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Kerzen allein reichen nicht: Der Bayrischzeller Gemeinderat hat sich Gedanken gemacht, wie das Programm beim Fest der 1000 Lichter aufgewertet werden kann. 

Neuerungen in Bayrischzell

Mehr Zunder fürs Lichterfest

Bayrischzell – Darf’s ein beleuchteter Wendelstein sein, eine Feuershow oder doch lieber wieder das gewohnte Brillantfeuerwerk? Darüber diskutierte jetzt der Bayrischzeller Gemeinderat, als es um den künftigen finalen Höhepunkt des Fests der 1000 Lichter im Kurpark ging.

Stephanie Hintermayr möchte das Fest der 1000 Lichter in Bayrischzell aufwerten. Die Tourismusleiterin stellte dem Gemeinderat neue Ideen vor, um abzustimmen, welcher dieser Höhepunkte nun das Fest abschließen soll.

Seit einigen Jahren gab es zum Finale des Lichterfests ein Alpenfeuerwerk. Doch dieser pyrotechnische Knaller hat sich nur bedingt bewährt: Bei einigen Vermietern, Gästen und Ratsmitgliedern keinerlei Begeisterung mehr aufflammen. Im Gremium entbrannte nun eine rege Diskussion nach der besten Lösung für die Neuauflage, die am Freitag, 26. August, stattfinden soll. Eine Feuershow soll das Fest heuer zusätzlich anheizen. Das Feuerwerk bleibt dennoch im Programm.

„Das Fest ist ein Erfolgsmodell“, lobt Bürgermeister Georg Kittenrainer die Dorf-Illumination mittels hunderter Kerzen, „es ist von Jahr zu Jahr gewachsen.“ Allerdings gebe es auch einige Feuerwerks-Gegner, betonte der Bürgermeister. Hintermayr beleuchtete daraufhin die angesprochenen Nachteile des Feuerwerks: „Es passt nicht so ganz zu unserem touristischen Profil“, sagte die Tourismusleiterin. Denn Bayrischzell setzt als Berg- und Wanderdorf auf sanften Tourismus.

Ein weiteres Problem zeigte sich im vergangenen Jahr, als der Abschussort der Raketen geändert wurde. Viele Besucher hätten daraufhin keine optimale Sicht mehr auf die bunte Knallerei am Himmel gehabt. Zudem bekundeten mehrere Besucher in der sogenannten Jazzecke, die etwas abseits vom Kurparkfest am ehemaligen Peterhof-Kino liegt, sie hätten überhaupt kein Interesse, das Feuerwerk zu sehen. „Die stehen dafür nicht einmal auf“, berichtete Hintermayr.

Für das Feuerwerk spricht allerdings auch etwas: „Es ist mittlerweile ein fester und bewährter Bestandteil des Lichterfests“, meinte die Tourismusleiterin. Dies verdeutliche die Nachfrage der Gäste bei der Tourist-Information. Viele Leute würden extra wegen des Festes anreisen. Und das Feuerwerk habe auch einen ganz praktischen Wert: „Es setzt einen deutlichen Schlusspunkt – viele Leute stehen dafür auf und gehen hinterher nach Hause“, erklärte Hintermayr. Dies würden insbesondere die Anwohner in der Ortsmitte schätzen, die sich um die nächtliche Ruhe sorgten.

Um Ruhe fürchtete Kittenrainer bei dem Vorschlag, den Wendelstein in Form einer Berg-Inszenierung für das Lichterfest zu beleuchten. „Von einer Wendelstein-Illumination halte ich nichts“, sagte der Bürgermeister. „Das bedeutet eine Störung der Natur und der Tierwelt.“ Hintermayr betonte, dass diese Idee auch sehr kostenspielig und aufwendig wäre.

Der Gemeinderat nahm davon Abstand und griff lieber den Ansatz auf, eine Feuershow ins Programm des Lichterfestes zu nehmen. „Ich würde es probieren“, sagte Vizebürgermeister Egid Stadler, „so eine Show ist toll und spannend.“ Dafür soll nun Tanja Feuerherz aus München sorgen. Die Künstlerin spielt und tanzt zum Rhythmus einer Trommlergruppe mit dem Feuer. Ihre Spezialität sind Funkenpois: brennende Schnüre, die beim Schwingen in alle Richtungen kunstvolle Flammeneffekte erzeugen.

Daniel Wegscheider

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