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Pilotprojekt Carsharing: Bayrischzell bietet E-Autos zum Ausleihen an

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Schlüsselübergabe fürs E-Auto: (v.l.) Harald Gmainer mit Peter Wichert (Urban Mobility Innovations), Stephanie Hintermayr und Bürgermeister Georg Kittenrainer.
Schlüsselübergabe fürs E-Auto: (v.l.) Harald Gmeiner mit Peter Wichert (Urban Mobility Innovations), Stephanie Hintermayr und Bürgermeister Georg Kittenrainer. © Thomas Plettenberg

Die Gemeinde Bayrischzell bietet E-Autos zum Ausleihen an - um Touristen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln schmackhafter zu machen. Auch Einheimische sollen profitieren.

Bayrischzell – Tourismus ökologisch sauber zu gestalten ist eine der Herausforderungen, die sich Gemeinden wie Bayrischzell stellen müssen. Eine Antwort könnte im Carsharing-Angebot liegen, das die Gemeinde seit Kurzem macht. Die beiden neuen Ausleih-Fahrzeuge werden elektrisch betrieben.

Sie sollen von Urlaubern genutzt werden, um ihnen so eine umweltschonende Anreise zu ermöglichen, sagt Stephanie Hintermayr, Leiterin der Tourist-Info Bayrischzell. „So können die Menschen mit dem Zug anreisen, wenn sie die Sicherheit haben, dass sie vor Ort mobil sind.“.

Drei Euro für den Start - dann 29 Cent pro Kilometer

Die Bedienung ist einfach: Man registriert sich bei dem Carsharing-Anbieter OMU, lädt dessen App auf sein Mobiltelefon, und die Fahrt kann beginnen. Für die Nutzung des Fahrzeugs sind einmalig drei Euro zu entrichten, pro gefahrenem Kilometer kommen nochmal 29 Cent dazu. Ausleihbar sind die Autos am Bahnhof in Bayrischzell, wo sie auch zurückgegeben werden müssen.

Doch Carsharing soll laut Hintermayr nicht nur für Urlauber attraktiv sein. Auch Einheimische sollen profitieren. Die Ausleihautos sollen dabei helfen, die Zahl an Zweitfahrzeugen zu reduzieren. In vielen Haushalten gebe es mehrere Fahrzeuge, gerade auf dem Land. „Wer etwa nur einmal in der Woche zum Miesbacher Wochenmarkt fahren muss, könnte sich so die Kosten für den eigenen Zweitwagen sparen“, erläutert Hintermayr.

Bayrischzell entstehen keine Kosten

Die E-Autos in Bayrischzell sind Teil eines Forschungsprojekts, das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert wird. Dieses verfolgt eigenen Angaben zufolge das Ziel, Algorithmen zu entwickeln, „um proaktiv Positionierung und Ladezustandsoptimierung von e-Fahrzeugen im Sharing Betrieb für Touristen zu ermöglichen“. Hauptanliegen ist es demnach, Daten zu gewinnen, die E-Autos sind Teil eines „Reallabors“, wie der Projekthomepage zu entnehmen ist. Geleitet wird das Projekt vom Datenunternehmen Urban Mobility Innovations (München), weitere Partner sind Continental (Hannover) und die Stadtwerke Bamberg. Den Kontakt zum Projekt hatte Harald Gmeiner von der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) vermittelt. Das Modellprojekt soll landkreisweit erprobt werden, weitere Stationen sind für Fischbachau und Schliersee vorgesehen, so Gmeiner. Der bestehende E-Bus der Gemeinde Fischbachau wird derzeit jedoch kaum ausgeliehen.

Bis 2023 werde das Projekt durch den Freistaat finanziert, Bayrischzell entstehen dadurch keine Kosten, erzählt Hintermayr. Wie es danach weitergeht, hängt von der Nutzung ab, fügt sie hinzu: „Wir haben die Hoffnung, dass es dann privatwirtschaftlich finanziert wird“. Andreas Wolkenstein

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