Planentwurf für das neue Warmfreibad am Seeberg in Bayrischzell
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Blaues Becken im grünen Wald: der Planentwurf für das neue Warmfreibad am Seeberg in Bayrischzell.

Bürgermeister präsentiert Vorentwurf

Kletterwand und Sprungturm: So könnte das neue Warmfreibad Bayrischzell aussehen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Die Planung für ein neues Warmfreibad am Seeberg in Bayrischzell wird konkret. Im Gemeinderat hat der Bürgermeister nun einen Vorentwurf präsentiert. Und der kam richtig gut an.

Bayrischzell – Bouldern am Beckenrand: Damit hatte Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) schon vor drei Jahren geliebäugelt. Doch weil das Fundament im Alpenfreibad die Installation einer Kletterwand über dem Wasser nicht mehr zugelassen hätte, wanderte der Plan in die Schublade. Da holte ihn Kittenrainer nun wieder hervor – als Teil des Vorentwurfs für das neue Warmfreibad am Seeberg. „Das wäre ein Aushängeschild, das es so im weiteren Umkreis nicht gibt“, schwärmte der Rathauschef bei seiner Präsentation im Gemeinderat.

Auch sonst wirkte er sehr zuversichtlich, was die Umsetzung der Wünsche seiner Bürger betrifft. „Wir arbeiten aktuell auf drei Ebenen gleichzeitig“, sagte Kittenrainer. An der Änderung des Bebauungsplans, der Vorbereitung eines Förderantrags und eben an der konkreten Ausgestaltung des neuen Bads. In allen Punkten komme man gut voran. Die Planer des Ingenieurbüro Sven Dachwald seien stark gefordert gewesen, um die Ansprüche von Familien mit Kleinkindern, Jugendlichen und sportlichen Schwimmern gleichermaßen zu berücksichtigen. Wie so ein Paket aussehen könnte, stellte Kittenrainer dann im Detail vor.

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Kern des Warmfreibads ist das große Hauptbecken aus Edelstahl, das in einen Bereich mit vier 25 Meter-Bahnen samt Startblöcken für kleinere Wettbewerbe, einen Nichtschwimmer-Teil mit Breitrutsche und einem Tiefwasserbecken mit Drei-Meter-Sprungturm und besagter Kletterwand aufgeteilt wird. Davon abgesetzt befinden sich ein Baby- und Kleinkind-Bassin mit flacher Rutsche sowie Aufenthaltsbereich für die Eltern. Die übrigen Liegebereiche ziehen sich terrassenartig am Hang entlang.

Umkleiden und Duschen sollen im Winter von Langläufern genutzt werden

Die Topografie ausgenutzt hätten die Planer auch bei dem länglichen Gebäudetrakt mit Duschen und Umkleiden entlang des Beckens, erklärte der Rathauschef. Diese Räume sollen im Winter auch von Langläufern genutzt werden können. „Damit entlasten wir die stark frequentierte Sportalm“, sagte Kittenrainer. Durch den Abfall des Geländes könne man ferner ohne großen Aushub ein vom Parkplatz her ebenerdig anfahrbares Untergeschoss für Lager und Garagen schaffen. Die Verbindungsstraße zum Musikheim solle zu Behindertenstellplätzen führen, weil von dort aus ein barrierefreier Zugang zum Bad möglich sei.

Ebenfalls auf der Südseite sei die Gastronomie vorgesehen, erklärte Kittenrainer. Er halte hier einen Kiosk mit schwimmbadtypischen Speisen für ausreichend. Ein abendlicher Barbetrieb nach dem Vorbild des Schlierseer Strandbads sei wegen der fehlenden Abendsonne nicht realistisch. „Dafür haben wir unsere Gasthöfe im Ort.“

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Dass der Seeberg grundsätzlich zu viel Schatten auf das Bad werfe, sei aber nicht der Fall. So habe man bereits in der Früh Sonne, von Mitte Mai bis Ende August dann auch bis zum späten Nachmittag. Angesichts immer heißerer Sommer würden die Leute ohnehin immer mehr den Schatten suchen, meinte Kittenrainer. Für ausreichend warmes Wasser soll eine Luft-Wärmepumpe sorgen.

Bausteinaktion soll bei Finanzierung helfen

Zu den Kosten gebe es aktuell nur eine grobe Schätzung von 2,5 Millionen Euro, wobei da die Gastronomie noch nicht inkludiert sei. Auch die Planungskosten würden fehlen, monierte Norbert Lill (FW). Geschäftsleiter Josef Acher entgegnete, eine detaillierte Kostenberechnung werde erst noch erstellt. Die Anregung von Regina Bleier (CSU), eine Bausteinaktion für Spenden von Bürgern und Firmen ins Leben zu rufen, begrüßte der Rathauschef. Ebenso die Idee von Albert Jupé (FW), das Alpenfreibad und den Standort am Seeberg mit einer Wetterstation für Sonnen- und Windmessung auszustatten. „Dann haben wir einen Vergleich.“

Der Beschluss, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen, fällten die Gemeinderäte einstimmig. Weiterhin seien Anregungen seitens der Bürger willkommen, betonte Kittenrainer. Das Grundmisstrauen gegenüber dem Seeberg flaue ab, bemerkte er erfreut. Das bestätigte auch Vize-Bürgermeister Egid Stadler (CSU): „Ich war erst kein Freund dieser Lösung, jetzt bin ich ein absoluter Fan.“

sg

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