+
Er fährt, aber zu welchen Konditionen? Der Rankenlift am Sudelfeld.

Skigebiet Sudelfeld

Liftstreit: Jetzt soll ein Gütetermin helfen

Verwirrend: Betreiber verspricht keine Extrakosten für Skifahrer, gehört aber nicht zum Skipassverbund. Wie jetzt?

Bayrischzell – Der Skiwinter am Sudelfeld soll in einer Woche starten, und noch immer ist nicht geklärt, wie die Skifahrer den Rankenlift nutzen können. Wie berichtet, hatte Eigentümer Anton Berger aus Oberaudorf seine Mitgliedschaft im Skipassverbund gekündigt, in der Hoffnung, damit den Bau des Achter-Sessellifts verhindern zu können. Die Rechnung ging bekanntlich nicht auf. Am Freitag, 1. Dezember, soll eine der schnellsten Sesselbahnen Deutschlands eingeweiht werden.

Der Skiwinter am Sudelfeld soll in einer Woche starten, und noch immer ist nicht geklärt, wie die Skifahrer den Rankenlift nutzen können. Wie berichtet, hatte Eigentümer Anton Berger aus Oberaudorf seine Mitgliedschaft im Skipassverbund gekündigt, in der Hoffnung, damit den Bau des Achter-Sessellifts verhindern zu können. Die Rechnung ging bekanntlich nicht auf. Am Freitag, 1. Dezember, soll eine der schnellsten Sesselbahnen Deutschlands eingeweiht werden.

Derweil sorgt Berger für Irritation. Unter der Woche verschickte er eine E-Mail an Politiker und Medien. Immerhin mit einer guten Nachricht: „Der Rankenlift wird laufen“, versicherte der Betreiber dem Oberbayerischen Volksblatt und schickte hinterher: „Und niemand muss dafür extra bezahlen.“ Mit seinem Rankenlift werde er – „im gleichen Umfang wie bisher auch“ am Skibetrieb teilnehmen.

Das geschäftliche Verhältnis zwischen Berger und der Bergbahnen Sudelfeld GmbH bleibt derweil unklar. Berger betont in dem Schreiben, dass die Maßnahme ausschließlich auf der Rechtsgrundlage der „Vergleichsweisen Vereinbarung“ vom 15. Oktober 2001 basiere: „Aufgrund dieser Vereinbarung erhält der Rankenlift aus den Gesamteinnahmen aller verkauften und im Wirtschaftsraum Sudelfeld geltenden Liftkarten den Anteil, der sich für ihn aus den durchschnittlich prozentualen Erlösen der letzten fünf Jahre errechnet.“ An einer juristischen Ausfertigung werde derzeit gearbeitet.

Dem widerspricht Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahn-GmbH. Von Fixprozenten könne keine Rede sein. Vielmehr könne Berger zu denselben Konditionen wie zum Beispiel der Rosengassenlift in den Skipassverbund zurückkehren. In die Beteiligung am Umsatz fließen diverse Faktoren ein. Laut Stadler wird neben der Anzahl der Fahrten auch die Art der Liftpässe (Tages-, Jahreskarte, etc.), die überwundenen Höhenmeter und die Bauweise des Lifts (Schlepper, Sesselbahn, etc.) berücktsichtigt. Bislang hat Berger das Modell nicht akzeptiert. Stand heute bekommt er also kein Geld aus dem Liftkartenverkauf.

Vielleicht bringt ein Gütetermin vor dem Landgericht eine Einigung. Dort klagt Berger auf Schadensersatz. Er meint Nachteile durch den Bau des Achter-Sessellifts zu haben (wir berichteten) und hat Stadler zufolge der Bergbahn GmbH untersagt, seine Grundstücke zu nutzen. Das ist noch kein Beinbruch, es würde lediglich eine Variante einer Abfahrt nicht von der Bergbahn GmbH präpariert. Folgenschwerer wäre eben, dass der Rankenlift wegfällt, was Berger nun aber ausgeschlossen hat. Das findet Stadler natürlich „erfreulich“.

Für das Verhalten des Oberaudorfers fehlt dem Bergbahnen-Chef allerdings das Verständnis. Er geht davon aus, dass sich durch den neuen Achter-Sessellift – die Talstation befindet sich in Sichtweite zum Rankenlift – die Umsätze deutlich steigen und einen geringeren prozentualen Anteil für den Rankenlift am Gesamtumsatz locker auffangen – zumal Berger auch noch sein Rankenstüberl betreibt.

Stadler hofft auf eine schnelle Einigung – spätestens, bevor mit den Weihnachtsferien die heiße Saisonphase beginnt. Berger sieht sich derweil zu Unrecht in die Rolle des Quertreibers gedrängt: „Ich wollte nie etwas blockieren. Es geht ganz einfach um die Wirtschaftlichkeit.“ Das aktuelle Verteilerschlüssel-Angebot der Bergbahnen GmbH würde nicht annähernd seine Betriebskosten decken.

aez/dak

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sanieren, umbauen oder zusperren?
Bayrischzell will sein Schwimmbad erhalten – am liebsten mittels einer Sanierung. Doch die Förderung fällt geringer aus als erwartet. Der Umbau in ein Naturfreibad kommt …
Sanieren, umbauen oder zusperren?
Vor dem Krankenhaus hat‘s gekracht
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon war‘s passiert. Zwei Verletzte und zwei Schrottautos lautet die Bilanz eines Unfalls vor dem Krankenhaus Agatharied.
Vor dem Krankenhaus hat‘s gekracht
Die besten Skigebiete nahe München - Geheimtipps und Pisten-Porträts inklusive
Der Schnee staubt hoffentlich bald wieder in den Skigebieten im Umland von München. Bis dahin zum Planen: Die Top-Skigebiete und Geheimtipp-Pisten nahe München.
Die besten Skigebiete nahe München - Geheimtipps und Pisten-Porträts inklusive
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos
Es weihnachtet wieder sehr - von Otterfing bis Bayrischzell, von Irschenberg bis Bad Wiessee. Ein Überblick mit allen Christkindlmärkten im Landkreis Miesbach samt …
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos

Kommentare