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Fließt bald auch wieder aus dem Bayrischzeller Tiefbrunnen: Wasser.

Nach Wassser-Gau

Kaputter Tiefbrunnen in Bayrischzell bald wieder am Netz

Mitten im Winter ist den Bayrischzellern trotz neuem Tiefbrunnen das Wasser ausgegangen. Über Wochen mussten sie ihr Trinkwasser dann auskochen. Jetzt soll der Brunnen wieder starten.

BayrischzellD er Wasser-Gau am Tiefbrunnen im Januar in Bayrischzell verlief dank der Legerwaldquelle glimpflich: Durch das schnelle Umschalten auf die alte Wasserversorgung, die anschließende Chlorung und den Einsatz einer UV-Filteranlage konnte ein Ausnahmezustand in der Wendelsteingemeinde vermieden werden. „Dadurch hat sich der Schaden in Grenzen gehalten“, berichtete Bürgermeister Georg Kittenrainer nun gegenüber dem Gemeinderat und erklärte den Sachstand sowie das weitere Vorgehen zur Wiederinbetriebnahme des Tiefbrunnens in der Melkstatt. Dabei ging er auf Ursache, Maßnahmen, Zeitplan und Kosten ein.

Um den zukünftigen Betrieb des Brunnens dauerhaft zu sichern, beschloss die Gemeinde zusammen mit dem zuständigen Ingenieurbüro den Austausch der Pumpe. „Die trockengelaufene Pumpe wird zur Überprüfung auf Schäden zur Herstellerfirma geschickt“, sagte Kittenrainer. Des Weiteren werde das Förderrohr um sechs Meter verlängert, die Rücklaufklappen im Hochbehälter ausgetauscht sowie die Pumpe in einer Tiefe von 27 Metern angebracht. Da die Pumpe jetzt im Bereich des Filterrohres eingebaut wird, muss zusätzlich ein Kühlmantel angebraucht werden.

Nach einer Desinfektion der Zuleitungen zum Brunnen wird dieser wieder ans Ortsnetz angeschlossen, sagte Kittenrainer, der mit der Fertigstellung der Umbaumaßnahmen im Juni rechnet. „Die Ursache für den Pumpenausfall war der historisch niedrige Grundwasserstand“, berichtete der Bürgermeister. Die Gerüchte, die Beschneiung am Sudelfeld hätte den Tiefbrunnen geleert, konnten dagegen entkräftet werden. Bekanntermaßen fiel aufgrund des trockenen Herbsts der Grundwasserspiegel einen Meter unter die Pumpe, die damals 21,50 Meter unter dem Boden montiert war.

Die jetzt notwendigen Umbaumaßnahmen belaufen sich auf rund 9000 Euro. Dazu kommen Unkosten für die zwischenzeitliche Umstellung auf die Legerwaldquelle mit den nötigen Desinfektions- und Untersuchungskosten von weiteren 5000 Euro. Insgesamt werden für die Gemeinde mit dem Sicherheitszuschlag rund 15 000 Euro anfallen. Allerdings erklärten sich die beteiligten Ingenieurbüros dazu bereit „aus Kulanz die Kosten zu übernehmen“, berichtete Kittenrainer erfreut. „Die Firmen haben uns nicht im Regen stehen gelassen, und wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Als Resümee stellte er klar, auch zukünftig nicht auf die Wasserversorgung der alten Legerwaldquelle zu verzichten. „Wir werden sie nicht aufgeben, damit wir sie jederzeit wieder ans Netz anschließen können“, sagte er. Den Tiefbrunnen wolle man jetzt dauerhaft sichern.

Daniel Wegscheider

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