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Bald Zwei-Liftpass-Gebiet? In Sichtweite des im Bau befindlichen Achter-Sessellifts nahe der Grafenherberge befindet sich der Rankenlift (links die Talstation). Dessen Betreiber droht, aus dem Skipassverbund auszusteigen.

Gibt‘s bald mehrere Skipässe am Sudelfeld?

Lift-Krieg am Sudelfeld - was wir wissen

Es rumort im Skigebiet am Sudelfeld: Ein Liftbetreiber will aus dem Skigebiet austreten - und seinen Lift auf eigene Faust betreiben. Der Verbund droht zu platzen. Die Hintergründe:

Oberaudorf/Bayrischzell – Josef Berger aus Seebach (Gemeinde Oberaudorf) betreibt seit 25 Jahren den Ranken-Schlepplift, der von Grafenherberg zum Waldkopf führt. Bereits seit 1977 befördert die 740 Meter lange Aufstiegsanlage die Wintersportler nach oben.

Auf zwei verschiedenen Pisten, einer blauen (leicht) und einer roten (mittelschwer), geht es wieder nach unten. Wieder an der Talstation angekommen, können sich Skifahrer und Snowboarder im Kiosk stärken, den der Landwirt zusammen mit seiner Familie betreibt.

In den vergangenen Jahren war es oft so, dass der Rankenlift als einer der ersten der 14 Lifte am Sudelfeld aufsperrte und als letzter zusperrte. Die guten Pistenverhältnisse machten es möglich. Berger gilt als Schneekanonen-Pionier am Sudelfeld mit Fachwissen. Die Pflege der Pisten ist eine Herzensangelegenheit seiner Söhne. Das machte sich stets bezahlt.

Der neue Pistenplan ist im Internet bereits verfügbar. Der Rankenlift (rot) ist als „nicht mehr im Liftverbund“ gekennzeichnet. Ebenfalls zu sehen ist die neue Achtersesselbahn am Sudelkopf (grün).

Doch heuer wird alles anders kommen. Berger will aus dem Liftverbund aussteigen, der seit mehr als zwei Jahrzehnten besteht. Der Oberaudorfer Bergbauer will nicht mehr. Hintergrund sind Uneinigkeiten mit der Verbundgesellschaft. Schon in den vergangenen Jahren hatte es vermehrt Auseinandersetzungen gegeben (wir berichteten). Ein Streitpunkt war die Trassenführung der neuen Achtersesselbahn am Sudelfeldkopf.

Berger wollte anfangs auch seinen zweiten Schlepplift, den Grafenherberglift, behalten. Dieser ist inzwischen Geschichte, er wurde abgerissen. Stattdessen bringt die neue Bergbahn ab Anfang Dezember die Brettlfans nach den neuesten internationalen Standards von Grafenherberg nach oben.

Im Internet sind schon die neuen Pistenpläne für die kommende Saison verfügbar. „Nicht im Skipassverbund“ heißt es da bei Bergers Rankenlift. Das könnte bedeuten, dass sich Skifahrer für diesen einen Lift mit seinen beiden Posten eine separate Karte kaufen müssten.

Ob das jemand macht? Egid Stadler, Sprecher der Vereinigten Liftbetriebe Sudelfeld GbR, will daran nicht so recht glauben. Schließlich könne man den Lift dank der jüngsten Investitionen in neue Sesselbahnen, Pisten und Beschneiungsanlagen ohne Probleme umfahren. Der Rankenlift ist kein klassischer Verbindungslift.

Die Reaktionen der Wintersportler auf die jüngsten Entwicklungen fallen trotzdem betroffen aus. „Schade finde ich den Punkt, dass ausgerechnet der Pionier der Beschneiung am Sudelfeld, der die letzten Jahre immer die am ersten, die am längsten geöffneten und die am besten präparierten Pisten angeboten hat, nun weg ist“, macht beispielsweise ein Sudelfeld-Kunde seinem Ärger in einem Online-Forum Luft.

„Ich hoffe trotzdem, dass es noch zu einer friedlichen Einigung kommt“, sagt Stadler. Der Bayrischzeller habe in den vergangenen Tagen nochmals das Gespräch mit Berger gesucht. Dieser wiederum habe diese „Handreichung“ zur Kenntnis genommen und sich dafür bedankt. Er wolle die Sache aber vorher mit seinem Anwalt besprechen.

Trotz mehrmaliger Versuche war Berger für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen.

Martin Aerzbäck

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