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Der Ausblick ist so traumhaft wie vor 300 Jahren: Kapelle auf dem Wendelstein.

Ein besonderes Jubiläum

Kapelle feiert runden Geburtstag auf diesem Gipfel - 300 Jahre im Kampf gegen Wind und Wetter

Dieses Gotteshaus ist dem Himmel besonders nah: Seit 300 Jahren thront die kleine Wendelinkapelle hier auf diesem Gipfel. Ein Jubiläum, das gefeiert werden muss.

Bayrischzell– Ganze 300 Jahre ist es her, dass Georg Klarer, der „Sixtenbauer“ aus Bayrischzell, sein Versprechen in die Tat umgesetzt hat: Als zwei seiner Rösser im Nebel verloren gingen, gelobte er, dem Hl. Wendelin als Schutzpatron der Viehhirten eine Kapelle zu errichten, sollten seine Tiere wieder wohlbehalten heimkehren. Und siehe da, dieses Jahr feiert die Wendelinkapelle am Wendelstein ihren 300. Geburtstag.

Am Sonntag, 27. Mai, findet dazu ein Gedenkgottesdienst auf dem 1838 Meter hohen Berggipfel statt. Die Messe wird von Pfarrer Josef Spitzhirn zelebriert und von Musikern und Fahnenabordnungen aus Bayrischzell umrahmt. Beginn der Feierlichkeiten ist um 11.30 Uhr. Bei schönem Wetter rundet die Musikkapelle Bayrischzell das Jubiläum mit einem Standkonzert auf der Bergterrasse ab. Bei Regen findet die Andacht in der Münchner Stube des Wendelsteinhauses statt. Wem der Anstieg zu schwer ist, der kann auch mit der Seilbahn oder mit der Zahnradbahn fahren.

Historisch: Die Kapelle auf einer Postkarte.

In der Chronik von Bayrischzell ist überliefert, dass bereits seit 1822 regelmäßig Gästebücher ausliegen und festhalten, wer sich alles an den Aufstieg auf den Wendelstein macht. Da der Weg früher nur über den sogenannten Stangensteig verlief, war der Aufstieg sehr beschwerlich. Die erste Messe in der Kapelle fand daher erst vor 140 Jahren statt. Pfarrer Schauer von Elbach machte sich laut den Aufzeichnungen mit rund 300 Leitzachtalern zu einem Bittgang auf den Wendelsteingipfel auf und hielt anschließend den vermutlich ersten Gottesdienst.

Während der vergangenen Jahrhunderte wechselte die Kapelle etliche Male den Besitzer. Jeder nahm die Aufgabe sehr ernst und erhielt das kleine Kirchlein weiterhin. Trotzdem musste sie des öfteren renoviert oder komplett saniert werden, da das Wetter an den Mauern nagte. Während des Ersten Weltkrieges hat man sie sogar komplett mit Blech ummantelt, um sie zu schützen. Seit 1989 ist nun die Gebirgsschützenkompanie Bayrischzell für das kleine Gotteshaus zuständig. Damals stellten die Mitglieder zusammen mit dem Landesamt für Denkmalschutz auch den äußeren Urzustand wieder her. Schließlich soll die Wendelinkapelle auch die nächsten 300 Jahre auf dem Gipfel bei Wind und Wetter überstehen.

Von Marina Birner

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