Alpenhof in Osterhofen
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Soll sich nicht groß verändern: Der Alpenhof in Osterhofen am Fuß des Wendelsteins gehört jetzt zur DEVA Hotels und Resorts Gruppe.

Charakter des Hauses soll erhalten bleiben

Nach Insolvenz: Hotelkette hat Alpenhof Bayrischzell gepachtet

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Der Alpenhof in Osterhofen hat wieder eine Zukunft. Die DEVA Hotels und Resorts Gruppe hat das Traditionshaus übernommen. Viel verändern wollen die neuen Pächter nicht.

Osterhofen – Übernimmt eine Hotelkette ein kleines Haus, liegt die Befürchtung nahe, dass dieses bald seinen individuellen Charakter verliert. Kein Wunder, sollen sich die Stammgäste doch überall gleich gut auskennen. Egal, ob sie am Ostseestrand oder in den bayerischen Alpen Urlaub machen. Die DEVA Hotels und Resorts Gruppe, die kürzlich den Alpenhof in Osterhofen hat, verfolgt einen anderen Ansatz. „Wir bauen nichts um“, sagt Geschäftsführer Vadim Akintschitz. „Das Haus ist gut so, wie es ist.“

Zehn Hotels und Apartmenthäuser betreibt die vor sieben Jahren von Akintschitz gegründete Hotelverwaltungsgesellschaft. Während die DEVA ihre Firmenanschrift in Hamburg hat, befinden sich sämtliche Objekte im südöstlichsten Zipfel Bayerns. Vier in Reit im Winkl, zwei in Ruhpolding, zwei in Schechen und eins in Unterwössen. Der Alpenhof in Osterhofen ist Akintschitz’ erstes Haus westlich des Inns.

Im Auge hatte er es schon länger, berichtet der Hotelier, der seit seinem 17. Lebensjahr in der Branche unterwegs ist. „Ich bin privat öfter in der Gegend gewesen.“ Als er dann mitbekommen hatte, dass die bisherigen Pächter Insolvenz angemeldet haben, meldete er sein Interesse an – und erhielt den Zuschlag. Auch die Corona-Krise und die damit verbundenen strengen Auflagen für die Hotellerie konnten Akintschitz nicht von seinen Plänen abbringen. „Wir sind Profis“, sagt er.

Der Alpenhof habe ihm von Anfang an gefallen, weil er gut ins Portfolio der DEVA passe. Diese habe sich auf klassische Ferienhotels spezialisiert. Hochwertig, regional, familiär und gleichzeitig für eine breite Zielgruppe bezahlbar: Das mache seine Häuser aus. Deshalb habe er das gesamte Personal des Alpenhofs als Angestellte übernommen. Auch derRestaurantbetrieb laufe weiter wie bisher. 18 Mitarbeiter kümmern sich um die 41 Zimmer, darunter sieben Suiten und 13 „Präsidentensuiten“.

Auch diese, nach Themen eingerichteten Räume will Akintschitz so beibehalten. Er bündle sie einfach in einer Buchungskategorie. „Den Gästen ist es egal, ob ihr Bad blau oder rot gefliest ist“, ist der Hotelbetreiber überzeugt. Kein Schnick-Schnack, sondern bezahlbarer Luxus, laute die Devise.

In Sachen Buchung schwört Akintschitz auf die großen Plattformen wie Booking.com oder Expedia. So würde der Alpenhof überall gefunden und profitiere dauerhaft von einer vernünftigen Auslastung. Diese liege in seinen anderen Häusern im Jahresschnitt zwischen 70 und 75 Prozent, erklärt der Geschäftsführer.

Dass die Auflagen durch das Coronavirus vieles erschweren, nimmt Akintschitz gelassen. „Das trifft jeden in der Branche.“ Einzig die Maskenpflicht sollte, nach österreichischem Vorbild, bald abgeschafft werden, findet er. Aufgrund der nahen Landesgrenze sieht Akintschitz den Alpenhof durchaus in Konkurrenz zu den Hotels im Nachbarland. „Gäste, die keine Masken mehr tragen wollen, fahren einfach ein paar Kilometer weiter. 

sg

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