Alt und marode: Die Brücke über die Leitzach bei Geitau wird saniert.
+
Alt und marode: Die Brücke über die Leitzach bei Geitau wird saniert.

Natursteinbauwerk bei Geitau stammt aus den 1910er-Jahren

Marode Fußgängerbrücke wird saniert

Die Gemeinde Bayrischzell lässt die westliche Leitzachbrücke in Geitau sanieren. Ein Grund ist das Alter: Das Natursteinbauwerk stammt aus den 1910er-Jahren zur Zeit des Bahnstreckenausbaus.

Geitau – Da die Baumaßnahme nicht gerade billig ist, wird die Leitzach-Überquerung in das Weitwanderweg- Projekt aufgenommen, was einen Zuschuss ermöglichen soll. Bekanntermaßen führt der geplante Weitwanderweg von Wörnsmühl über Bayrischzell in das benachbarte Thiersee in Tirol. Die Brücke in Geitau ist ein Teilabschnitt davon, da sie Fußgängern das Überqueren der Leitzach ermöglicht. Im Rahmen des europäischen Interreg-Programms werden von den angesetzten 230.000 Euro Baukosten voraussichtlich 75.000 Euro gefördert.

Brücke wird überwiegend von Wanderer und Radfahrern genutzt

Wie Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) erläuterte, wird die Brücke neben ein paar Anwohnern heutzutage überwiegend von Wanderern und Radfahrern genutzt. Sie ist für Fahrzeuge bis höchstens drei Tonnen passierbar. Jüngst hat sich Gemeinde das marode Bauwerk zusammen mit einem Statiker angeschaut. Es besteht aus zwei Rundbögen und hat in der Mitte einen Pfeiler. „Ich kenne die Brücke schon aus meiner Kinderzeit, und damals war sie schon marode“, sagte Kittenrainer (CSU). „Einsturzgefährdet ist sie aber noch nicht, da sie damals aus Natursteinen sehr stabil gebaut wurde.“ Nichtsdestotrotz sei jetzt „der Beton fertig“ und eine Sanierung unumgänglich.

Sanierung rechnet sich nicht

Das beauftragte Ingenieurbüro schlug vor, den Brückenaufbau komplett zu erneuern. „Eine Sanierung des Bestandes würde mindestens genauso viel kostet“, ergänzte Geschäftsleiter Josef Acher. Konkret sollen der Oberbau abgetragen und der Mittelpfeiler etwas erhöht werden. Zudem wird die Tragfähigkeit mittels Stahlträgerkonstruktion und Ringfundamenten gestärkt, damit die Brücke auf einer Breite von 3,50 Meter theoretisch für bis zu 16 Tonnen schwere Fahrzeuge befahrbar sei. Kittenrainers ursprünglicher Gedanke, die Brücke zu einer reinen überdachten Fußgängerbrücke aus Holz zurückzubauen, sei schnell wieder verworfen worden. Diese Baumaßnahme wäre sonst noch teurer und „im Unterhalt wesentlich aufwendiger“ geworden. Denn solche Brücken müssten alle 20 Jahre generalsaniert werden. „Das ist ein Luxus.“

Um die Interreg-Förderung zu bekommen, muss die die Leitzachbrücke als Fußgängerüberweg ausgewiesen werden. Die Hauptzufahrt für Anlieger soll daher künftig über die Bahnhaltestelle erfolgen. Am Ende stimmte der Gemeinderat der Sanierung einhellig zu.

dwe

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Miesbach-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare