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Frisches Trinkwasser erhalten die Bayrischzeller ab Dezember wieder aus dem neuen Tiefbrunnen in der Melkstatt. Die Anlage geht nach dem folgenschweren Ausfall im Januar wieder ans Netz.

Ingenieurbüro übernimmt Haftung für Ausfall

Nach Wasser-Gau: Bayrischzeller Tiefbrunnen geht wieder ans Netz

Nicht ganz ein Jahr ist seit dem Wasser-Gau in Bayrischzell vergangen. Anfang Dezember soll der nun nachgerüstete Tiefbrunnen wieder die Trinkwasserversorgung übernehmen.

Bayrischzell Nicht ganz ein Jahr ist seit dem Wasser-Gau in Bayrischzell vergangen. Bisher ist viel Trinkwasser die Legerwaldquelle hinuntergeflossen, die vom Bauhof angeschlossen und seitdem wieder zur Grundwasserversorgung des Ortes diente. In der jüngsten Gemeinderatsitzung verkündete Bürgermeister Georg Kittenrainer nun grünes Licht vom Gesundheitsamt. Anfang Dezember soll von der alten Hochbehälter-Versorgung wieder auf die neue Tiefbrunnenquelle an der Melkstatt zurückgeschaltet werden.

„Die Wasserproben sind abgeschlossen“, berichtete Kittenrainer. „Die neue Pumpe ist eingebaut und hängt jetzt sechs Meter tiefer.“ Nach Meinung der Fachfirmen müsste diese Tiefe für die Aufnahme des Grundwassers reichen. Wie berichtet, sank der Grundwasserspiegel am 15. Januar 2017 aufgrund des vorangegangenen, trockenen Herbsts einen Meter unter den Pumpenkopf, der 21,50 Meter unter dem Boden montiert war. Eine Tiefe, die damals nach Meinung der beteiligten Fachleute als geeignet galt.

„Wir sind guter Dinge, das jetzt alles funktioniert“, sagte Kittenrainer und erwähnte lobend das am Tiefbrunnenbau beteiligte Ingenieurbüro Dippold und Gerold: „Sie übernehmen selbstverständlich die Haftung für den Ausfall des Tiefbrunnens.“ Damit der finanzielle Schaden nicht auf die Gemeinde zurückfalle. Allerdings müsse man sich noch mal mit dem Geologen zusammensetzen, meinte Kittenrainer. Der behaupte, an dem Ausfall keinerlei Verantwortung zu tragen. „Da bin ich anderer Ansicht“, betonte der Rathaus-Chef.

In Sachen Schadenshöhe gehe die Gemeinde von einer Summe von rund 20 000 Euro aus – einschließlich der Kosten für den zusätzlichen Wasserproben und die Bau- und Desinfektionsmaßnahmen „Unterm Strich sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen, wenn ich an den Januarmorgen zurückdenke“, sagte Kittenrainer. Jetzt hoffe er, dass die Gemeinde den Tiefbrunnen dauerhaft sicher betreiben kann.

Nichtsdestotrotz werde die alte Legerwaldquelle als Notversorgung weiter bereitstehen. Zwar sei dies kein offiziell zweites Standbein, „weil dort kein Wasserschutzgebiet mehr ausgewiesen wird“. Trotzdem ist die Quelle nach Meinung des Bürgermeisters eine praktikable Notversorgung: „Wir wissen ja nicht, was noch alles passieren kann. Nachher haben wir noch ein Erdbeben und die Grundwasserströme verschieben sich. Hat es auch schon gegeben.“

Von Daniel Wegscheider

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