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Trotz der Verbotsschilder befahren Mountainbiker die für sie gesperrten schmalen Wege. Um den Naturschutz durchzusetzen, schickt das Landratsamt nun Kontroll-Teams los.

Landratsamt kontrolliert an der Rotwand

Mountainbikern droht Bußgeld im Schutzgebiet

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Spitzingsee - Spaß in der Natur ohne Grenzen: Für viele Mountainbiker ist das eine Selbstverständlichkeit. Regeln zum Schutz der Natur werden zunehmend ignoriert. Nun reagiert das Landratsamt mit Kontrollen und - im Extremfall - Bußgeld.

Das Landratsamt Miesbach setzt ein Zeichen. Immer wieder missachten Mountainbiker das Verbot im Bereich der Rotwand, die seit 1990 Landschaftsschutzgebiet ist. Statt auf den erlaubten Alm- und Forstwegen fahren sie über schmale Wanderwege und Steige – trotz eindeutiger Verbotsschilder. Nun reagiert die Behörde: Am Sonntag, 16. Oktober, werden erstmals Kontroll-Teams unterwegs sein. Die Mitarbeiter des Landratsamts dürfen Radfahrer anhalten, Personalien feststellen sowie im Extremfall Verwarnungen und Bußgelder verhängen.

Es ist der Schutz der Natur, der das Verbot erforderlich macht. Während das Mountainbike-Fahren im Rotwand-Gebiet nur auf ausgebauten Wegen gestattet ist, sind kleinere Wanderwege und Steige tabu. Diese haben meist eine Breite von nur einem Meter oder weniger und sind oft mit einer Kieswalzdecke bedeckt. Durch falsches Bremsen beim Bergabfahren – dem sogenannten Downhill – entsteht starke Erosion. Die Folge sind Rinnen, in denen sich Wasser sammelt. Zudem sollen die Tiere geschützt werden. Im Rotwandgebiet leben die seltenen Raufußhühner – Birkhuhn und Auerhuhn. Aber auch anderes Bergwild ist ganzjährig störanfällig.

Für Marco Müller ist die Kontrollaktion eine schwierige Gratwanderung. Einerseits ist der Gebietsbetreuer für das Mangfallgebirge um Ausgleich bemüht, andererseits sieht er die Situation der Naturschutzbehörde: „Es wird trotz aller Verbote dort gefahren. Klar, dass das Landratsamt reagiert.“

Vor allem geht es um den Pfanngraben. Die Strecke ist laut Müller besonders erosionsgefährdet, aber auch sehr beliebt. Im Internet taucht der Weg immer wieder auf, wird als „flowige Passage mit sehenswerter Schlucht“ beschrieben. Dass dieser „Trail“ für Mountainbiker aber tabu ist, wird kaum erwähnt.

Dass Mountainbiker auch ein Recht auf geeignete Strecken haben, ist auf behördlicher Seite durchaus bewusst. So arbeitet der Touristikverband Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) an einem Konzeptionsentwurf, der für Mountainbiker gute Streckenvorschläge bieten soll. Für Müller ist das ein guter Weg, denn so käme jeder zu seinem Recht: „Am besten ist es, mit Dialog zu überzeugen.“ Das sei auch ein Ziel der Kontrollen.

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