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Schwieriger Stillstand: Der Rankenlift von Josef Berger wird vor allem werktags immer weniger betrieben – zum Leidwesen der Skifahrer.

„Zu gegensätzlich sind die Vorstellungen“

Liftstreit am Sudelfeld: Keine Einigung in Sicht

Am Anfang des Skiwinters hatte man noch auf ein Ende im Liftstreit am Sudelfeld hoffen dürfen. Inzwischen steht der Rankenlift meist still. Eine Einigung ist vorerst vom Tisch. 

Bayrischzell/Oberaudorf So macht man sich keine Freunde. Hier lässt Rankenlift Betreiber Josef Berger in letzter Sekunde zwei Verhandlungstermine platzen, dort droht die Bergbahnen Sudelfeld GmbH mit einer Unterlassungsklage. In dem seit Jahren anhaltenden Liftstreit sind die Kontrahenten im von der Fläche her größten Skigebiet Deutschlands derzeit weiter denn je von einer gemeinsamen Spur entfernt. Wie berichtet, geht es in dem Zwist vor allem um den Verteilerschlüssel der Einnahmen. Der Almbauer aus Seebach (Gemeinde Oberaudorf, Kreis Rosenheim) ist der Auffassung, dass er viel zu schlecht wegkommen würde und seinen Rankenlift nicht einmal kostendeckend betreiben könnte, wenn er das aktuelle Angebot des Verbunds annimmt. Deshalb hat er die Mitgliedschaft des Rankenlifts im Liftkartenverbund schon im Sommer gekündigt.

Dennoch liefen im Dezember die Maschinen an seinem Hang, und der Rankenlift beförderte Skifahrer nach oben. Mittlerweile steht der Lift immer häufiger still, vor allem an Werktagen. Wegen der fehlenden Einnahmen könne er den Liftbetrieb nicht aufrecht erhalten, nennt Berger als Grund.

Bayrischzells Bürgermeiste Georg Kittenrainer hat im Liftstreit mehrere Vermittlungsversuche unternommen, inzwischen aber keine großen Hoffnungen mehr, dass sie fruchten: „Zu gegensätzlich sind die Vorstellungen“, sagt er. Zumal auch noch eine alte Klage Bergers im Raum steht: Er fordert von den Bergbahnen Schadenersatz für die Verluste, die ihm der Abbruch des Grafenherberglifts (Kollak-Lift) beschert habe. Das Hauptsacheverfahren am Landgericht München II ist noch anhängig, einen Gütetermin mit einem Richter hatte Berger Mitte Dezember in letzter Sekunde platzen lassen – ebenso ein Gespräch mit dem Verbund, in dem es um die Aufteilung der Lifteinnahmen gehen sollte.

Kittenrainer bedauert dies sehr, wobei der Bürgermeister andeutet, dass er das Angebot des Verbunds an den Rankenlift-Betreiber sehr wohl für eine tragfähige Verhandlungsbasis hält. „Die Tür steht offen“, betont er, „aber wenn man sich nicht an einen Tisch setzt, alte Sachen nicht ruhen lässt und nicht nach vorne schaut, dann wird es schwer, eine Lösung zu finden.“

Ein weiterer Tiefpunkt: Vor Kurzem hat Berger auf Drängen der Bergbahnen Sudelfeld GmbH eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, wonach er sich verpflichtet, nicht mehr behaupten, dass sein Rankenlift Mitglied eines Skipassverbunds ist. Seine Verhandlungsbereitschaft wird das nicht erhöhen. „Wir hoffen immer noch auf die Unterstützung der Bevölkerung und von den Vertretern öffentlicher Belange, damit ein kleines Familienunternehmen nicht mit Hilfe von Steuergeldern in Millionenhöhe wirtschaftlich vernichtet wird“, klagt er.

Indessen ist der Ärger über den Stillstand bei manchen Skifahrern groß. Ohne den Rankenlift mit seinen ebenso gut präparierten wie firnträchtigen Pisten und seiner direkten Anbindung zurück an den Waldkopflift verliere das Skigebiet Sudelfeld erheblich an Qualität, bedauern sie in einem Schreiben an die Sudelfeld-Bergbahnen.

Von Ludwig Simeth

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