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Die Bewohner am Sudelfeld müssen weiter den Lärm der Motorräder ertragen.

Motorräder am Sudelfeld

Straßensperrung nicht in Sicht

Bayrischzell - Für die von Motorradlärm geplagten Anwohner entlang der Sudelfeld-Strecke zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Das Innenministerium hält eine Sperrung der Straße derzeit nicht für machbar. 

Die Problematik der zu schnell fahrenden Motorräder und die dadurch entstehende Lärmbelastung entlang der berühmt-berüchtigten Sudelfeld-Strecke hatte die betroffenen Gemeinden Bayrischzell und Oberaudorf (Kreis Rosenheim) veranlasst, einen Brief ans Bayerische Innenministerium zu schreiben. Die Antwort, die Bauamtsleiter Josef Acher jetzt im Bayrischzeller Gemeinderat vorlas, sorgte einmal mehr für Ernüchterung.

„Die Attraktivität und Gefährlichkeit des Sudelfelds vor allem für Motorradfahrer sind uns sehr bekannt“, schreibt das Innenministerium. Die Behörde beobachte dort sehr genau die Unfallentwicklung sowie die Verkehrssicherheit. Aber einschneidende Handlungen wie die seitens der Gemeinden geforderte Streckensperrung für Kraftkradfahrer können nicht aufgrund des Fehlverhaltens einzelner Fahrer vollzogen werden. Das sei wohl erst möglich, „wenn alle anderen Maßnahmen dauerhaft gescheitert sind, die zur Verbesserung der Verkehrssicherheit dienen“, heißt es in dem Schreiben.

Kein Erfolg in Sicht: Resignation im Gemeinderat

Konkret handelt es sich dabei um Verkehrssicherheitsmaßnahmen, die seit 2013 beschlossen und zeitnah umgesetzt wurden, also Rüttelstreifen, doppelte Überholverbotslinien und zusätzliche Markierungen an gefährlichen Kurven. Wie berichtet, wurde des Weiteren eine Kontrollgruppe Motorrad beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd eingerichtet, um die Gruppe der sogenannten High-Risk-Fahrer auszubremsen. Im Jahr 2015 haben die speziell geschulten Polizeibeamten insgesamt 958 Stunden Kontrollen durchgeführt. Es wurden 2462 Fahrzeuge begutachtet. Das Ergebnis: 213 Geldbußen und 614 Ordnungswidrigkeits-Anzeigen. Bei 271 Kradfahrern wurde die Weiterfahrt verboten.

Verbindliche Aussagen zur Unfallentwicklung oder ob die getroffenen Verkehrssicherheitsmaßnahmen nicht erfolgreich sind, könnten erst nach einem Beobachtungszeitraum von mehreren Jahren getroffen werden, heißt es aus dem Ministerium. Die Unfallstatistik am Sudelfeld spiegle die Situation im Freistaat wider. Insgesamt sei die Zahl der Unfälle um 5,9 Prozent angestiegen. Bayernweit verloren im vergangenen Jahr 140 Motorradfahrer ihr Leben, darunter drei auf der Sudelfeld-Strecke. Auch die vorgeschlagenen stationären Geschwindigkeitsmessungen würden zu keiner Besserung führen, da sich die Motorradfahrer darauf einstellen.

Georg Kittenrainer schüttelte in der Sitzung resigniert den Kopf. „Wir können das Problem leider nicht lösen“, sagte der Bürgermeister. Er verstehe die Beschwerden der lärmgeplagten Anwohner, aber die Erfolgsaussichten seien deprimierend. „Das Sudelfeld und der Kesselberg sind die Rennstrecken Nummer eins.“ Das habe Kittenrainer heuer bereits am ersten schönen Samstag wieder bemerkt. „Wir werden nicht müde, unser Anliegen weiter nach oben zu tragen“, versprach er mit Blick auf das ernüchternde Schreiben. Somit geht die Geschichte vom Kampf der Anwohner an der Alpenstraße gegen die zu schnellen und zu lauten Motorradfahrer weiter.

Von Daniel Wegscheider

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