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Förderantrag liegt bereit: Fischbachau will seine Wärmehalle modernisieren und umbauen.

Bauministerium startet Förderprogramm

Grünes Licht für Schwimmbad-Sanierungshilfe

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Jetzt kann es losgehen: Bayerns Bauminister Hans Reichhart hat gestern den Startschuss für das neue Sonderprogramm Schwimmbadförderung gegeben. Darauf hat man in Miesbach, Fischbachau und Bayrischzell lange gewartet.

Mit dem Programm wird die Sanierung kommunaler Bäder unterstützt, die nicht in einem anderen staatlichen Programm förderfähig sind und in denen Schulschwimmen oder Schwimmkurse angeboten werden. Das teilte Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner (CSU) am gestrigen Mittwoch in einer Presseerklärung mit.

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Eine Nachricht, auf die man im Landkreis schon lange wartet. Wie berichtet, muss das Warmfreibad in Miesbach seit Jahren dringend saniert werden. 3,5 Millionen Euro werden dafür veranschlagt – ohne Planungskosten. Viel Geld für die Stadt, die intervallmäßig – wie jetzt gerade wieder – finanziell kaum über die Runden kommt.

Sanierung in Miesbach kostet wohl 3,5 Millionen Euro

In der Kreisstadt wurde deshalb die Forderung nach einer Förderung besonders laut. Seit 2017 organisierte der Förderverein des Bads über Parteigrenzen hinweg einen Bäderdialog und startete eine Online-Petition. Der damalige SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher war da, ebenso CSU-Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner – erst als Wirtschafts-, dannab 2018 als Bauministerin. In letzterer Funktion versprach sie, sich für eine Lösung im Haushalt 2019 einzusetzen - mit Erfolg: Jetzt schickt ihr Nachfolger Reichhart das Programm ins Rennen.

120 Millionen Euro werden dafür in den kommenden sechs Jahren zur Verfügung gestellt. Insbesondere Freibäder können so gefördert werden. Kommunen können Förderanträge ab sofort einreichen. Die Förderung beträgt bis zu 55 Prozent der Sanierungskosten von Schwimmbecken, Umkleiden und Technikbereichen – je nach finanzieller Leistungsfähigkeit der jeweiligen Kommune.

Bei einer Kommune mit durchschnittlicher Leistungsfähigkeit wird ein Viertel der förderfähigen Kosten übernommen, interkommunale Lösungen werden besonders berücksichtigt. Auch Rückbauten und Flächenreduzierungen, die die Unterhaltskosten senken, werden gefördert, nicht aber Sauna- und Gastronomiebereiche oder reine Sprung- und Wellenbecken.

120 Millionen Euro für sechs Jahre

In Miesbach hat man im Vertrauen auf Aigner alles vorbereitet, um umgehend eine Förderung beantragen zu können – man ist bereit. „120 Millionen Euro sind im Verhältnis zum Bädersanierungsbedarf in Bayern recht gering“, stellt Miesbachs Badreferent, CSU-Stadtrat Erhard Pohl, fest. „Da muss man schnell sein.“

Sorgen bereitet ihm der Passus, dass die Förderhöhe von der Leistungsfähigkeit der Kommune abhängig ist. Miesbach muss aktuell Schulden aufnehmen, „aber wenn als Bemessungsgrundlage 2017 herangezogen wird, schaut es schlecht aus. Denn da hatten wir eine Rekordeinnahme.“

Zudem hat die Stadt offenbar weitere Möglichkeiten im Blick, um die Freibadsanierung zu realisieren. Welche das sind, will Pohl aktuell nicht verraten. Nur so viel: In der nächsten Sitzung des Stadtrats am Donnerstag, 1. August, wird Näheres vorgestellt.

Fischbachau will diese Woche noch abschicken

In den Startlöchern steht man auch in Fischbachau. „Wir müssen den Antrag eigentlich nur noch frankieren“, sagt Bürgermeister Josef Lechner (CSU). „Jetzt, wo die Kriterien vorliegen, gilt es, noch mal kritisch drüberzuschauen, aber diese Woche noch wird der Antrag rausgehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir berücksichtigt werden“, sagt der Förderexperte. „Das ist gelebte Übung.“

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Fischbach will – wie berichtet – seine Wärmehalle modernisieren. In den ersten Stock soll zudem ein Übersichtsbüro mit Außentreppe eingebaut werden, um die Sicherheit zu erhöhen. 160.000 Euro umfasst die Investitionssumme. Der Rathauschef geht von einer großen Nachfrage aus, sagt aber auch: „Man bekommt ja keine 100 Prozent, sondern muss selbst einen großen Teil der Kosten selbst tragen. Dieses Geld muss im Haushalt stehen.“ In Fischbachau sei dies der Fall.

Bayrischzell schickt voraussichtlich Naturfreibad ins Rennen

In der Nachbargemeinde Bayrischzell herrscht dagegen noch Klärungsbedarf, wie Bürgermeister Georg Kittenrainer erklärt. Im Juni sei das Konzept für ein Naturfreibad vorgestellt worden (wir berichteten). Parallel dazu werden die Kosten geprüft, wenn das Becken wie gehabt als Warmfreibad saniert wird. In welche Richtung es geht, entscheidet der Gemeinderat.

Kittenrainer weiß, dass die Zeit drängt: „Das wird schnell überzeichnet sein.“ Deshalb will er die fertige Planung für das Naturbad einreichen. Kosten: eine Million Euro netto. „Das ist viel Geld für ein Bad bei 12.000 Besuchern pro Jahr und 1600 Einwohnern, aber für unseren Fremdenverkehr spielt das eine sehr große Rolle.“ Die Nutzung für Schulunterricht und Schwimmkurse sei – wie auch in Miesbach und Fischbachau – gegeben.

Wer nun wie viel erhält, wird sich zeigen. Die Abwicklung des Programms wird den Bezirksregierungen übertragen. Aigner zeigt sich indes zufrieden: „Das ist sinnvoll investiertes Geld, denn Freibäder erfüllen neben Hallenbädern eine wichtige Funktion: Kinder haben hier eine Möglichkeit, schwimmen zu lernen. Rettungskräfte von Wasserwacht und DLRG können hier ihren Nachwuchs ausbilden und trainieren. Das muss so bleiben.“

ddy

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