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Meterhoch unter Schnee begraben: Dach in Bayrischzell.

Skigebiet trotz besten Bedingungen zu

Katastrophenfall aufgehoben - In Bayrischzell kämpfen Helfer gegen den Schnee

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Der Landkreis Miesbach hat den Katastrophenfall aufgehoben. In Bayrischzell herrscht noch Ausnahmezustand. Eine Lawinenabgang verschärft die Situation. Das Sudelfeld ist nicht erreichbar.

  • Der Katastrophenfall ist aufgehoben.
  • Ausnahmezustand im südlichen Landkreis: Ein Lawinenabgang und Schneemassen auf den Dächern halten die Helfer in Bayrischzell und Umgebung in Atem.
  • Das Skigebiet Sudelfeld ist von der Außenwelt abgeschnitten.
  • Die BOB-Strecke bleibt noch bis 20. Januar gesperrt.

+++ Aktualisieren +++

Landkreis Miesbach: Katastrophenfall aufgehoben

Update, 18.10 Uhr: Elf Tage und 8.481 Einsatzkräfte – das ist die Bilanz des Katastrophenfalls im Landkreis Miesbach. Am Donnerstag hob Landrat Wolfgang Rzehak den K-Fall auf. Große Schäden blieben aus, was laut Landratsamt  neben einer großen Portion Glück auch an der guten Organisation lag. 

Ganz ohne Schäden blieb der Schnee dennoch nicht: Ein Fahrradunterstand am Bahnhof der Gemeinde Bayrischzell stürzte ein. Die Polizeiinspektionen verzeichneten 93 Verkehrsbehinderungen, drei eingeschneite Verkehrsteilnehmer, acht Verkehrsunfälle mit Personenschaden (kein tödlicher Verkehrsunfall) und 106 Verkehrsunfälle mit Sachschäden. 17 Einsatzkräfte verletzten sich. Alle konnten nach ambulanter Behandlung allerdings wieder entlassen werden. Über 200 Personen wurden kurzfristig evakuiert, konnten aber nach der Dachräumung wieder in ihre Häuser zurück. Die vorbereiteten Notunterkünfte für 1.100 Personen in den Turnhallen mussten nur für die externen Einsatzkräfte, nicht für Evakuierte, genutzt werden.

Lesen Sie auch: „Man hat gar kein Grollen gehört“: Studentin erlebt Lawinenabgang direkt vor ihrem Auto

Update, 16.08 Uhr:

 Die Strecke Schliersee - Bayrischzell ist nach wie vor und voraussichtlich bis einschließlich Sonntag, 20. Januar, witterungsbedingt gesperrt. Die Bayerische Oberlandbahn GmbH setzt weiterhin Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Schliersee und Bayrischzell ein.

Die Situation in Bayrischzell am Donnerstagnachmittag: Meterhoch türmen sich die Schneemassen auf den Dächern Bayrischzells am Ende des Leitzachtals. Helfer von THW, Bundeswehr, Feuerwehr und vielen anderen Organisationen kämpfen gemeinsam gegen die Schneemassen, räumen unermüdlich Dächer, Straßen und Schienen. Und doch bleibt Bayrischzell im Ausnahmezustand.

Diese Woche wird sich ins Gedächtnis der Gemeinde einbrennen – und wohl auch in die Geschichtsbücher. „Das ist der größte Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften, den der Landkreis je gesehen hat“, sagt Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer.

Bayrischzell im Ausnahmezustand: Überall Einsatzwagen von Feuerwehr und Polizei

Wer durch den Ort spaziert, wird vor lauter Schauen nicht mehr fertig – und mit dem Ausweichen auch nicht. In jeder noch so kleinen Straße stehen Blaulichtfahrzeuge, etliche mit Drehleitern. Auf den Hausdächern wuseln angeseilte Helfer mit Schaufeln und Schneehexen wie emsige Ameisen. 600 waren es laut Landratsamt am Dienstag, 750 am Mittwoch und gar 900 am Donnerstag. Sie gehören zu Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Bereitschaftspolizei und Bundeswehr – und sie stammen aus ganz Bayern.

Ausnahmezustand in Bayrischzell - die Bilder

900 Helfer aus ganz Bayern in Bayrischzell im Einsatz

Wie berichtet, befindet sich Bayrischzell seit Anfang der Woche im Ausnahmezustand. Der hohe, vor allem aber auch nasse und schwere Schnee ist förmlich auf den Dächern festgefroren und macht die Lage damit gefährlicher als an jedem anderen Ort im Landkreis. Mehrere Baufachberater-Teams, die das THW aus ganz Süddeutschland zusammengezogen hat, prüfen laut Landratsamt „automatisch alle Häuser“ in der Gemeinde.

Diese wurde dafür in 20 Sektoren unterteilt. Die Koordinierung der Aktion übernimmt die Einsatzleitung im Bergwacht-Hauptquartier. Dächer mit den Gefährdungskategorien 1 bis 3 werden abgeräumt, bei den Stufen 4 und 5 bestehe kein akuter Handlungsbedarf. Letzteres sei bis dato bei circa zwölf Prozent der begutachteten Gebäude der Fall. Diese könnten die Eigentümer auf eigene Kosten von privaten Dienstleistern räumen lassen. Das Landratsamt bittet alle Bayrischzeller, nur im absoluten Notfall (Risse in Wänden und Balken oder ungewöhnliche Geräusche) das Bürgertelefon Katastrophenschutz (08025 / 7046666) anzurufen.

Am Mittwochabend donnerte eine Lawine auf die Sudelfeldstraße. Das Skigebiet Sudelfeld ist seitdem von der Außenwelt abgeschnitten. „Das ist schon brutal bitter“, sagt Sudelfeld-Chef Egid Stadler, „von unserer Seite war alles fix und fertig“. Alles ist präpariert, alles ist vorbereitet und doch steht alles still - bei traumhaftem Sonnenschein. Ein aktuelles Bild vom der Sudelfeld-Webcam wirkt fast gespenstisch.

Leeres Skigebiet trotz bester Bedingungen: Sudelfeld am Donnerstag.

Am benachbarten Wendelstein geht es noch wilder zu. Hier hat das Skigebiet, das nur mit Naturschnee arbeitet, nicht offen, weil einfach zu viel davon liegt. Die Lawinengefahr ist hoch, die Bergstation komplett eingeschneit. Die Bergwacht Leitzachtal befreite die Gondelbahn-Bergstation nun zumindest soweit vom Schnee, dass die Gondeln wieder einfahren können. 

Die Lage bleibt angespannt.

Die BOB indessen enttäuschte auch am Mittwoch Schüler und Pendler.

sg/kmm

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