde zu erlauben. Gleichzeitig erbat er logistische Unterstützung durch Feuerwehr und Bauhof. Letztendlich erklärte sich der Gemeinderat mit acht gegen vier Stimmen bereit, die Tür zum Dorf zumindest einen Spalt breit aufzumachen – die roten Boliden dürfen kommen. Allerdings wird kein Personal für die Absperrung oder Verkehrsregelung zur Verfügung gestellt.

Laut Veranstalter entstehen der Gemeinde keine Kosten, und das Ferrari-Treffen sei ein schönes Spektakel, berichtete Bauamtsleiter Josef Acher, der dem Gemeinderat ein Schreiben des Organisators vorlas. Dieser verspricht darin weiter: „Es ist keine Rallye, sondern eher eine Kaffeefahrt.“ Für die Ausfahrt werden bis zu 150 Ferraris erwartet.

„Jetzt wird es spannend“, kommentierte Bürgermeister Georg Kittenrainer die Abstimmung und wägte ab: „Dafür spricht: Wir können die Fahrt über das Sudelfeld nicht abschlagen, weil es eine öffentliche Straße ist.“ Zudem würden die Fahrer und Veranstaltungsgäste im Ort auch konsumieren. Auf der anderen Seite stehe die touristische Leitlinie von Bayrischzell. „Wir reden viel über Lärm. Da ist was los im Ort, auch wenn die Ferraris die Geschwindigkeit einhalten“, sagte Kittenrainer – und ergänzte mit Blick auf die Wendelstein-Historic, die seit 2016 für alle zwei Jahre angedacht ist: „Wir brauchen keine zweite Motorsportveranstaltung im Ort.“

Tourismusleiterin Stefanie Hintermayr bezog dagegen klar Position: „Wir können nicht immer alles mit aufnehmen, und das ist genau, was wir nicht brauchen.“ Bayrischzell stehe für Naturtourismus, Familienfreundlichkeit, Idylle und Beschaulichkeit, sagte sie. Und über das Konsumverhalten der Fahrer und Gäste sagte sie: „Ich bezweifle stark, dass sie bei uns im Ort einkaufen.“

Auch Egid Stadler steht hinter den Leitlinien. Das sei aber seiner Meinung nach kein Grund, das Ferrari-Treffen nicht stattfinden zu lassen. „Das sind maximal zwei Stunden und keine dauerhafte Veranstaltung“, sagte der Vize-Bürgermeister. „Das ist Werbung für unseren Ort und muss nach außen getragen werden.“ Da die Ausfahrt nicht verboten werden könne, sei die Belastung die Gleiche, merkte Matthias Sobotta an: „Nur die Rast machen die Teilnehmer halt dann woanders.“ Johannes Acher erinnerte an die Traktortreffen auf der Speck-Alm. „Ferraris sind nicht lauter, wenn sie nicht Gas geben“, sagte er.

Ganz anderer Meinung waren dagegen Kilian Häusler und Burgi von Mengershausen. „Solche Veranstaltungen sind nicht mehr zeitgemäß“, stellte Häusler fest und pochte auf die Leitlinien. „Sonst müssen wir über unsere touristischen Ziele sprechen.“ Und diese seien eigentlich klar, untermauerte von Mengershausen. „Wir verlieren sonst unsere Glaubwürdigkeit“, sagte sie. „Wenn demnächst ein Harley-Treffen anfragt, können wir es ihnen auch nicht mehr verbieten.“

Franz Mühlbauer widersprach: „Wir können nicht die Käseglocke über den Ort stülpen.“ Bayrischzell könne es sich nicht leisten, Gäste auszusortieren, stellte Stadler fest. Insbesondere im Monat Mai sei ohnehin nicht viel los, ergänzte Bürgermeister Kittenrainer.

Letztendlich beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, die Veranstaltung durchzuziehen. Klaus Weilbach ergänzte: „Wir heißen generell alle Gäste willkommen. Und wenn wir die Veranstaltung befürworten, müssen wir auch touristisch was daraus machen.“

Daniel Wegscheider

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