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Kunstschneedecke trotzt dem Tauwetter: Lifte im Landkreis Miesbach weiter in Betrieb

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Von: Gabi Werner

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Die Lücken in der Schneedecke werden größer. Dennoch herrschte am Waldkopf im Sudelfeldgebiet dieser Tage noch reger Betrieb. Die Hauptabfahrten sind weiterhin geöffnet.
Die Lücken in der Schneedecke werden größer. Dennoch herrschte am Waldkopf im Sudelfeldgebiet dieser Tage noch reger Betrieb. Die Hauptabfahrten sind weiterhin geöffnet. © Ralf Poeplau

Regen, Tauwetter, Sturmböen: Diese Mischung setzt den Skigebieten im Landkreis Miesbach derzeit gehörig zu. Trotzdem sind viele Lifte über den Jahreswechsel hinaus in Betrieb.

Bayrischzell/Schliersee/Rottach-Egern – Der stabilen Kunstschnee-Unterlage ist es zu verdanken, dass zumindest in den großen Alpenplus-Skigebieten die meisten Lifte noch laufen. In den kleinen Skigebieten dagegen dürfte – sofern Kälte und Schneenachschub weiterhin ausbleiben – der Betrieb bald zum Stillstand kommen.

Einige Pisten im Skigebiet Sudelfeld sind bereits gesperrt

Dort, wo keine künstliche Beschneiung möglich ist, musste Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld in Bayrischzell, die Pisten bereits sperren. Der Regen hatte die letzten Reste Naturschnee zunichte gemacht. „Die Hauptabfahrten sind aber offen, und die Bedingungen sind weiterhin gut“, schildert Stadler die Lage am Sudelfeld. Dass im Frühwinter die Temperaturen im Keller waren und viel Kunstschnee produziert werden konnte, rettet nun die Saison über den Jahreswechsel hinweg. „Wir haben eine Maschinenschneedecke von mindestens 30 bis 40 Zentimetern – die hält sich gut“, sagt der Geschäftsführer.

Künstliche Beschneiung derzeit wegen der Temperaturen nicht möglich

Dennoch hofft Stadler, dass die kalten Nächte bald zurückkehren. Dann nämlich könne die am Abend frisch präparierte Piste gefrieren und biete am nächsten Morgen eine stabile Unterlage für die Skifahrer. Auch Schneenachschub wäre dringend vonnöten. Die Produktion von Kunstschnee ist derzeit nämlich kein Thema. „Das macht erst ab minus fünf Grad Sinn“, erläutert Stadler.

Im Spitzingsee-Gebiet sind zumindest alle Hauptabfahrten in Betrieb

Ganz ähnlich stellt sich die Situation im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee dar. „Wegen des Wetters können wir nicht mehr das komplette Angebot zur Verfügung stellen“, bedauert Alpenplus-Sprecherin Antonia Asenstorfer. Kurvenlift, Nordhanglift und Dreitannenlift etwa mussten schon geschlossen werden. „Die Hauptabfahrten sind aber in Betrieb“, berichtet die Sprecherin. Um die durch die Wärme ohnehin strapazierten Pisten zu schonen, kann momentan allerdings der beliebte Nachtskilauf an der Stümpflingabfahrt noch nicht starten, wie Asenstorfer erklärt. Der Nachtskilauf findet normalerweise immer donnerstags und freitags statt. Wann es wieder soweit ist, erfahren Skifahrer und Snowboarder über die Homepage der Alpenbahnen Spitzingsee.

Trotz Wind und Wetter: Überraschend viele Leute auf der Piste

Der schwindenden Schneedecke und der oft widrigen Wetterverhältnisse zum Trotz tummelten sich auch zuletzt die Brettlfans auf den Pisten der Alpenplus-Gebiete. Asenstorfer zeigt sich mit den Besucherzahlen zufrieden. „Selbst bei Wind und Wetter waren überraschend viele Leute da“, berichtet sie. Den großen Zuspruch führt Asenstorfer auch auf die erschwerten Einreisebestimmungen für Österreich zurück. Das schrecke ab und habe wohl zur Folge, dass die Skifahrer lieber in den heimischen Gebieten bleiben.

Betrieb unter 2G-Bedingungen hat sich gut eingespielt

Nach wie vor gilt für die Skigebiete die 2G-Regelung. Sprich: Wer die Lifte nutzen möchte, muss geimpft oder genesen sein. Sowohl Stadler als auch Asenstorfer berichten, dass sich der Betrieb unter diese Maßgabe gut eingespielt habe. „Was uns noch Probleme macht, ist die Maskenpflicht“, räumt Asenstorfer ein. Sowohl beim Anstehen in der Schlange als auch in den Liften selbst müssen die Besucher eine FFP2-Maske tragen – eine Verordnung, die trotz der Hinweise und der entsprechenden Durchsagen im Skigebiet häufig ignoriert werde, räumt die Pressesprecherin ein.

In kleinen Skigebieten ist Betrieb nur noch bedingt möglich

Während also Sudelfeld und Spitzingsee auch über den Jahreswechsel hinaus Brettlvergnügen bieten, müssen die Lifte in vielen kleinen Gebieten ihren Betrieb wohl bald einstellen. „Wir fahren noch auf einem schmalen Streifen Kunstschnee“, berichtete am Donnerstag beispielsweise Georg Reisberger vom Oedberg in Ostin. Ob die Lifte dort über Silvester hinaus noch laufen werden , sei ungewiss. Auch bei den Kirchberg- und Hirschbergliften in Kreuth empfiehlt sich dazu ein Blick ins Internet.

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