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Zehn Jahre unterrichtete Hutzl bereits in Elbach.

Michael Hutzl übernimmt Schulleitung

Das ist der neue Rektor für Bayrischzell und Elbach

Digitalisierung, Sanierung und Ski-Unterricht: Der neue Rektor der Grundschule Elbach hat viel vor. Auch zur Zukunft der Zweigstelle Bayrischzell hat er eine klare Meinung.

Bayrischzell– Der Neue stellte sich vor. Aber nicht in der Klasse, sondern vor dem Bayrischzeller Gemeinderat: Michael Hutzl wird ab August die Rektorenstelle der beiden Grundschulen Elbach und Bayrischzell besetzen. Der 45-jährige Neuhauser und Familienvater möchte die Ausstattung der kleinen Schule der Wendelsteingemeinde ins 21. Jahrhundert bringen. Auch deren traditionelle Errungenschaft – das Skifahren und Langlaufen als Sportunterricht im Winter – will er beibehalten, allerdings unter Vorbehalt.

Der Gemeinde liege die Grundschule sehr am Herzen, betonte Bürgermeister Georg Kittenrainer bei seiner Begrüßung. „Unsere Kinder brauchen eine Schule vor Ort.“ Wie berichtet, ist Bayrischzell keine eigenständige Schule mehr. Hutzl löst nun den scheidenden Schulleiter Willi Nußbaumer ab, der beide Einrichtungen betreute, nachdem das Schulamt im Jahr 2013 die Rektorenstelle in Bayrischzell wegen geringer Schülerzahl gestrichen hatte.

Insgesamt ändert sich am Schulprofil momentan nichts: Die Verwaltungswege werden weiterhin über Elbach und das dortige Sekretariat gebündelt. Und an zwei Tagen wird Hutzl in der Bayrischzeller Schule anwesend sein. Allerdings nur für insgesamt eine Stunde pro Woche, mehr sieht nämlich das Kultusministerium für eine sogenannte Filialschule nicht vor. Nichtsdestotrotz: „Ich bin Schulleiter beider Schulen“, betonte Hutzl. „Und Bayrischzell ist eine eigenständige Schule“, erklärte er weiter. „Nur, dass der Schulleiter seinen Sitz 15 Kilometer entfernt hat.“

Hutzls Weg zum Rektor begann im Jahr 2000: Nach dem zweiten Staatsexamen kam der gebürtige Franke nach Oberbayern. Dort unterrichtete er zehn Jahre an der Grundschule in Elbach, darunter auch zwei Jahre lang ein paar Stunden an der Bayrischzeller Schule. „Daher kenne ich das Konstrukt ganz gut.“ Von 2010 bis heute war Hutzl dann als Konrektor an der Gmunder Grundschule tätig. „Eine sehr erfahrungsreiche Zeit im Schulbetrieb“, berichtete er. „Wir durften bei der Schulleitung sehr viel mitgestalten und organisieren.“ Interessant sei die dort eingeführte verlängerte Mittagspause auch in Hinblick auf Bayrischzell.

Hutzl sieht den Weg der Bayrischzeller Grundschule vor allem in deren Fortbestand. Zusammen mit dem Schulrat möchte er „alles dafür tun, den Standort zu halten“. Eine Herausforderung sei dabei freilich die Zahl der Erstklässler: „Heuer wurden neun Kinder eingeschult, vergangenes Jahr waren es sechs.“ Deshalb werde das bewährte Kombiklassensystem mit den beiden ersten Jahrgangsstufen sowie der dritten und vierten Klasse weiterhin beibehalten.

Beibehalten möchte Hutzl auch den Ski- und Langlaufunterricht am Dienstag und Donnerstag während der Wintermonate. Allerdings haben sich die Vorschriften geändert, berichtet der Grundschullehrer. Ein zertifizierter Skilehrer dürfe keine Schulklassen führen. Dafür brauche es laut der Regierung von Oberbayern einen sogenannten Schulskischein. Voraussetzung dafür sei, dass eine Lehrkraft alpine Prüfungen ablege. „Aber in Elbach haben wir zwei Lehrer, die einen Schulskischein besitzen.“ Daher will Hutzl auch heuer wieder den alpinen Sportunterricht anbieten. Eine hundertprozentige Garantie gebe es aber nicht. „Eltern werden immer klagefreudiger.“

Hutzls Herz brennt auch für die Digitalisierung an Schulen. Die wird von der Regierung von Oberbayern gefördert. „Ich wäre für eine Förderung gerne mit Bayrischzell am Start.“ Dazu erstellt Hutzl ein Medienkonzept über den Istzustand der Schule sowie einen Lehrplan für die kommenden Jahre.

Auch das Mobiliar und Inventar der Schule möchte der neue Rektor der Zeit gemäß in den nächsten Jahren anpassen. „In den Kombiklassen sind die Größenunterschiede der Kinder teilweise extrem“, sagte er. Daher seien höhenverstellbare Tische und Stühle sowie „mit Rollen ausgestattete Möbel zum leichteren Verschieben ideal“.

Der Gemeinderat hörte sich die Vorstellungen von Hutzl wohlwollend an. Insbesondere das Thema Digitalisierung stieß bei Kittenrainer auf Gehöhr: „Wir werden dem Nachgehen und schauen, was machbar ist.“ Zudem sei eine Mittagsbetreuung für rund ein Dutzend Schulkinder im Ort gewünscht, berichtete der Rathaus-Chef weiter. „Unser Ziel ist es, für das nächste Schuljahr eine Hortgruppe umzusetzen.“ Insgesamt hat Kittenrainer für alle geplanten Projekte an der Bayrischzeller Grundschule mit dem neuen Schulleiter Hutzl „ein gutes Gefühl“. 

Daniel Wegscheider

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