Ein gelber Bus der Firma Ledermair aus Österreich mit dem Ziel Kufstein steht an einer Haltestelle.
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An der Grenze müssen die Fahrgäste vom RVO-Bus in einen österreichischen Regiobus wechseln. (Archivbild)

Gemeinden trotz Verzögerung weiter an Bord

ÖPNV-Ausbau: Buslinie Schliersee-Kufstein hat Zukunft

Die Touristinformation Bayrischzell will stärker in die Infrastruktur der Region investieren. Daher soll auch die Buslinie Schliersee-Kufstein erhalten bleiben.

Bayrischzell – Mehr Geld für Infrastruktur, weniger für Hochglanzbroschüren: Das ist die neue Strategie im Tourismus, ist Stefanie Hintermayr überzeugt. „Wenn der Urlaub gut funktioniert, spricht sich das bei den Gästen ganz automatisch rum“, erklärte die Leiterin der Touristinformation Bayrischzell nun im Gemeinderat. Ausgangspunkt war eine Diskussion um die Weiterführung der grenzüberschreitenden Buslinie Schliersee-Kufstein, an der Bayrischzell als einer von fünf Projektpartner beteiligt ist.

Nach dem Abschluss des Probebetriebs habe sich herausgestellt, dass die Linie aus rechtlichen Gründen öffentlich ausgeschrieben werden muss, informierte Hintermayr. Damit müssten auch die Projektpartner der Verlängerung erneut zustimmen. Die Kosten für Bayrischzell würden sich dabei von rund 11 000 Euro auf 14 500 Euro pro Jahr erhöhen. Dafür gebe es aber künftig an den Wochenenden eine weitere Hin- und Rückfahrt am Mittag. „Ein toller Mehrwert für eine sinnvolle Nutzung der Linie“, fand die TI-Leiterin. Allerdings wird die Wiederaufnahme auf sich warten lassen. Wegen der europaweiten Ausschreibung wird es diesen Sommer nichts werden, wie es bereits im Gemeinderat Fischbachau und zuletzt im Hauptverwaltungsausschuss in Schliersee hieß. Auch diese Gemeinden sind weiter an Bord.

ÖPNV-Ausbau: Buslinie Schliersee-Kufstein hat Zukunft

Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) ist derweil guter Dinge, dass das Angebot an Attraktivität gewinnt. Dennoch müsse man sich die Fahrgastzahlen genau anschauen. Wie auch die Wendelsteinringlinie koste das Projekt eine Menge Geld. Nach den Fahrpreisen erkundigte sich Egid Stadler (CSU). Man müsse auch darauf achten, dass die Linie nicht nur von Durchreisenden genutzt werde. „Bayrischzell soll nicht nur als Zwischenhalt links liegen gelassen werden“, forderte Stadler.

Im Probebetrieb sei die Mitfahrt nur mit Gästekarte kostenlos gewesen, berichtete Hintermayr. Alle anderen und damit auch die Einheimischen hätten sechs Euro für ein Ticket bezahlt (neun Euro als Gruppe). Längerfristiges Ziel der Partner sei es aber, dass auch Einheimische gratis in den Bus einsteigen dürfen. Die Nachfrage jedenfalls sei (vor Corona) positiv gewesen. 12,84 Fahrgäste pro Tag seien gezählt worden, 1091 insgesamt. Dies sei deutlich mehr als die vergleichbare und deutlich länger bestehende Linie Tegernsee-Achenkirch, die auf 6,5 Fahrgäste am Tag komme.

Buslinie Schliersee-Kufstein: Fahrradmitnahme nur unter Umständen

„Kann man denn auch Räder mitnehmen?“, erkundigte sich Lukas Bucher (FWG). Grundsätzlich ja, antwortete Hintermayr. Sollte es die Lage aber erfordern, könne der Busfahrer sein Veto einlegen. „Deshalb dürfen wir die Fahrradmitnahme auch nicht bewerben“, bedauerte die TI-Leiterin. Laut Stadler, der selbst bei den Verhandlungen mit am Tisch saß, sei diese Regelung in Österreich üblich. „Da haben wir keine Chance auf eine Änderung“, erwiderte Stadler auf Kittenrainers Bemerkung, dass man sich nicht immer alle Vorgaben „diktieren lassen“ dürfe.

Letztlich einigte sich das Gremium darauf, zumindest eine entsprechende Empfehlung in den Beschluss aufzunehmen. Dieser fiel dann einstimmig für die Verlängerung der Buslinie um zwei Jahre. „Wir sollten diesem länderübergreifenden Projekt eine Chance geben“, betonte Kittenrainer, fügte aber hinzu: „Wenn es ein Geisterbus wird, dann schaffen wir ihn wieder ab.“ (sg)

Auch in Fischbachau wird eine Neuerung diskutiert: Einige Parkplätze sollen kostenpflichtig werden. Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Miesbach – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

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