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Der Gast liebt’s weiträumig: Im Berghotel sollen zwei große Zimmer und ein Wellness-Bereich entstehen.

Schneekanonen und Liftanlagen wirken sich aus

Nach Sudelfeld-Modernisierung: Jetzt rüsten Hotels und Gaststätten auf

Speichersee, Schneekanonen und Achter-Sesselbahn: Das Sudelfeld hat sich in den vergangenen Jahren modernisiert. Nun ziehen auch Hotellerie und Gastronomie im Skigebiet nach.

Bayrischzell – Das Berghotel Sudelfeld und der Almgasthof Grafenherberg stellten jüngst jeweils einen Antrag bei der Gemeinde Bayrischzell: Während das Berghotel zwei luxuriöse Gästezimmer und einen Wellnessbereich im bestehenden Gebäude einbauen möchte, bittet die Grafenherberg zusammen mit dem dortigen Polizeiheim um einen Wasser- und Kanalanschluss an die Gemeinde Bayrischzell. Beide Anträge wurden von der Kommune einstimmig abgesegnet – letzterer allerdings nur mit Zweckvereinbarung einer Kostenübernahme.

Der Reihe nach: Berghotel-Inhaber Andreas Greither möchte den zweiten Stock des Hauptgebäudes an der Sudelfeldstraße zu zwei Suiten umbauen. Greither begründet seinen Antrag damit, dass heutzutage größere Zimmer gefordert werden, wie Geschäftsleiter Josef Acher aus dem Antrag des Berghotelbetreibers verlas. Zudem sei heutzutage ein Wellness- und Fitnessbereich unabdingbar.

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Anschluss ans Netz: Der Almgasthof Grafenherberg will Wasser aus Bayrischzell beziehen.

Diesen plant Greither im ersten Stock. Dort befand sich vormals die Gaststätte, die seit dem Sommer in die angeschlossene Brösel Alm in moderner Bauweise ausgelagert wurde. Aus Sicht der Gemeinde gebe es keine Bedenken, da es sich laut Acher nicht um eine bauliche Erweiterung handelt, sondern um einen Umbau. Allerdings monierte der Geschäftsführer die fehlenden Maßangaben auf dem Plan. Diese müssen noch nachgereicht werden.

„Wir brauchen hochwertige Gästezimmer“, betonte Bürgermeister Georg Kittenrainer und bezeichnete das Vorhaben als „begrüßenswert“. Auch Vize-Bürgermeister und Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, Egid Stadler, findet das Bauvorhaben gut: „Das Hotel liegt direkt an der Piste und ist eine Bereicherung fürs Sudelfeld.“

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Der Wassererschließungsantrag der Grafenherberg nebst Polizeiheim bringt Kittenrainer dagegen in ein Dilemma: „Die Gaststätte gehört zur Gemeinde Oberaudorf und geht uns eigentlich nix an.“ Andererseits sei das Sudelfeld „ein gemeinsamer Wirtschafts- und Erholungsraum“, der zwischen Bayrischzell und Oberaudorf liege. Zudem seien Grabarbeiten zum Berghotel Tatzlwurm auf der Oberaudorf-Seite zu aufwendig. Dies ergaben Untersuchungen eines von der Bayrischzeller Gemeinde beauftragten Ingenieurbüros.

Kittenrainer fasste letztlich die Thematik unter den Punkt Sonderbeschluss zusammen: „Wir schließen uns dem Antrag an, wenn für Bayrischzell die Kosten im Rahmen eines Förderprogrammes vom Freistaat Bayern übernommen werden“, sagte er. „Die teure Maßnahme darf unsere Bürger nicht belasten.“ Sei die Kostenumlegung zwischen den beiden Kommunen nicht geklärt, „stirbt das Projekt“.

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Auf der technischen Seite ist das Vorhaben machbar: „Die Pumpleistung vom Tiefbrunnen aus zur Grafenherberg ist ausreichend“, erklärte Acher. „Das Nadelöhr ist jedoch das Pumpwerk an der Sudelfeldstraße“, ergänzte Kittenrainer. Hier müsse zudem eine zweite Pumpe eingebaut werden, damit die Pumpen im Wechselbetrieb arbeiten können. „Sonst ist es ein Risiko.“ Der Almgasthof müsse außerdem einen Hochbehälter errichten, für den die Gemeinde Oberaudorf die Kosten zu tragen habe. „Damit sie bei trockenen Sommern autark bleiben.“

Bei den erforderlichen Grabarbeiten für die Wasser- und Kanalleitung wäre es aus Sicht der Gemeinde zudem „sinnvoll“, gleich Glasfaser für einen Internet-Breitbandanschluss mit einzuziehen. Kittenrainer fasste zusammen: „Der Unterhalt obliegt uns, daraus errechnen sich dann auch die Wasser- und Abwasserkosten“, sagte er. „Allerdings haben wir auch die Verantwortung.“

Von Daniel Wegscheider

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