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Polizei und Bergwacht übten am Mittwoch für den Einsatz bei einem schweren Lawinenunglück.

Zwischen Bayrischzell und Oberaudorf

Nach mehreren Lawinen-Toten: 30 Einsatzkräfte proben Ernstfall am Sudelfeld

Drei Lawinenabgänge innerhalb drei Stunden brachten Helfer im Januar an ihre Grenzen. Mehrere Tote forderte herabstürzender Schnee in den vergangenen Monaten. Den Ernstfall probten jetzt 30 Einsatzkräfte am Sudelfeld.

Bayrischzell/Oberaudorf - Rund 30 Kräfte von Bergwacht und Polizei haben am Mittwoch am oberbayerischen Sudelfeldgebiet zwischen Oberaudorf und Bayrischzell den Einsatz bei einem schweren Lawinenunglück geprobt. Die Zahl der Bergunfälle steige von Jahr zu Jahr, sagte Polizeipräsident Robert Kopp vom Polizeipräsidium Rosenheim. Ein Grund sei die Zunahme von Trendsportarten vom Hochseilgarten bis zum Canyoning. Immer häufiger müssten die rund 60 speziell geschulten Rettungskräfte des Alpinen Einsatzzuges des Polizeipräsidiums ausrücken. Die Zahl der Einsatzstunden sei im Jahr 2017 auf mehr als 7600 gestiegen, im Vorjahr waren es noch unter 7000.

Viele Menschen suchten in den Bergen Erholung und Entspannung, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU), der die Übung als Beobachter verfolgte. Den meisten sei nicht bewusst, dass sich dieses Glück „ganz schnell in eine Katastrophe wandeln kann“. Den Bergrettern gelte für ihre Höchstleistungen sein ganzer Respekt.

Mit Helikopter, Drohne, Lawinenhunden und zu Fuß mit Lawinensonde und Schaufel suchten die Retter bei dem simulierten Unfall nach zwei Verschütteten. Die eineinhalbstündige Übung habe gezeigt, dass das Zusammenspiel zwischen Polizei und Bergwacht funktioniere, sagte Otto Möslang von der Landesleitung der Bergwacht Bayern.

Polizei und Bergwacht übten am Mittwoch für den Einsatz bei einem schweren Lawinenunglück.

In Sichtweite des Übungsgeländes, an der Brünnsteinschanze, war am 21. Januar ein Tourengeher ums Leben gekommen. Drei Lawinenabgänge binnen drei Stunden hatte die Helfer an ihre Grenzen gebracht. Vier Menschen wurden gerettet, für den 30-Jährigen kam die Hilfe zu spät. Es war der dritte Lawinentote in Bayern seit vergangenem Herbst. Im gesamten Alpenraum gab es eine Reihe von tödlichen Unglücken, so auch das Todes-Drama um die beiden Ski-Asse Dominik und Michael am Großglockner. In diesem Winter sorgt viel Schnee für beste Wintersportverhältnisse. Aber auch für viel Gefahr durch Lawinen. So auch am Taubenstein bei Schliersee.

dpa/lby

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