Karl Roman Schmid ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Als Kreisbaumeister hatte er sich fast 30 Jahre lang für ein sensibles und maßvolles Bauen im Landkreis eingesetzt.

Landkreis verliert engagierten Kämpfer für die Heimat

Ex-Kreisbaumeister Karl Roman Schmid ist tot

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Der Landkreis Miesbach hat einen ebenso hartnäckigen wie geachteten Kämpfer für den Erhalt der Heimat verloren: Der ehemalige Kreisbaumeister Karl Roman Schmid ist im Alter von 82 Jahren verstorben.  

Architekt, Ästhet, Kämpfernatur: Karl Roman Schmid hat all dies in seiner Person vereint. Und so war der einstige Kreisbaumeister am Landratsamt Miesbach bei vielen Architekten-Kollegen und Bauherren nicht nur geachtet, sondern auch gefürchtet. „Er war sehr entschlossen. Nie hatte er Angst, sich in die Nesseln zu setzen“, sagt Angela Brogsitter-Finck. Die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), die heute einen ähnlichen Kampf gegen Bausünden führt, wie es vormals Karl Roman Schmid getan hat, zollt dem Verstorbenen höchsten Respekt. Und drückt es doch ganz lapidar aus: „Mit ihm war nicht gut Kirschen essen.“

Karl Roman Schmid hatte sein Studium der Architektur an der Technischen Universität München absolviert. Hier war er auch Assistent am Lehrstuhl für Entwerfen, Sakralbau und Denkmalpflege bei Professor Wiedemann, ehe er am 1. Januar 1971 in Miesbach das Amt des Kreisbaumeisters antrat. Als solcher sollte er eine Vielzahl an bleibenden Spuren im Landkreis hinterlassen.

„Der Landkreis verdankt ihm so viel. Wir werden immer an ihn denken“, erklärte Landrat Wolfgang Rzehak am Freitag anlässlich des Todes von Karl Roman Schmid, der mit seiner Frau lange Zeit in seinem idyllischen Häuschen in Geitau (Gemeinde Bayrischzell) gelebt hatte, zuletzt aber nach einer schweren Krankheit in einem Seniorenstift in Neuhaus betreut werden musste.

29 Jahre lang war Schmid Kreisbaumeister. Während seiner beruflichen Laufbahn - aber auch später noch in der Funktion des Kreisheimatpflegers - habe er sich stets für „anständiges, sensibles, geschichtsbewusstes und vor allem maßvolles Bauen“ eingesetzt, heißt es in der Pressemitteilung des Landrats. Meist kämpfte er dabei erfolgreich gegen die Widerstände von Bauherren, Planern und Gemeinden an. Daumen hoch, Daumen runter - das Wort Schmids hatte Gewicht.

Das zeigt dieses Beispiel ganz deutlich: Bis zum Antritt von Karl Schmid war die Dachlandschaft im Landkreis braun. Danach färbten sich immer mehr neue Dächer rot. Selbst die in ganz Deutschland bekannte Firma Braas habe sich vom beharrlichen Einsatz des Miesbacher Kreisbaumeisters überzeugen lassen und schließlich die Betonpfanne in der Farbe „Miesbach Rot“ erfolgreich auf den Markt gebracht, heißt es in der Würdigung des Landrats.

„Alles achten und bewahren, Neues sensibel und mit Rücksicht auf die Umgebung bauen“ - das war das Credo von Karl Roman Schmid. Im Jahr 2012 erhielt der Mann mit der eindrucksvollen Löwenmähne für sein Lebenswerk die Denkmalschutzmedaille des Landkreises für sein Lebenswerk. Bereits zuvor war er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. „Persönlichkeiten wie ihn“, sagt Brogsitter-Finck, „gibt es heute fast nicht mehr“.

gab

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