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Bergbahngesellschaft plant kleine Schritte und einen großen Wurf

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Rosengasselift im Skigebiet Sudelfeld
Weicht womöglich einer großen neuen Bergbahn: der Rosengasselift © Thomas Plettenberg

Gerade läuft es gut im Skigebiet Sudelfeld. Passt das Wetter, passen auch die Besucherzahlen. Wenn es ein lukrativer Winter wird, könnte die Bergbahngesellschaft weitere Modernisierungsschritte ins Auge fassen – kleinere und einen richtig großen.

Bayrischzell – Die Modernisierung des Skigebiets Sudelfeld ist bekanntlich seit Jahren im Gange. Vieles ist besser geworden, manche Umstände haben die Bergbahnen Sudelfeld GmbH aber ein wenig zurückgeworfen.

Streit mit Rankenlift-Betreiber: Nichts ist vorwärtsgegangen

Augenfälligster Makel bleibt der Stillstand des Rankenlifts, der im Übersichtsplan ausgeixt und als „nicht im Skipassverbund“ gekennzeichnet ist. Bergbahnen-Geschäftsführer Egid Stadler hat es aufgegeben, mit dem Eigentümer eine Einigung zu suchen. „Wir haben alles versucht auf allen Ebenen. Es wird einen Generationswechsel brauchen.“ Bis dahin bleiben zwei schöne Abfahrten nicht nutzbar.

Weitere Lifte stehen, aber das Skigebiet funktioniert auch ohne

Ebenfalls nicht in Betrieb ist der Mittlere Sudelfeldlift, auch das seit ein paar Jahren. Die Bergbahn-GmbH konnte Stadler zufolge den Lift – gleiches gilt für den Plattenlift gleich daneben – nicht beziehungsweise nicht zu akzeptablen Konditionen weiterpachten. Sollte die Eigentümerin, eine Erbengemeinschaft, den Grund verkaufen, könnte dies eventuell den Weg ebnen, dass der Lift wieder fährt – und der Hang die laut Stadler „unbedingt notwendige Beschneiung“ bekommt. Die ist übrigens im Zuge der bisherigen Modernisierungsrunden schon genehmigt worden.

Beschneiung weiterer Hänge geplant

Gleiches gilt für den einen oder anderen Hang, über den Skifahrer oder Snowboarder zur Talstation der Schöngrat-Dreier-Sesselbahn kommen. Eben weil ohne Beschneiung, konnte der Lift zuletzt nicht fahren. Das könnte sich dank der Wetterlage schon bald wieder ändern, hofft Stadler. Dank der vielen Varianten, die zur Talstation führen, ist die Schöngratbahn eine „beliebte Anlage, auch wenn ein Dreiersessel nicht ideal ist, es sind ja sehr viele Paare unterwegs“. Der Bau der Beschneiungsanlagen in diesem Teil des Skigebiets könnte der nächste Schritt auf dem Modernisierungsweg sein – wenn es gut läuft schon nächstes Jahr. Wohlgemerkt: Auch ohne die genannten Anlagen funktioniert das Skigebiet. Pisten gibt es genug am Sudelfeld.

Kühne Pläne: Wird neben dem nostalgischen Schwebelift auch der steile Rosengasselift durch eine große Bergbahn ersetzt? Die aktuellen Planungen am Sudelfeld sehen das vor. Die Bahn soll irgendwo im Tal bei Bayrischzell starten und mit einer Zwischenstation am Oberen Sudelfeld dann hinunter zur Rosengasse führen. Ein autofreies Sudelfeld wäre somit möglich. Die Vision steht allerdings noch am Anfang.
Kühne Pläne: Wird neben dem nostalgischen Schwebelift auch der steile Rosengasselift durch eine große Bergbahn ersetzt? Die aktuellen Planungen am Sudelfeld sehen das vor. Die Bahn soll irgendwo im Tal bei Bayrischzell starten und mit einer Zwischenstation am Oberen Sudelfeld dann hinunter zur Rosengasse führen. Ein autofreies Sudelfeld wäre somit möglich. Die Vision steht allerdings noch am Anfang. © Karte: Bayerische Vermessungsverwaltung/Grafik: dak

Der große Wurf wäre eine Bergbahn von Bayrischzell aufs Obere Sudelfeld und runter zur Rosengasse

Der ganz große Wurf – gerade im Hinblick auf eine Sommernutzung – wäre eine neue Seilbahn von Bayrischzell aus, die den Schwebelift ersetzen würde. Klar ist: Auf der jetzigen Trasse kann er nicht verlaufen, das scheitert schon am Platz an der Talstation. Die kühnen Pläne, eine Bahn in der Bayrischzeller Ortsmitte starten zu lassen – vorgestellt vor drei Jahren im Gemeinderat – ernten im Ort so heftigen Widerstand, dass Stadler sie schnell wieder verwarf. Aktuell schwebt der GmbH, bei der auch die Gemeinde Gesellschafterin ist, eine kaum weniger verwegene Lösung vor: eine Bahn von Bayrischzell zum Oberen Sudelfeld und wieder hinunter zur Rosengasse, mit Zwischenstation im Bereich der jetzigen Bergstation des Rosengasselifts. Dieser alte Schlepper, der inzwischen der Bergbahngesellschaft gehört, würde abgebaut.

Ob die Pläne funktionieren, ist noch unklar

Die Planung einer solchen Bahn, die hoch über der Piste beziehungsweise Alm schweben würde, wird unweigerlich Kritiker auf den Plan rufen. Das ist auch Stadler klar, der mit Widerständen reichlich Erfahrung hat – man denke nur an den Speicherteich. Aktuell ist die Idee von der Bahn quasi einmal übern Berg noch ein Wunschtraum. „Wir müssen noch mit den Seilbahnplanern reden, ob das geht oder nicht“, so Stadler. Auch die Kostenfrage wird sich unweigerlich stellen – und in diesem Zusammenhang auch, inwieweit der Freistaat Bergbahnen noch fördern möchte.

Stadler und seine Mitstreiter sind aber gewillt, an der Idee weiter zu werkeln, wozu auch Verhandlungen mit Grundeigentümern gehören. Noch ist nicht einmal klar, wo genau die Talstation stehen würde. Etwas anderes allerdings macht Stadler deutlich: Es wird keine neue, der Bahn zugeordnete Piste geben. „Des kannst’ nicht bringen“, sagt er. Würde aber auch bedeuten: Vom Ende der Sauhöll-Abfahrt am Schwebelift müsste es einen Shuttle zur neuen Talstation geben.

Weitere Vision: ein autofreies Sudelfeld

Mit das charmanteste an der Bergbahn-Idee ist aber die Vision vom autofreien Sudelfeld im Sommer. Ein Konzept für die Nutzung des hochgradig erschlossenen Almgebiets liegt vor (wir berichteten). Es steht und fällt allerdings mit einer neuen Bergbahn.

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