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Idyllisch gelegen: Der Hof des Gödenbauern in Geitau. 

„Da gibt es bessere Lösungen“

Keine Augenweide: Standortsuche für Laufstall und Silo

Den gewählten Standort eines Rinderlaufstalls sowie eines Silos lehnte der Bayrischzeller Gemeinderat ab. Äußerte aber den Wunsch nach einem anderen Standort.

Bayrischzell– Der Bauernhof des Gödenbauern liegt idyllisch in der Ortsmitte von Geitau. Für die Hausgäste mag das von Vorteil sein, für ein Bauvorhaben eher weniger, wie sich im Bayrischzeller Gemeinderat gezeigt hat.

Den Ratsmitgliedern lag eine Bauvoranfrage des Landwirts Josef Rosenberger vor. Er möchte neben seinem Hof einen Rinderlaufstall sowie einen Siloplatz errichten. Aus ortsplanerischer Sicht sei der gewählte Standort „keine Augenweide“, fand Bürgermeister Georg Kittenrainer. Das Gremium teilte diese Einschätzung und verweigerte sein Einvernehmen – verbunden mit dem Wunsch nach einem anderen Standort.

Gemeinde-Geschäftsleiter Josef Acher schilderte die baulichen Details: Rosenberger plane nordöstlich seiner Hofstelle zur Bundesstraße hin einen 55 mal 28 Meter großen Laufstall für rund 70 Rinder. Dazu soll nördlich ein 25 mal 15 Meter großes Flachsilo errichtet werden. So eine Lagerstätte besteht aus einer Bodenplatte und Seitenwänden, die durch Ladewagen beschickt werden. Das Vorhaben liege zwar im Außenbereich, sei aber landwirtschaftlich privilegiert, erklärte Acher.

Vize-Bürgermeister und Landwirt Egid Stadler konnte das Ansinnen Rosenbergers nachvollziehen: „Mein Junior möchte auch einen Laufstall bauen“, sagte er und beschrieb die damit verbundenen Schwierigkeiten. So habe man bereits zehn Standorte im Auge gehabt, aber letztlich alle wieder verworfen. Kritik übte Stadler indes auch an der vollautomatisierten Laufstallhaltung. „Da kommen die Viecher nicht mehr auf die Weide hinaus.“ „Nicht-Landwirt“ Florian Müller schloss sich Stadlers Meinung an: „Unsere Region lebt davon, dass die Kühe auf der Weide stehen.“

Stadler störte sich auch an der Gestaltung der „aus der „Schublade gefertigten“ Laufställe. Die seien allesamt keine Schönheiten. „Zukünftig werden unsere Höfe nicht mehr die Motive sein, die wir auf Postkarten sehen werden.“ Der Vize-Bürgermeister schlug Rosenberger vor, den geplanten Stall seitlich oder hinter seinem Hof zu platzieren.

Generell begrüße die Gemeinde Landwirte, die aufgrund der Anbindehaltung in Laufställe investieren und ihren Betrieb damit „fit für die Zukunft“ machen wollen, betonte Kittenrainer. Allerdings schreibe das Gesetz zum Tierwohl eine gewisse Fläche pro Vieh vor, die zu erfüllen sei. „Darum werden die Laufställe riesige Dinger“, kritisierte Kittenrainer. Obendrein bezeichnete der Bürgermeister die Ortsmitte von Geitau als „sensiblen Bereich“ im Hinblick auf eine naturnahe Bergdorfkulisse und schlug dem Antragsteller vor, gemeinsam mit Landratsamt und den Landwirtschaftsbehörden nach einem Alternativ-Standort zu suchen. „Da gibt es bessere Lösungen.“

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Daniel Wegscheider

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