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Offensive gegen Motorradlärm

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Regelmäßige Überwachungen durch die Polizei an der B 307 gibt es zwar. Dennoch leidet Bayrischzell unter den Rasern und deren Lärm. foto: Archiv bod
Regelmäßige Überwachungen durch die Polizei an der B 307 gibt es zwar. Dennoch leidet Bayrischzell unter den Rasern und deren Lärm. © bod

Bayrischzell - Der Bayrischzeller Gemeinderat ist sich einig: Es muss endlich etwas in puncto Motorradlärm geschehen. Derzeit laufen noch Geschwindigkeitsmessungen, anschließend soll es Gespräche geben.

Es ist ein altbekanntes Thema im Gemeinderat: der ohrenbetäubende Motorradlärm, den die zahlreichen Hobby-Rennfahrer auf der Strecke zum Sudelfeldsattel erzeugen. Nicht nur die Lautstärke bereitet den Bayrischzellern Sorgen. Oft verlieren rasante Motorradfahrer auf der Strecke ihr Leben. Auf Todesfälle reagiere das Straßenbauamt, indem es die Strecken ertüchtige, berichtete Bürgermeister Georg Kittenrainer in der Gemeinderatssitzung. „Das ist nicht der richtige Weg“, meinte er. „Die Raser bleiben, und die Sudelfeldstraße wird als Rennstrecke missbraucht.“

Auch das Lärmproblem ist damit nicht gelöst. „Wenn wir mit Ruhe und Erholung werben, zeigen uns Touristen einen Vogel“, sagte Kittenrainer und erhielt zustimmendes Nicken. Der Gemeinderat war sich einig: Eine langfristige Lösung muss her.

Burgi von Mengershausen hat einen ersten Versuch gestartet. Als Geschäftsführerin des Tannerhofs erlebt sie die Auswirkungen der Lärmbelästigung hautnah. Sie stellte einen Antrag, die Geschwindigkeit an der Bundesstraße im Ortsbereich auf 30 Kilometer pro Stunde zu reduzieren, an der Tiroler Straße Richtung Landl ebenfalls auf 30 sowie an der B 307 Richtung Schliersee auf 60, wie der Bürgermeister auf Anfrage berichtet. Allerdings nur saisonal an Wochenenden und Feiertagen. Damit komme man im Landratsamt nicht durch, merkte Kittenrainer in der Sitzung an. Die Reduzierungen seien zu drastisch.

Das sah Egid Stadler ähnlich: „30 Kilometer pro Stunde auf einer Bundesstraße ist für mich unrealistisch.“ Es handle sich außerdem um einzelne Fahrer, merkte Gertrud Weingärtner an. Größere Gruppen würden zivilisierter fahren, da sie zusammenbleiben wollen. Klaus Weilbach plädierte für einen symbolischen Antrag, um ein Zeichen zu setzen. Die Polizei kontrolliere zwar – die langfristigen Störenfriede erwische sie allerdings nicht. Die hat auch der Bürgermeister schon beobachtet: „Sie bringen zuerst in Erfahrung, ob Radargefahr besteht, und drehen dann mit ihren Kameras auf der Strecke Videos.“

Derzeit laufen an mehreren Stellen Geschwindigkeitsmessungen (wir berichteten). Ende Juni sollen die Ergebnisse vorliegen. Die Zahlen sollen das Problem noch einmal Schwarz auf Weiß bestätigen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, für die nächste Sitzung einen Zuständigen der Polizei sowie einen Vertreter des Landratsamts einzuladen. Gemeinsam will man eine langfristige Lösung suchen.

Magdalena Bürger

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